Von: idr
Mailand/Cortina/Bozen – Ein 44-jähriger Slowake wollte bei den Olympischen Winterspielen in Mailand sein Land anfeuern und landete stattdessen im Gefängnis San Vittore. Der Mann war seit 16 Jahren auf der Flucht vor der italienischen Justiz. Verurteilt wurde er wegen einer Reihe von Straftaten in Südtirol.
Der Eishockey-Fan aus der Nähe von Bratislava hatte sich bereits im Nationalteam-Trikot für das Spiel Slowakei gegen Finnland in der neuen Arena Santa Giulia zurechtgemacht, als ihm die Polizei auf einem Campingplatz am Stadtrand von Mailand die Handschellen anlegte. Sein Fehler: Er hatte sich unter seinem echten Namen in der Unterkunft angemeldet und löste damit automatisch einen Alarm aus.
Der Grund für die Festnahme liegt weit zurück: 2010 war der Slowake von einem Gericht in Bozen wegen einer Serie von Ladendiebstählen zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Statt die Strafe anzutreten, tauchte er unter und kehrte in seine Heimat zurück. Dort lebte er offenbar unbehelligt, bis ihn seine Leidenschaft für Eishockey und die Olympischen Spiele nach Italien zurückführte.
Von der Festnahme völlig überrascht, leistete der 44-Jährige keinen Widerstand. Statt das Olympia-Spiel zu besuchen, wurde er direkt in die berüchtigte Mailänder Haftanstalt San Vittore gebracht, wo er nun fast ein Jahr Reststrafe absitzen muss. Seine Sehnsucht nach einem olympischen Erlebnis wurde ihm damit zum Verhängnis.
Die italienischen Behörden zeigten sich zufrieden mit der Festnahme. Dass der lange gesuchte Mann ausgerechnet während der Olympischen Spiele wieder auftauchte, bezeichneten Ermittler als glücklichen Zufall.




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