Infoabend

„Hautgesundheit ja, aber ohne Ängste“

Samstag, 28. März 2026 | 08:26 Uhr

Von: mk

Meran – Am Donnerstag fand im KiMM in Meran die erste Veranstaltung der Informationsreihe Forum Gesundheit Südtirol 2026 statt. Diesmal mit dem Thema „Gesunde Haut“.

Im Laufe des Abends erläuterten Dr.in Rosita Saraceno, Primarin der Abteilung Dermatologie des Krankenhauses Meran, und Dr.in Valentina Carelli, Ärztin in Facharztausbildung in derselben Abteilung, dass eine gesunde Haut kein Zufallsprodukt ist, sondern das Ergebnis richtiger Verhaltensweisen und bewusster Vorsorge.

Im Laufe der Veranstaltung wurden verschiedene Präventionspraktiken vorgestellt, ebenso wie Techniken zur Selbstuntersuchung und gesunde Gewohnheiten zur Pflege der Haut. Sowohl durch die Verwendung spezifischer Produkte als auch durch die Einnahme von Vitaminen, die zur Erhaltung des Hautwohlbefindens beitragen. Darüber hinaus gab es auch Raum für den direkten Erfahrungsbericht eines Patienten sowie für Fragen des zahlreich erschienenen Publikums.

„Abende wie dieser stellen für die Bevölkerung eine Gelegenheit dar, sich direkt bei den Fachleuten des Sanitätsbetriebes über ein Thema, wie etwa Hauterkrankungen, zu informieren. Denn Wissen führt zu größerem Bewusstsein“, erklärte Sanitätsdirektor Dr. Josef Widmann, der bei der Veranstaltung anwesend war. „Fast alle von uns haben Hautveränderungen, und in den meisten Fällen sind diese gutartig. Die Möglichkeit, dieses Thema zu vertiefen, macht die Menschen eigenverantwortlicher, wenn es darum geht zu beurteilen, ob weitere diagnostische Abklärungen notwendig sind oder nicht“, so Widmann weiter.

„Ziel dieser Veranstaltung ist es einerseits, die Menschen für Hautprobleme zu sensibilisieren, andererseits aber auch Ratschläge zu geben, wie man den Zustand der eigenen Haut verbessern kann“, unterstrich Primarin Rosita Saraceno. „Man muss sich von der Vorstellung lösen, dass die Dermatologin oder der Dermatologe nur die Muttermale des Körpers kontrolliert. Tatsächlich handelt es sich dabei um eine medizinische Fachperson, die versucht, den Gesundheitszustand des Patienten ganzheitlich zu beurteilen, indem sie anhand der Haut mögliche innere Erkrankungen erkennt und Lösungen anbietet, wie diese verhindert und behandelt werden können. Unsere Haut kann tatsächlich ein ‚Frühwarnsystem‘ für das Vorhandensein systemischer Erkrankungen sein.“

Zum zunehmenden Alarmismus im Zusammenhang mit Hautproblemen äußerte sich Primarin Saraceno klar: „Ja, ein gewisser Alarmismus ist vorhanden, und teilweise haben wir Dermatologen ihn im Laufe der Jahre vielleicht selbst mitverursacht. Denn so richtig es ist, die Haut zu kontrollieren, so wichtig ist es auch, zwischen tatsächlich gefährdeten Personen und jenen, die keine besonderen Abklärungen benötigen, zu unterscheiden. Dabei spielen die Hausärzte eine grundlegende Rolle.“

Zur Unterscheidung zwischen Fällen, die einer genaueren Abklärung bedürfen, und solchen, bei denen kein Anlass zur Sorge besteht, betonte die Primarin: „Untersuchen lassen sollten sich vor allem jene, die mehr als hundert Muttermale auf der Haut haben sowie Personen mit geschädigter Haut – etwa durch viele Sonnenbrände im Laufe des Lebens aufgrund sehr heller Haut. Und natürlich alle mit familiären Vorbelastungen schwerer Hauttumoren wie beispielsweise Melanomen.“

Die zweite Referentin des Abends war Dr.in Valentina Carelli, Ärztin in Facharztausbildung für Dermatologie: „Heutzutage gibt es mehr Informationen über Hautgesundheit, und das halte ich für positiv. Allerdings beobachten wir oft auch übermäßige Besorgnis. Dermatologische Probleme machen Angst, weil sie für alle sichtbar sind, nicht nur für Fachärzte. Mit Veranstaltungen wie dieser wollen wir auch Ängste und Sorgen abbauen, indem wir über die Ursachen von Hautproblemen und deren Behandlung informieren. Mein Beitrag konzentriert sich auf die Bedeutung von Screenings und Prävention, aber auch auf das Entkräften von Mythen. Immer mit dem Ziel zu erklären, wann eine Untersuchung wirklich notwendig ist und wann nicht. In diesem Bereich müssen wir noch enger mit den Hausärzten zusammenarbeiten.“

Im Laufe des Abends wurde deutlich, dass es bestimmte Risikofaktoren gibt, wie etwa häufige Besuche im Solarium sowie häufige und lang andauernde Arbeit oder sportliche Aktivitäten im Freien.
Ein weiterer Schwerpunkt war das Thema Muttermale: Asymmetrien (wenn eine Hälfte anders aussieht als die andere), unregelmäßige und ausgefranste Ränder, Farbveränderungen (schwarz, braun, rot oder weiß), ein Durchmesser von mehr als 6 Millimeter sowie Veränderungen in Form, Farbe und Größe sind entscheidende Faktoren, um festzustellen, ob es sich um ein Warnsignal handelt.

Eine wichtige Präventionsmaßnahme sei die Selbstuntersuchung der Haut. Diese sollte regelmäßig, etwa alle zwei bis drei Monate, durchgeführt werden – vom Kopf bis zu den Füßen, mithilfe eines Spiegels und bei guter Beleuchtung. Für schwer einsehbare Bereiche wie den Rücken oder die Fußsohlen ist es ratsam, den Partner oder eine nahestehende Person um Hilfe zu bitten.

Die Veranstaltung, deren Eintritt wie bei allen Terminen des Forum Gesundheit frei war, wurde auch live im Streaming übertragen. So konnte ein breiteres Publikum die Informationsveranstaltung verfolgen.

Der nächste Termin des Forum Gesundheit Südtirol findet am 23. April um 18.30 Uhr im Haus Unterland in Neumarkt statt. Das Thema dann: „Demenz: informiert und gut betreut“.

Bezirk: Burggrafenamt

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