Tommaso Piccioli überlebte Horror-Nacht am Berg

“Es war die Hölle”

Mittwoch, 02. Mai 2018 | 08:52 Uhr

Bozen – Der Bozner Architekt Tommaso Piccioli hat die Bergtragödie in den Schweizer Alpen, bei der drei seiner Bergkameraden ihr Leben gelassen haben, überlebt. Wie bereits gestern berichtet, konnte er die Horror-Nacht am Berg noch immer nicht fassen.

Bekanntlich waren die drei Bozner Elisabetta Paolucci sowie das Ehepaar Marcello Alberti (53) und Gabriella Bernardi (53) auf über 3.100 Metern Meereshöhe erfroren.

Sie alle gehörten zu einer Gruppe von mehreren Skitourenfahrern, die eine Nacht bei eisiger Kälte unter freiem Himmel verbringen mussten, da sie von einem Unwetter überrascht wurden.

Piccioli schilderte einem Freund sowie TG3, dass ein sehr starker Wind wehte. Die Temperatur von um die null Grad habe sich daher noch kälter angefühlt. Mehrmals habe sich die Gruppe verlaufen.

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Sich zu bewegen und den Kreislauf aufrechtzuerhalten sei oberstes Gebot gewesen. Seinen Freunden gelang das nicht. Wie Piccioli erzählt, habe er zwar versucht, sie zum wach bleiben zu animieren, doch irgendwann habe er sich damit abgefunden. Er habe gesehen, wie seine Freunde sich hingelegt haben und eingeschlafen seien. Er habe nichts mehr machen können.

Er selbst habe sich mit den Gedanken an seine Frau motivieren können und habe so irgendwie die Nacht überstanden, ohne sich hinzusetzen.

Der Bozner spricht von einer Verkettung unglücklicher Umstände und Fehler. Es sei die Hölle gewesen.

 

Von: luk

Bezirk: Bozen

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Kommentare

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25 Kommentare auf "“Es war die Hölle”"


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Hans_H
Hans_H
Tratscher
20 Tage 22 h
Meteoswiss und Nimbus Piemonte haben bereits am Freitag das Sturmtief für Sonntag perfekt vorhergesagt, mit starkem Südwestwind und Schneefall ab 2000 Metern. Der Gipfel befindet sich dafür voll ausgesetzt am Hauptkamm, mit Staulage. Verwunderlich ist, wie man sich trotz Wolken verlaufen kann, wenn in jedem Handy ein GPS (und hoffentlich Karten-App mit offline-Karten und Track der Route) ist und jede Armbanduhr einen Höhenmesser hat. Noch verwunderlicher ist, wieso offenbar niemand einen Biwaksack und Notausrüstung dabei hatte, insbesondere auf solch einer ausgesetzten, abgelegenen Route bei kalten Temperaturen. Bezeichnend ist, dass dann auch noch der Führer im Alleingang ungesichert weg läuft (in… Weiterlesen »
lillli80
lillli80
Grünschnabel
20 Tage 20 h

da bin ich deiner meinung. für mich ist auch verwunderlich, dass ein erfahrener bergführer solche kapitalfehler begeht.

Eppendorf
Eppendorf
Superredner
20 Tage 19 h

Laut schweizer Bergretter waren sie 500 m Luftlinie von der Hütte entfernt.

flakka
flakka
Neuling
20 Tage 16 h

du muasch gonz a schlaues kerlchen sein! und gonz fix von höhenbergsteigen koanen plan!

nightrider
nightrider
Tratscher
20 Tage 5 h

Hast du mal propiert wie lange so ein Smartphone in der Kälte als GPS Gerät aushält. Da kannst du zuschauen wie die Akkuanzeige runtergeht, falls das Gerät nicht sofort ausschaltet und der Touchscreen ist ganz toll mit Handschuhen zu bedienen.

Hans_H
Hans_H
Tratscher
19 Tage 22 h

@nightrider
Ja, hatte ich. Und bei mir hats auch funktioniert, da ich vorsorglich eine Powerstation angeschlossen hatte, die ich in der warmen Innentasche der Daunenwindjacke am Körper getragen hatte. Das einzigste Problem war die schlechte Displaysicht bei dem diffusen Licht im Nebel, aber wir haben einfach alles abgeschattet und dann lief es wunderbar. Ah, ja, einen Biwaksack+Thermodecke habe ich grundsätzlich immer dabei. Ah und nochwas, wir (4 Personen) hatten auch mal in jungen Jahren bei Minusgrade am Berg übernachtet, nur hatten wir ein Schneeloch gegraben und uns eng zusammengekauert, die Frauen in die Mitte wir aussen und die Thermodecken drüber.

