Tourismushochburgen im Visier

Küstenwache beschlagnahmt Fisch – auch in Südtirol

Montag, 23. März 2026 | 07:53 Uhr

Von: mk

Venedig/Bozen/Bergamo – Im Rahmen umfangreicher Kontrollen hat die italienische Küstenwache die Lieferketten des Fischhandels in Norditalien ins Visier genommen. Das Ergebnis der insgesamt 89 Inspektionen: Rund 26 Tonnen Fischereierzeugnisse wurden aufgrund von Verstößen gegen die Kennzeichnungs- und Rückverfolgbarkeitspflichten beschlagnahmt. Insgesamt wurden 13 Verwaltungsstrafen in Höhe von rund 40.000 Euro verhängt.

Die Operation unter der Koordination des Fischereikontrollzentrums (CCAP) der Direktion Venedig erstreckte sich über Venetien, die östliche Lombardei, die Autonomen Provinzen Bozen und Trient sowie über die Provinz Pordenone.

Ein Schwerpunkt der Kontrollen lag auf der Gastronomie in touristischen Hochburgen. In einer Skihütte sowie in zwei Restaurants in Skigebieten zwischen dem Gadertal und Gröden deckten die Inspektoren massive Unregelmäßigkeiten auf.

Den Gästen wurde durch irreführende Angaben in den Speisekarten eine Qualität vorgetäuscht, die nicht der Realität entsprach. Betroffen waren unter anderem hochwertiger Roter Thunfisch, Garnelen, Kabeljau, Tintenfisch und Entenmuscheln. Da jegliche Nachweise zur Herkunft und die obligatorische Kennzeichnung fehlten, wurden rund 160 Kilogramm Fisch beschlagnahmt und vernichtet. Die betroffenen Betriebe wurden mit Bußgeldern in Höhe von 9.000 Euro belegt. Die Aktion in Südtirol wurde vom Südtiroler Sanitätsbetrieb unterstützt.

Den größten Einzelfang machten die Ermittler ausgehend von der Kontrolle eines Ethno-Shops in Bergamo. Die Spur führte zu einem Großhändler in der Provinz Vicenza. In einer tagelangen Inspektion unter extremen Bedingungen – bei Temperaturen von minus 20 Grad in den Tiefkühlzellen – stellten die Beamten enorme Mengen an illegaler Ware fest.

Insgesamt 25,5 Tonnen tiefgekühlter Fisch aus dem Ausland wurden beschlagnahmt. Die Produkte, darunter Makrelen, Kletterfische, Schlangenkopffische, Tilapia, Graskarpfen und Garnelen, waren entweder falsch etikettiert oder wiesen keinerlei Informationen zur gesetzlich vorgeschriebenen Rückverfolgbarkeit auf.

Bezirk: Pustertal, Salten/Schlern

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