Baukollegium hält Gruben und Steinbrüche für unerlässlich

Gehen Südtirol die mineralischen Rohstoffe aus?

Dienstag, 24. Februar 2026 | 11:56 Uhr

Von: mk

Bozen – Gehen Südtirol die mineralischen Rohstoffe aus? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Pressekonferenz des Baukollegiums, die heute in Bozen stattfand. Dabei wurde aufgezeigt, wieso Gruben und Steinbrüche unerlässlich für die erfolgreiche und nachhaltige Entwicklung Südtirols seien.

„Mineralische Rohstoffe wie Sand, Schotter und Steine werden für verschiedenste Bau- und Infrastrukturvorhaben in Südtirol gebraucht. Insgesamt sprechen wir von einem jährlichen Bedarf von rund sechs Millionen Tonnen, welche Südtirol für Hinterfüllungen, Dämme, Betone, Asphalte, usw. benötigt“, erklärte der Präsident des Baukollegiums, Christian Egartner, einleitend.

Derzeit können aber nur 35 Prozent des jährlichen Bedarfs aus Gruben und Steinbrüchen gewonnen werden, 65 Prozent werden durch die Wiederverwertung von Aushubmaterial, Bauschutt oder durch den Import von Material gedeckt. „Und genau hier liegt das Problem: Was passiert, wenn wir dieses Material nicht mehr zur Verfügung haben? Stehen dann die Projekte still? Steigen dann die Preise für Bauvorhaben weiter? Werden wir von kostenintensiven Importen, die nicht im Sinne der Nachhaltigkeit sind, abhängen? Gehen Arbeitsplätze verloren? Sinkt die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Unternehmen? Fakt ist: wenn wir mit den heute ausgewiesenen Gruben und Steinbrücken arbeiten müssen, ist in 2,5 Jahren das aktuell genehmigte Material aufgebraucht. Die Wirtschaft hat aktuell keine Planungssicherheit. Das kann weitreichende, spürbare Folgen haben. Deshalb muss Südtirol für langfristige Planbarkeit für mineralische Rohstoffe sorgen“, so Christian Grünfelder, Präsidiumsmitglied des Baukollegiums.

Ein Mangel an mineralischen Rohstoffen könne laut Baukollegium für Südtirols Entwicklung und seine Bevölkerung weitreichende Konsequenzen haben: Steigende Kosten, eine Verteuerung des Wohnbaus, zunehmende Umweltbelastung, Blockaden bei Investitionen oder auch das Scheitern der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes seien nur einige der möglichen Auswirkungen.

Das Baukollegium hat aber nicht nur Alarm geschlagen, sondern auch mögliche Lösungswege aufgezeigt. „In erster Linie geht es darum, die Nachhaltigkeit in all ihren drei Bereichen zu beachten, wenn man über die Ausweisung neuer Gruben und Steinbrüche redet: nicht nur auf der ökologischen Ebene, sondern auch auf der sozialen und wirtschaftlichen Ebene. In die Bewertungen und Überlegungen müssen alle drei Säulen gleichwertig einfließen“, so Egartner und Grünfelder.

Zudem schlägt das Baukollegium eine einheitliche sowie periodische Erhebung der Materialströme und des Bedarfs an mineralischen Rohstoffen vor, regt aber auch die möglichst zeitnahe Fertigstellung der geologischen Kartierung Südtirols an. „Dadurch kann sich die Bevölkerung über die Vorkommen von Sand, Schotter und Steinen informieren. Damit hoffen wir auch, dass die Planung zukünftiger Gruben und Steinbrüche klarer, einfacher und transparenter wird“, erklärte Geschäftsleiter Thomas Hasler.

„Klar ist für uns: Ohne mineralische Rohstoffe ist kein ökologischer und nachhaltiger Wandel möglich. Deshalb muss in diesem Bereich rasch gehandelt werden“, so die Vertreter des Baukollegiums abschließend.

Bezirk: Bozen

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