Von: mk
Schlanders – Angesichts des Konflikts im Nahen Osten und der rasant steigenden Preise an den Zapfsäulen verstärkt die Finanzpolizei ihre Kontrollen entlang der gesamten Vertriebskette für Erdölprodukte, um mögliche spekulative Preisentwicklungen bei Treibstoffen schneller zu erkennen. Auch in Südtirol nehmen die Ordnungshüter Tankstellen ins Visier – und stießen unter anderem im Vinschgau auf Unregelmäßigkeiten. Zehn Zapfsäulen wurden versiegelt.
Ziel der Kontrollen ist es, Verbraucher zu schützen: Neben Preistransparenz soll auch garantiert werden, dass die Kunden auch tatsächlich die Menge an Treibstoff erhalten, für die sie bezahlen. In diesem Zusammenhang stieß die Finanzpolizei von Schlanders in der vergangenen Woche bei zwei getrennten Inspektionen auf erhebliche Mängel.
An einer Tankstelle stellten die Fahnder fest, dass an acht von insgesamt 16 Zapfsäulen die vorgeschriebenen Prüfplaketten des Eichamtes der Handelskammer Bozen fehlten. Diese „grünen Aufkleber“ bescheinigen die regelmäßige Wartung und garantieren, dass die am Display angezeigte Menge exakt mit dem tatsächlich in den Tank fließenden Kraftstoff übereinstimmt.
Der Verdacht, dass etwas nicht in Ordnung ist, wurde durch Test-Betankungen bestätigt: Alle acht betroffenen Zapfpistolen gaben weniger Treibstoff ab, als am Display aufschien. Die Konsequenz folgte auf dem Fuß: Die acht Zapfsäulen wurden beschlagnahmt, dem Betreiber droht nun eine Verwaltungsstrafe von bis zu 12.000 Euro.
Auch bei einem zweiten Tankstellenbetrieb in der näheren Umgebung wurden die Beamten fündig. Hier waren zwei Zapfsäulen für Benzin defekt. Auch in diesem Fall floss deutlich weniger Kraftstoff durch den Schlauch, als die Kunden laut Anzeige bezahlen mussten. Auch diese Säulen wurden umgehend versiegelt und dürfen erst nach einer offiziellen Instandsetzung wieder in Betrieb genommen werden.
Die Finanzpolizei kündigte an, ihre Kontrollen im gesamten Landesgebiet fortzusetzen.




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