Hier auf dem Friedhof kam es zu der Bluttat

Frau auf Friedhof getötet: Verdächtige seit November in WG

Dienstag, 24. Februar 2026 | 13:23 Uhr

Von: apa

Jene 14-Jährige, die auf dem Wiener Friedhof Baumgarten eine 64-Jährige erstochen haben soll, lebte seit November 2025 in einer sozialpsychiatrischen WG. Zuvor hatte die Mutter der Frau die Obsorge an die Kinder- und Jugendhilfe abgegeben (MA 11). “Sie sagte, sie schaffe es zu Hause mit ihr nicht mehr und stimmte einer Betreuung in der WG zu”, erzählte Sprecherin Ingrid Pöschmann von der MA 11 der APA am Dienstagvormittag. Das Mädchen sei polizeilich vorher nie aufgefallen.

“Das Thema bei ihr war ausschließlich eigengefährdendes Verhalten”, sagte Pöschmann. Aufgrund dessen sei die Österreicherin mehrmals in psychiatrischer Behandlung gewesen und habe Medikamente einnehmen müssen. “Die Kinder in dieser Wohngemeinschaft haben alle psychiatrische Diagnosen.”

1:1-Betreuung in Wohngemeinschaft

Gerade in jener auf vier Plätze ausgelegten WG gebe es jedoch eine besonders engmaschige Betreuung. “Es sind täglich vier Erwachsene im Dienst”, erklärte die Sprecherin. Das Personal arbeite in engem Austausch mit dem Psychosozialen Dienst der Stadt Wien und den Kinder- und Jugendpsychiatrien zusammen. Eine psychiatrische Tagesklinik sei eng an die WG angebunden.

Die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stünden noch unter Schock. “Ein Psychologe ist derzeit vor Ort und betreut die Kinder und das Personal”, erklärte Pöschmann. “Natürlich müssen das alle erst einmal verarbeiten.”

Taschenmesser mutmaßliche Tatwaffe

Eine 64-Jährige war am Montagnachmittag gegen 17.30 Uhr mit massiven Schnitt- und Stichverletzungen von einer Passantin leblos bei dem Friedhof im Bereich der Waidhausenstraße in Wien-Penzing entdeckt worden. Eine Reanimation durch einen Notarzt scheiterte. Schnell ergaben sich Hinweise auf ein Gewaltverbrechen. Die Exekutive schickte daraufhin ein Großaufgebot an Kräften an den Fundort und sperrte die Eingänge des Friedhofs ab.

Rasch geriet die 14-Jährige ins Visier der Polizei. Wie Polizeisprecher Philipp Haßlinger am Montagabend der APA gesagt hatte, sei die Polizei durch ihr Verhalten auf die minderjährige Wienerin aufmerksam geworden. Zeugen sei das Mädchen auf der Straße aufgefallen.

Sie wurde schließlich an ihrer Wohnadresse, jener WG unweit des Friedhofs, von der Polizei als dringend tatverdächtig festgenommen. Vor Ort stellten die Ermittler ein Taschenmesser als mutmaßliche Tatwaffe sowie Kleidung sicher. “Darauf fanden sich auch Blutspuren”, teilte Haßlinger am Dienstag auf erneute APA-Nachfrage mit.

Opfer und Verdächtige kannten sich nicht

Die Teenagerin wurde von den Kriminalisten bereits befragt. Sie gestand inzwischen die Tat. Zum Motiv steht jedoch weiter nichts fest. “Sie hat keine Angaben dazu gemacht”, sagte Haßlinger. Ob sie zum Zeitpunkt alkoholisiert war oder unter Drogen stand, sei derzeit Gegenstand der Ermittlungen, hieß es seitens der Landespolizeidirektion – genauso wie ihr psychischer Zustand zum Tatzeitpunkt.

Die Verdächtige und das Opfer kannten sich nicht. Dass die Frau am Montagnachmittag einen Grabbesuch absolviert habe, sei zumindest naheliegend, so Haßlinger. Das Mädchen soll laut Polizei wohl noch am Dienstag in einer Justizanstalt überstellt werden. Im Laufe des heutigen Tages findet die Obduktion der 64-jährigen Österreicherin statt. Der Einsatz der Polizei hatte sich am Montag bis in die späten Abendstunden gezogen.

( S E R V I C E – Sie sind in einer verzweifelten Lebenssituation und brauchen Hilfe? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Unter www.suizid-praevention.gv.at finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.)

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