Hans_H
Hans_H
Tratscher
19 Tage 22 h
@flakka Kann sein, dass ich nicht der Schlaueste bin, da gebe ich dir recht. Und ob ich vom Höhenbergsteigen koanen plan hon, iboloss i onderen zu urteilen. Ich, für meinen Teil bereite mich eben liabr vorsorglicher für a mehrtägige Tour vor. Und vor ollem, wenn’s Wetter net passt, hon i kuan Problem, die Soch zu verschiabm. War net es erste Mol und werd a net es letzte Mol sein. Im Unterschied zu viele ondere heitzutog, brauche ich niemandem wos beweisn, und genias die Berg, wia i se eben  vorfind. Und zu ollerletzt, i find es isch besser, ich leb nou… Weiterlesen »
Guri
Guri
Tratscher
21 Tage 2 h

Das Wetter als entscheidender Faktor ” wird immer wieder unterschätzt im hoch Gebirge , wenn es unbeständig ist muss auch Mal verzichtet werden

rumpele
rumpele
Grünschnabel
21 Tage 2 h

Hot du niemand gezwungen

Schnuggi
Schnuggi
Grünschnabel
21 Tage 2 h

Ober daß es in den Bergen plötzliche Änderungen gebm konn rechnen sich Tourengeher nia aus um diese Zeiten obwohl sie es wissn miaßtn wenn nou viel Schnee ist zum einen . Und zum ondern miaßte es wohl an Wetterbericht ah gebm hobm , daß de zuasätzliche Gefohr zu erwortn isch . Viele unterschätzn die Gefohr olm nou trotz Erfohrung . Mein Beileid den Angehörigen ..

nightrider
nightrider
Tratscher
20 Tage 5 h

Die Tourengeher hobn ein Problem mit der Sicht gehabt und net mit dem Schee.

Schnuggi
Schnuggi
Grünschnabel
20 Tage 4 h

@nightrider …. na mitn Schee hobm sie koan Problem koppt , obr sehr stürmischer Wind wor und gschneit hots ah gonz stork , also wor ah der Schnee mit in begriffen wenn sie nichts mear gsechn hobm deswegen wia man im Video gsechn hot ..

Dagobert
Dagobert
Superredner
21 Tage 4 h

Furchtbar und prutal seine Freunde aso sterben zu sehen 😢
Nicht vorzustellen so eine Tragödie.

enkedu
enkedu
Kinig
21 Tage 4 h

Völlige Fehleinschätzung der Rahmenbedingungen. Tragisch.

Einheimischer
Einheimischer
Grünschnabel
20 Tage 21 h

Leider ist der größte Teil der Skitourengeher nicht ausgerüstet um im Freien zu Übernachten….
Es wird nur das nötigste mitgenommen…. Gewicht ist ein Hindernis ……
Leider…

lillli80
lillli80
Grünschnabel
20 Tage 20 h

eigentlich ist der bergfüherer meines wissens dazu “verpflichtet” einen biwaksack mitzunehmen…

Hans_H
Hans_H
Tratscher
19 Tage 21 h

Da gebe ich Ihnen vollkommen recht. Nur, solange es “nur” eine Eintagestour bleibt, kann ja alles gutgehen, aber wenn man schon von vornherein eine Mehrtagestour plant, sollte man schon was fürs Übernachten im Freien mithaben, was anscheinend bei denen nicht der Fall war. Die Folgen kennen wir leider alle.

widder52
widder52
Neuling
20 Tage 19 h

so schlimm es a isch…. de turngeher san olle a bisl kronk! es zählt nimma is schione wetto, aussicht, oder narmale bewegung. do wird nur noch geredet : wio hoach und wio long hoschen gibraucht….. und DES ISCH GEFÄHRLICH! ein ausgelaugter Körper hält a kolte nocht im freien net durch!

sonne10
sonne10
Grünschnabel
21 Tage 23 Min

Schlimm ! frage mich wie das trotz Gps, Höhenmesser was mann heute alles hat,inclus gut ausgebildete Bergfűhrer,sicheren Wetterbericht,in der Nähe von der Hūtte erfriert !

Staenkerer
20 Tage 22 h

worscheinlich genau deswegn!
ohne oll den technischen plunder hat se sich schun gorn start auf instinkt und hausverstond besonnen und warn gor nit gsartet, so verlossn sich holt viele auf de helferlein de teils, so s heint es mir, in verstond ersetzn müßn!

Tottele
Tottele
Tratscher
21 Tage 2 h

Ich kann mir vorstellen wie machtlos man ist wenn man sieht wie die Bergfreunde versterben .Es muss sehr erschütternd sein .

Paul
Paul
Superredner
20 Tage 18 h

der Wetterbericht war die letzte Aprilwoche im gesamten Alpenraum gleich .Unbeständig und hohe Lawinengefahr.

nightrider
nightrider
Tratscher
20 Tage 5 h

April ist immer unbeständig und die Tourengeher sein net unter eine Lawine gekommen sondern hatten Probleme mit der Sicht.

l OneManArmy l
l OneManArmy l
Superredner
20 Tage 19 h

auf italienische seiten findet man a detaillierteres interview und di richtigen zitate, i les zwor nia nix auf walsch obr dennmol hot sichs auszohlt. lei zu empfehlen

andr
andr
Superredner
20 Tage 6 h

Bei Nebel hat man auf Touren die man auswendig kennt riesenprobleme da kann jeder falsche Schritt in die irre führen, selbst erlebt! man glaubt das kaum
Tragisch, sie wollten einen unvergesslichen Tag erleben wie viele auf dem Berg. Der Bergführer hatte sicherlich gekämpft um seine Begleiter mir fehlen einfach die Worte

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