Von: mk
Bozen – Auf dem Fahrradweg in der Nähe des Lido in Bozen kam es am Montagnachmittag zu einer brutalen Attacke. Ein Mann im Alter von ungefähr 60 Jahren, der eine Frau und ihren zehnjährigen Sohn beschützen wollte, wurde heftig verprügelt. Ein Unbekannter hatte das E-Bike der Frau entwendet. Als sich der Mann dem Täter in den Weg stellte, ging dieser mit extremer Gewalt auf ihn los.
Wie die Grundschullehrerin gegenüber der Zeitung Alto Adige berichtet, hatte sie das Fahrrad abgesperrt. Doch der Täter hatte das Schloss geknackt, obwohl sie sich mit ihrem Sohn nur wenige Meter in Entfernung befunden hatte.
Die Frau nahm barfuß die Verfolgung auf und bat Passanten lautstark um Hilfe. Der 60-Jährige, der die Schreie vernommen hatte, zögerte nicht lange und stellte sich dem Dieb in den Weg. Doch dann eskalierte die Situation: Der Täter – ein Mann mit Migrationshintergrund – ließ das gestohlene E-Bike fallen und schlug mit aller Gewalt auf den 60-Jährigen ein. „Der Mann war voller Blut, doch er hörte nicht auf, mich zu verteidigen“, berichtet die Frau.
Erst als ein paar Jugendliche, die sich im Lido aufhielten, einschritten, gelang es ihr, das E-Bike wiederzuerlangen. Ihr Sohn, der die Szene mit verfolgt hatte, erlitt eine Panikattacke.
Ein Jugendlicher, der vom Lido aus mit Täter auf Arabisch sprach, hatte es geschafft, den Angreifer zur Vernunft zu bringen. Bevor dieser die Flucht ergriff, suchte er allerdings noch seelenruhig nach einem Schlüsselbund und einem Pantoffel, die er im Handgemenge verloren hatte.
Die Carabinieri trafen zusammen mit Sanitätern am Ort des Geschehens ein und starteten die Ermittlungen. Der Frau war es gelungen, mit dem Handy vom Täter ein Foto zu schießen, das sie den Ordnungshütern zukommen ließ. Offenbar ist der Täter bereits einschlägig vorbestraft.
Der 60-Jährige, der in der Nähe lebt, hatte sich unterdessen zurückgezogen, um seine Wunden zu desinfizieren, und ließ sich anschließend im Spital verarzten, wobei die Ärzte mit einer Heilungsdauer seiner Verletzungen von acht Tagen rechnen.
„Mein Sohn hat immer noch Albträume“, erklärt die Frau laut Alto Adige. Ihr Wunsch sei es, ihren Retter aufzuspüren, sich bei ihm zu bedanken und ihm die Reparatur seines Fahrrads zu bezahlen, das während der Auseinandersetzung beschädigt worden war.




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