Centaurus spricht von Diskriminierung

Hausarzt verweigert Transsexuellem Rezepte – „aus Gesundheitsgründen“

Sonntag, 04. Dezember 2022 | 15:26 Uhr

Bozen – Ein Hausarzt hat sich geweigert, Medikamente einem Transsexuellen zu verschreiben, die diesem von einem Facharzt empfohlen worden sind. Als Begründung gibt der Hausarzt an, er halte die Medikamente für gesundheitsschädlich. Entschieden anders sieht dies die Südtiroler Homosexuellenvereinigung Centaurus. Deren Vertreter sprechen von einem klaren Fall von „schwerer Diskriminierung“.

Die Vereinigung hat das E-Mail veröffentlicht, das der Bozner Hausarzt am 16. November einem Patienten zugeschickt hat. Dem Transsexuellen, der als Frau geboren wurde, nun aber als Mann lebt, waren von einem Endokrinologen klinische Untersuchungen empfohlen worden. Deshalb benötigte er die Rezepte.

„Es tut mir leid, aber Sie müssen sich einen anderen Arzt zur Verschreibung dieser Therapie und dieser Untersuchungen suchen. Laut meiner Auffassung sind eine Hormontherapie dieser Art und all die darauffolgenden Eingriffe der Gesundheit nicht zuträglich. Deshalb weigere ich mich, sie zu verschreiben“, erklärte der Hausarzt schriftlich. Der Patient hat sich darauf an einen anderen Arzt gewandt, der ihm die nötigen Rezepte ausstellte.

Centaurus will der Sache dennoch auf den Grund gehen. Der Homosexuellenvereinigung zufolge bestehe im Fall einer Therapie für transsexuelle Personen keine Möglichkeit für Ärzte einer „Weigerung aus Gewissensgründen“. Der Hausarzt wurde dem Sanitätsbetrieb, der Antidiskriminierungsstelle und der Ärztekammer gemeldet.

Primar Herbert Heidegger, der gleichzeitig Präsident des Landesethikkomitees ist, erklärt laut einem Bericht von Alto Adige online, dass er den Fall zwar nicht kenne. Dennoch habe die Meinung des Facharztes Vorrang. Ihm obliege es, die Gefahr eventueller Nebenwirkungen abzuschätzen. „Der Hausarzt muss dann dem Patienten auf angemessene Weise helfen.“ Die Ärztekammer wird sich mit dem Fall demnächst befassen.

Centaurus zufolge sei der Gesundheitsaspekt nur vorgeschoben, vielmehr handle es sich um eine Weigerung aus ideologischen Gründen. Transsexuelle seien viel zu häufig mit einer moralischen anstatt einer wissenschaftlichen Bewertungen konfrontiert. Zu viele Ärzte würden heute immer noch nicht die Rechte von transsexuellen Menschen anerkennen.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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28 Kommentare auf "Hausarzt verweigert Transsexuellem Rezepte – „aus Gesundheitsgründen“"


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obr jetz.
obr jetz.
Tratscher
1 Monat 27 Tage
Allem vorausgeschickt, ich bin nicht genderfeindlich. Aber: wenn man aus biologischer Sicht eine Frau ist, gerne aber ein Mann sein möchte und dazu gewisse Eingriffe und Untersuchungen machen muss, dies aber der Hausarzt verschreiben muss, so zahlt da auch die öffentliche Hand mit. Der Hausarzt sieht dahinter gewisse Bedenken, welche gesundheitliche Risiken bergen kann und der „Mann“ dann wiederum zu Lasten des Gesundheitsystems behandelt werden muss, was er nicht müsste, bliebe er wie von der Natur vorgesehen eine Frau. Deshalb sollte diese Frau alle Eingriffe, welche ihm zum Mann machen selber bezahlen müssen und nicht „alle“. AugenOPs, Uahnarzt und Schönheitsops… Weiterlesen »
Selbstbewertung
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Superredner
1 Monat 27 Tage

@obr.jetz.: So einfach ist es nicht! Man kann biologisch zwar einem Geschlecht angehören, psychisch aber dem anderen. Und in einem andersgeschlechtlichen Körper zu leben ist eine Extrembelastung, die auf Dauer kaum durchzuhalten ist. Wer nicht in dieser Situation ist, kann das nicht wirklich nachvollziehen. Einer solchen Behandlung unterzieht sich niemand aus Langeweile oder einer Frage des Lebensstils. Für manche geht es auch schlicht ums Überleben (s. Statistiken zum Suizitrisiko).

