Von: luk
Bruneck – Großer Drogenfund im Pustertal: Die Finanzpolizei hat am vergangenen Wochenende bei einer Kontrolle beinahe eine Tonne getrockneter Mohnkapseln sichergestellt. Ein ausländischer Lkw-Fahrer wurde angezeigt.
Die Beamten des Provinzkommandos Bozen stoppten im Zuge routinemäßiger Kontrollen einen Sattelzug mit slowakischem Kennzeichen. Die Kontrolle der Transportpapiere machte die Einsatzkräfte stutzig: Zwar waren zehn Packstücke mit einem Gesamtgewicht von 960 Kilogramm angegeben, doch zur Art der Ware fehlte jede Angabe.
Weitere Überprüfungen erhärteten den Verdacht. Die als Empfänger angegebene Firma entpuppte sich als Scheinfirma. Daraufhin öffneten die Exekutivbeamten den Laderaum und stießen auf einen der größten Funde dieser Art in Italien: große Mengen getrockneter Mohnkapseln.
Diese gelten als Betäubungsmittel, da sie natürliche Alkaloide enthalten. Es handelt sich oft um Rückstände aus der Gewinnung von Opiumlatex, aus dem unter anderem Heroin hergestellt wird. In den Kapseln verbleiben Wirkstoffe wie Morphin und Codein, die beim Konsum – etwa durch Kauen oder als Aufguss – eine starke Abhängigkeit verursachen können.
Der Konsum solcher Substanzen ist vor allem in bestimmten Gemeinschaften – wie etwa bei Indern oder Bengalen – verbreitet und wird daher häufig den sogenannten „ethnischen Drogen“ zugeordnet.
Der Fahrer wurde bei der Staatsanwaltschaft Bozen angezeigt. Die beschlagnahmte Ware wird nun analysiert, um den genauen Wirkstoffgehalt festzustellen. Für den Beschuldigten gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.





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