Ältere Menschen sind bei Hitze besonders gefährdet

Kinder, Ältere und Erkrankte durch Hitze besonders gefährdet

Mittwoch, 17. Juni 2026 | 12:35 Uhr

Von: apa

Die erste Hitzewelle steht bevor: Für das Wochenende prognostiziert die Geosphere Austria für Teile des Landes mehr als 35 Grad, der Sonntag wird schwül. Das sei der Beginn einer längeren Hitzewelle, die sich über die kommende Woche hinaus erstrecken dürfte, teilte ein Sprecher am Mittwoch der APA mit. Für den Körper kann das anstrengend werden – und für Ältere, Kinder, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen mitunter gefährlich.

Hitze zähle mittlerweile zu den größten klimabedingten Gesundheitsrisiken, informierte die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) in einer Aussendung. In Österreich gab es im Sommer 2024 demnach rund 1.100 hitzebedingte Todesfälle. Analysen würden zudem zeigen, dass die Sterblichkeit während ausgeprägter Hitzeperioden deutlich über dem langjährigen Durchschnitt liegt. Durch den menschengemachten Klimawandel werden Hitzewellen häufiger und intensiver.

Den Körper setzen hohe Temperaturen unter Stress, so die ÖGK. Der Organismus erweitere die Blutgefäße und produziere vermehrt Schweiß, um sich abzukühlen. Dadurch werden Herz und Kreislauf stärker belastet; gleichzeitig steige das Risiko für Flüssigkeitsmangel. Die hohen Temperaturen können Kreislaufprobleme und Schwindel, Dehydrierung, Konzentrationsstörungen und Erschöpfung oder auch Hitzekrämpfe, Hitzeerschöpfung und Hitzschläge zur Folge haben.

“Nachbarschaftshilfe” bei Hitzewellen leisten

Besonders von der Hitze gefährdet sind “die ganz Jungen und die ganz Alten”, fasste Wolfgang Schreiber, Chefarzt vom Roten Kreuz, bereits einmal im Gespräch mit der APA die vulnerablen Gruppen zusammen. Säuglinge und Kinder neigen eher zur Dehydration, also zum Austrocknen, sagte er. Denn im Vergleich zu Erwachsenen haben sie eine größere Körperoberfläche in Relation zu ihrem Körpergewicht. Außerdem sei die junge Haut sehr empfindlich, was die UV-Strahlung betrifft. Es besteht für Kinder in der Sonne also auch ein besonders hohes Risiko für Sonnenstich und -brand. Säuglinge hätten zudem außer zu schreien keine andere Möglichkeit, auf ihre Bedürfnisse aufmerksam zu machen.

Auch betagte Menschen sind besonders vulnerabel. Mit dem Alter verliere der Körper Flüssigkeit. Seniorinnen und Senioren haben weniger Reserven, auf die der Organismus zurückgreifen kann, erklärte Schreiber. Für sie und für Kinder sei es besonders wichtig, ausreichend Wasser zu trinken und direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Generell sollen Menschen gerade während Hitzewellen “Nachbarschaftshilfe” leisten und anderen gegenüber Aufmerksamkeit zeigen.

Tipps bei Hitze

Um die Risiken von hohen Temperaturen zu reduzieren, empfiehlt die ÖGK, ausreichend Wasser zu trinken, direkte Sonneneinstrahlung in den heißesten Stunden zu meiden und körperliche Aktivitäten in die Morgen- oder Abendstunden zu verlegen. Zudem sollte man leichte Mahlzeiten bevorzugen. Warnsignale wie Schwindel, Kopfschmerzen oder starke Erschöpfung seien ernst zu nehmen. Treten Symptome eines Hitzschlags, Kreislaufprobleme oder anhaltender Schwindel auf, sollte rasch medizinischer Rat eingeholt werden.

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