Von: apa
Für über 250 Pestizide gilt ein EU-Verbot, weil sie als zu gefährlich für Mensch und Umwelt gelten, doch über importierte Lebensmittel landen sie trotzdem wieder bei österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten. Davor warnt ein Report der NGO Foodwatch, der sich auf EFSA-Pestizid-Monitoringdaten aus dem Jahr 2023 beruft. Über 19 Prozent der unverarbeiteten pflanzlichen Lebensmittel waren demnach Träger derartiger Pestizide, besonders belastet waren Bananen.
Die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA untersuchte im Rahmen ihrer Analyse 907 konventionelle Lebensmittelproben aus Österreich. Besonders stark betroffen waren laut einer Aussendung vom Dienstag dabei Bananen, Birnen und Langkornreis. Über 50 Prozent dieser Produkte enthielten mindestens ein in der EU nicht zugelassenes Pestizid. Als “besonders gravierend” wurde dabei die Belastung von Bananen bezeichnet, denn jede getestete Probe enthielt hier Pestizidrückstände, 84 Prozent davon sogar verbotene Pestizide.
Besonders häufig wurden hierzulande verbotene Pestizide in Lebensmitteln aus Costa Rica, Kolumbien, Pakistan, Ecuador, China und Indien nachgewiesen. In mehreren Fällen enthielten Proben gleich mehrere verbotene Wirkstoffe gleichzeitig – ein Risiko, das durch den sogenannten Cocktail-Effekt zusätzlich steigt. “Die Behörden bewerten Substanzen einzeln, verzehrt werden sie jedoch gemeinsam”, warnte Foodwatch-Chefin Indra Kley-Schöneich.
Warnung vor dem “Pestizid-Bumerang”
Was in der EU aus guten Gründen verboten sei, dürfe auch nicht über Umwege wieder in unseren Supermarktregalen landen, kritisierte die NGO den “Pestizid-Bumerang”. So würden Auswertungen der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) etwa belegen, dass 2022 und 2023 unter anderem der in der EU verbotene Wirkstoff Bifenthrin aus Österreich nach Belarus und in die Ukraine exportiert wurde. Gleichzeitig erlaube die EU den Import von Lebensmitteln, die mit genau diesem Pestizid behandelt wurden, nachdem weiterhin Rückstandshöchstwerte über der Nachweisgrenze gelten würden.
Foodwatch fordert auf EU-Ebene sowohl ein Verbot der Produktion wie auch des Exports von in der EU verbotenen Pestiziden und hat dazu auch eine Petition gestartet. Ebenso sollten für diese Pflanzenschutzmittel die Rückstandshöchstwerte auf die Nachweisgrenze gesenkt werden. Die NGO warnte zudem vor einer Aufweichung durch den “EU-Omnibus”: “Schutzstandards dürfen nicht weiter untergraben werden – ohne Ausnahmen und Übergangsregeln.” Die EU selbst hat im Dezember des Vorjahres indes angekündigt, importierte Lebensmittel strenger auf Rückstände besonders gefährlicher und in der Union verbotener Pestizide kontrollieren zu wollen.




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