Staenkerer
1 Monat 27 Tage

unobhängig davon das es do an transexuelln betrifft, gegn de i nix honn, dräng sich mir de froge auf wer schlußendlich dafür grod stien müßte wenn a patien*inn durch a medikamenten”kur” schodn nimmt, der fochorzt der se empfiehlt, oder der hausorzt der se mit sein rezept obsegnet? mir lebn holt amoll in a zeit in! der teils horrende schodensersotzklogn an der tagesordnung stien

Selbstbewertung
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Superredner
1 Monat 26 Tage

@Staenkerer: eine solche Behandlung übernimmt kein Hausarzt, sondern ein multiprofessionelles Team von Fachleuten, die auf solche Behandlungen spezialisiert sind. Mich verwundert hier eher, warum diese Rezepte nicht gleich von diesen Fachärzten verschrieben wurden. Wahrscheinlich sind sie davon ausgegangen, dass es bei einer Verschreibung durch den HA keine Probleme gibt und hatten nicht mit dieser Ablehnung gerechnet. Aber ja, du hast insofern recht, als dass der verschreibende Arzt letztlich die Verantwortung trägt. Wenn sich dieser aber an die wissenschaftlichen Behandlungsstandards hält, kann ihn niemand zur Rechenschaft ziehen. Die Prozeduren und Voraussetzungen sind vom Gesundheitsministerium abgesegnet.

xXx
xXx
Kinig
1 Monat 26 Tage

und wer bist du das du aus der Ferne beurteilen kannst ob diese Person biologisch zu 100% eine Frau ist? Wie bei so vielen gibt es auch hier nicht nur schwarz oder weiß und sofern du nicht der Facharzt bist, von dem die Rede ist, kannst du dir kein Urteil bilden, übrigens genauso wenig wie ein Hausarzt.
Auserdem hast du Unrecht, wenn eine Fehlstellung so gravierend ist, das du dadurch (auch nur psychisch) beeinträchtigt bist, wird di op sehr wohl von der Kasse gestemmt.

Ralph
Ralph
Universalgelehrter
1 Monat 26 Tage

die kommentatoren scheinen alled ärzte zu sein..

pingoballino1955
pingoballino1955
Universalgelehrter
1 Monat 26 Tage

Obr jetzt,dann sollen sich aber die Menschen die saufen,Drogen nehmen usw.auch alles selber bezahlen!

pingoballino1955
pingoballino1955
Universalgelehrter
1 Monat 26 Tage

Die Minusdrücker scheinen wohl nicht über den Tellerrand hinauszusehen und total uninformiert zu sein,was diese Thematik anbelangt.

World
World
Tratscher
1 Monat 26 Tage

Die wahre Problematik ist doch, dass die Krankenkasse nur zahlt, wenn der Hausarzt das Rezept ausstellt.
Kein Hausarzt kann in allem ein Facharzt sein. Deshalb sind wir alle gezwungen Fachärzte aufzusuchen, wenn wir ein gesunheitliches Problem haben. Wer nun nicht privat versichert ist und die Kosten nicht komplett selber zahlen will oder kann, muss laut geltendem Gesetz zum Hausarzt und sich von diesem das von einem anderen Arzt ausgestellte Rezept erneut ausstellen lassen. Vollkommen unnötige Methoden sind das.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 27 Tage

Erinnert mich stark an Hausärzte die Impfung gegen Covid als nicht geeignet befunden haben. Zwar nicht ganz vergleichbar aber selbst unter Ärzten ist Intelligenz kein zwangsläufig vorgegebenes Merkmal das man zum Job mitbringen muss.

topgun
topgun
Superredner
1 Monat 27 Tage

@N. G.
Jetzt sprichst du schon Ärzten Intelligenz ab…🤦 (Klar, die behaupten ja auch, dass Rauchen schädlich sei, so ein Unsinn…😅)
Tja, kann nicht jeder so “gscheide” sein wie du, der aber auch bei JEDEM Thema alles besser weiß…
Nobelpreisträger in verschiedenen Sparten, das wäre das Mindeste, was du sein müsstest…🙄

Pyrrhon
Pyrrhon
Universalgelehrter
1 Monat 26 Tage

@N.G.Du zweifelst also an der Intelligenz der Hausärzte die die Covid-Impfung nicht forciert haben ?
Was hältst du von den Ätzten die behaupten dass rauchen der Gesundheit schadet ?

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 26 Tage

@Pyrrhon Das ist intelligent! Wie sieht es denn mit Alkohol aus?
Wogegen wehrst du dich eigentlich? War der Arzt denn im Recht ihm die Medikamente zu verweigern?

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 26 Tage

@PuggaNagga Es wurde vor der Impfung deutlich gesagt, dass sie Nebenwirkungen haben kann. Das ist nichts Neues. Wie bei jedem Medikament und jedem Impfstoff. Was meinst du was du alles bei einer schwereren Krankheit an Medikamenten bekommst die, wenn man den Beipackzettel lesen würde, höchst gefährlich sein können? Die würdest du ohne mit der Wimper… aber bei der Impfung, bei der es eventuell um deinen Tod ging, verweigerst!? Sorry, diese Argumentation ist hirnverbrannt!

