Autofahrer setzt sich gegen das Land durch

Wildunfall in Freienfeld zieht jahrelangen Rechtsstreit nach sich

Mittwoch, 27. Mai 2020 | 10:30 Uhr

Bozen/Freienfeld – Im Frühjahr vor sieben Jahren hat sich im Gemeindegebiet ein Wildunfall zugetragen, der laut der Tageszeitung Alto Adige bis heute ein gerichtliches Nachspiel hatte.

Der Autofahrer machte den Schaden an seinem Pkw von 4.500 Euro nach dem Zusammenprall mit dem Hirsch beim Land geltenden. Nach einem negativen Bescheid zog er vors Friedensgericht und bekam recht. Doch das Land legte Rekurs am Landesgericht ein.

Rechtsanwalt Meinhard Durnwalder, der den Autofahrer vertrat, argumentierte, dass das Wild-Warnschild am Straßenrand vor dem Ort stand. Die Unfallstelle habe sich aber dahinter befunden und sei bekannt für Wildwechsel. Er bemängelte auch die Nicht-Anbringung von Wildwarn-Reflektoren.

Das Zivilgericht hatte aber die Auffassung, dass das Land alles Notwendige für die Sicherheit tue: So seien etwa an der betreffenden Stelle nach dem Unfall Reflektoren angebracht worden. Der Autofahrer riskierte, die am Friedensgericht erstrittene Summe zurückzahlen zu müssen und zog vor das Kassationsgericht.

Für die dortigen Richter war die Begründung des Zivilgerichts widersprüchlich. Sie entschieden, der Beschwerde des Autofahrers stattzugeben und haben damit das Urteil aus zweiter Instanz gekippt.

Der Fall wird nun laut Alto Adige wieder ans Bozner Landesgericht zurückverwiesen, doch nur über die Verfahrensspesen zu entscheiden. Der Autofahrer darf damit das Geld behalten.

Von: luk

Bezirk: Bozen, Wipptal

Kommentare

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6 Kommentare auf "Wildunfall in Freienfeld zieht jahrelangen Rechtsstreit nach sich"


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Zugspitze947
Zugspitze947
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

Also ITALIS Gesetze sind schon ein absoluter WITZ ! Einen Wildschaden bezahlt die Teilkaskoversicherung in Deutschland anstandslos !!! Wann werden in Italia endlich EU-NORMEN umgesetzt ? 🙁

nuisnix
nuisnix
Superredner
1 Monat 9 Tage

Dann hast du in Deutschland aber Glück gehabt…
Aber sag, wo steht denn im Artikel etwas darüber, dass es um Deutschland geht?

Zugspitze947
Zugspitze947
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

nuisnix: eben es geht um den Bananenstaat ITALIA ,einfach erbärmlich 🙁

Dublin
Dublin
Kinig
1 Monat 9 Tage

…unverständlich, weshalb Provinz Trient Versicherung gegen Wildschäden hat, aber Bozen keine…
😆

Johnarch
Johnarch
Tratscher
1 Monat 9 Tage

Übrigens kann man sich auch bei uns gegen Wildunfälle versichern, kostet +30€, würd mal sagen billiger als ein jahrelanger Rechtsstreit.

berthu
berthu
Superredner
1 Monat 8 Tage

Was heißt: Geld behalten? Er hat den Schaden bezahlt, viele Scherereien und Kosten. Viele andere bleiben auf den Schäden sowieso sitzen.

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