Alle Spuren am Tatort sind gesichert

Gewalttat an 49-Jährigem in Linz “geplante Tat”

Montag, 26. Januar 2026 | 15:45 Uhr

Von: apa

Nach der tödlichen Gewalttat an einem 49-jährigen Immobilienmakler in Linz hat die Polizei Montagnachmittag einen Stand der Ermittlungen veröffentlicht. So geht das Landeskriminalamt aufgrund der Tatortsituation und der Spurenlage von “einer sorgfältig geplanten Tat aus”, die in der Nacht auf den 18. Jänner verübt wurde. Verbindungen des Opfers “zum Drogenmilieu, aber auch Verbindungen in die Rotlichtszene, scheinen aufgrund bisheriger Erkenntnisse evident”, hieß es weiter.

Der Bruder hatte die Leiche des 49-Jährigen am frühen Nachmittag des 19. Jänner am Fußboden des Badezimmers gefunden und informierte sofort die Polizei. Das Opfer wies am gesamten Körper Hämatome auf und war an Beinen und Händen gefesselt. Laut Obduktion starb es an einem Schädel-Hirn-Trauma. Einbruchsspuren konnten keine festgestellt werden. “Nachdem sofort klar war, dass es sich um ein Gewaltverbrechen handelte, hat das Landeskriminalamt die Ermittlungen in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Linz übernommen.”

Pizzalieferung an das Opfer in der Tatnacht

Mehrere Tage wurden Spuren am Tatort und im Umfeld gesichert, die Auswertung war am Montag noch im Gange. Bewohner des Mehrparteienhauses in der Linzer Innenstadt sowie Geschäftsleute rund um die Wohnung des Opfers wurden befragt, auch die Bevölkerung lieferte Hinweise, mit “unterschiedlicher Relevanz”. Eine davon betraf eine Pizzalieferung an das Opfer am 17. Jänner gegen 22.00 Uhr.

Auch das Durchleuchten des Privatlebens und des persönlichen Umfelds des Opfers ist am Laufen. Im Zuge der Spurensicherung wurden in der Wohnung Drogen in einer Menge sichergestellt, die “mit einem Eigenkonsum des Opfers nicht in Einklang zu bringen ist”, teilte die Polizei mit.

Auch wenn das Informationsbedürfnis in dem Fall sehr hoch sei, wurden vor allem aus ermittlungstaktischen Gründen, aber auch wegen der Tatsache, dass die Polizei nur mit gesicherten Informationen nach außen gehe, nur zurückhaltend Medienanfragen beantwortet. Nicht zuletzt auch zum Schutz der Hinterbliebenen, die eine Zeit durchleben, “die sich die meisten Menschen nicht im Entferntesten vorstellen können”, wurde nur wenig nach außen getragen, rechtfertigte sich die Polizei.

Vater des Getöteten verstorben

Erst am Wochenende ist die Familie von einem zweiten Schicksalsschlag getroffen worden. Der Vater des Getöteten ist verstorben. Auch um hier jeglichen Spekulationen vorzubeugen, hat die Staatsanwaltschaft Linz die Obduktion des 86-Jährigen, der von seiner Frau im Haus tot aufgefunden worden war, in Auftrag gegeben, so eine Sprecherin. Bei dem Verstorbenen gebe es jedoch keine Hinweise auf Suizid oder Gewalteinwirkung von Dritten. Mit einem Ergebnis der Obduktion rechnet die Staatsanwaltschaft spätestens am Dienstag.

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