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 26 Tage

@Pyrrhon Glaubst du Ärzte sind perse Intelligent? Dann träume mal weiter!

Rudolfo
Rudolfo
Kinig
1 Monat 26 Tage

Ganz unabhängig von diesem Fall. Was ist das für ein 🦧Theater bei der Rezeptausstellung ? Wieso muss ein Patient mit der “Anweisung” vom Facharzt zum Hausarzt, um ein Rezept ausgestellt zu bekommen ?? Wenn der Hausarzt medizinisch einer anderen Meinung ist, als der “anweisende” Facharzt, hat er meiner Meinung nach seinem Hippokratischen Eid entsprechend zu handeln. Ganz nebenbei die Frage, welcher der beiden Ärzte haftet, sollte der Patient einen durch die verordnete Therapie oder Medikamente einen “Schaden” erleiden ??

Italo
Italo
Universalgelehrter
1 Monat 26 Tage

Wert ba enk jo besser sein

xXx
xXx
Kinig
1 Monat 26 Tage

Ich weiß ja nicht was dein Hausarzt so alles drauf hat um sich seine Meinung zu bilden, aber in so einem Fall kommt der “Patient” von einem Fachartz, der neben eine psychologischen Untersuchun zudem eine Körperliche Untersuchung mittels Ultraschall und MRT macht um festzustellen ob die Inneren Geschlechtsorgane mit den Äußeren überein stimmen.
Aber dein Hausarzt macht offensichtlich bei jeder Verschreibung ein ganz Körper check 👍🏻🤦🏻‍♂️

Rudolfo
Rudolfo
Kinig
1 Monat 26 Tage

@Italo…mal ganz davon abgesehen, dass ich Privatpatient bin und damit weder eine Überweisung noch Ähnliches brauche, ist es in 🇩🇪 und der 🇨🇭 so, dass der Arzt, der die Diagnose stellt, auch das Rezept ausgibt…

Rudolfo
Rudolfo
Kinig
1 Monat 26 Tage

@xXx…solche Untersuchungen machen in 🇩🇪 und der 🇨🇭 auch Hausärzte. Mein Hausarzt ist Internist und hat 2 Praxis Kollegen, einer Kardiologe und einer Urologe. Und wenn ich wegen meiner Krebserkrankungen zur Onkologin (Fachärztin) gehe, bekomme ich von der auch meine Rezepte.

magg
magg
Grünschnabel
1 Monat 27 Tage

Jeder der nicht in einem falschen Körper geboren ist, sollte keine Ratschläge bzw. Bemerkungen über diese Thema geben. Wie man von einigen Betroffenen immer wieder hört, leiden viele unter den vielen physischen und psychischen Qualen, die der “normale” Mensch überhaupt nie erfahren oder durchmachen wird.

Sakramost
Sakramost
Neuling
1 Monat 24 Tage

Achso Meinungsfreiheit ist also ein Privileg der Betroffenen. Und diese Qualen werden durch Hormontherapien auch nicht umbedingt besser.

Nichname
Nichname
Superredner
1 Monat 27 Tage

Das grundsätzliche Problem ist wohl, dass Hausärzte zu reinen Bürokraten gemacht worden sind, die Rezepte zu schreiben haben, ohne sich darum zu kümmern, was im Rezept steht. Dazu braucht es keinen Arzt, das könnte jede Schreibkraft mit Computerkenntnissen ebenso machen. 

Rudolfo
Rudolfo
Kinig
1 Monat 26 Tage

@Nichname…👍und trotzdem stellen sich PolitikerInnen immer wieder die Frage, wieso es in Südtirol einen eklatanten Hausärtze Mangel gibt. Wie Du richtig meinst, wer studiert schon jahrelang Medizin, um dann zum “Rotznasen” Diagnostiker und Rezeptaussteller “degradiert” zu werden….

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 27 Tage

Der Artikel wäre sehr viel beeindruckender gewesen, wenn er erschienen wäre, nachdem die Behauptung sich als wahr erwiesen hat.
Momentan gibt’s da jemanden, der vermutet, dass er diskriminiert wurde …

Dass der Hausarzt sich nicht der Weisung des Facharztes gefolgt ist, ist natürlich nicht richtig.

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Universalgelehrter
1 Monat 26 Tage

Der Arzt wird schon seine Gründe gehabt haben.

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
1 Monat 26 Tage

@Tomson: das sind medizinisch ganz unterschiedliche Dinge. Bei den einen geht es um eine Erhöhung eines normalen Testosteronspiegels, bei den anderen um eine Normalisierung des Testosteronspiegels. Und belastenden Wettkampfsport betreiben letztere auch nicht.

tutu
tutu
Tratscher
1 Monat 26 Tage

Hallooooo…. in welchem Johrhundert leben mir? Heintzutoge no selche Schlagzeilen …. einfach lächerlich

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