Extremisten ausgrenzen – Ein Kommentar

Morddrohungen sind niemals hinnehmbar!

Donnerstag, 27. Mai 2021 | 09:46 Uhr

Trient/Bozen – Weit über das Trentino hinaus lässt die Nachricht aufhorchen, dass dem Trentiner Landeshauptmann Maurizio Fugatti nach Morddrohungen von militanten Tierschützern eine Polizeieskorte zugewiesen werden musste.

Die Nachricht wirft ein dunkles Schlaglicht auf einen im Trentino seit geraumer Zeit schwelenden Konflikt zwischen der von Fugatti geführten Trentiner Landesregierung, die die Anzahl der großen Raubtiere – insbesondere jene der Bären – reduzieren will, und den Tierschützern, die sich für die „Freiheit der Bären“ einsetzen.

Der Vizepräsident der Region, Maurizio Fugatti. Foto: LPA/Franco Grigoletto.

Wie der Fall des „Marlinger Bären“ zeigt, sind die großen Räuber auch bei uns ein heißes Thema. Allerdings hat das gelinde gesagt sehr kontrovers diskutierte Thema bei uns nie wie im Trentino den Siedepunkt erreicht. Bei unserem südlichen Nachbar, der vor Jahren als „neue Bärenheimat“ auserkoren worden ist, wird der angeblichen „Raubtierplage“ mit immer härteren Maßnahmen – zu denen auch die dauernde Gefangenschaft gehört – begegnet. Diese teilweise drastische Herangehensweise ruft wiederum viele Tierschützer auf den Plan. Leider gibt es unter Letzteren besonders militante Extremisten, die den „Kampf um die Trentiner Bären“ für ihr eigenes politisches Süppchen nutzen wollen und dabei auch vor Morddrohungen nicht zurückschrecken.

APA/APA (Symbolbild/VIER PFOTEN)

Ganz gleich aber wie man es mit den Großraubtieren hält – bei aller Leidenschaft für die eigene Sache darf aber nie eine rote Linie überschritten werden. Wer den politischen oder weltanschaulichen Gegner mit dem Tod droht, verlässt das demokratische Spiel des Ringens um Ansichten, Meinungen und Stimmen und gleitet in einen Abgrund hinab, in dem nur die Angst und das Faustrecht zählen.

Südtirol hat es da leichter. Derzeit genügt es, über einen Sender den Bären im Blick zu behalten. Wegen einiger Ziegen und Schafe darf und soll auch kein Bär in die Gefangenschaft überführt werden. Sollte sich aber der „Marlinger Bär“ zu einem Problembären entwickeln oder gar dem Menschen gefährlich werden, ermöglicht der Sender es den Experten, den Bären zeitnah ausfindig machen und aus dem Verkehr ziehen zu können. Der niederschwellige Ansatz, der mehrere Handlungsoptionen offen hält, könnte sich als der richtige erweisen.

lpa

Die Vorgänge im Trentino sollten uns aber allen eine Warnung sein. Auch wenn die Diskussion um Bären und Wölfe noch so heiß geführt wird, sind alle Kontrahenten doch dazu aufgerufen, immer Ruhe zu bewahren und Extremisten, die Gegnern mit Handlungen gegen Leib und Leben drohen, auszugrenzen. Das Land wird es in Zukunft noch schwer genug haben, die gerechtfertigten Interessen der Bauern mit den hehren Idealen der Tierschützer immer genau abzuwägen.

Fanatiker sind dabei mehr als nur hinderlich und Morddrohungen sind niemals hinnehmbar!

Von: ka

Bezirk: Bozen

Kommentare

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9 Kommentare auf "Morddrohungen sind niemals hinnehmbar!"


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wellen
wellen
Universalgelehrter
16 Tage 6 h

Bären in enge Gefängnisse zu stecken und meinen damit ein Problem zu lösen, zeugt wohl nicht von Weitblick.

enkedu
enkedu
Kinig
14 Tage 9 h

Sie unkontrolliert vermehren zu wollen aber auch nicht.

Offline
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Universalgelehrter
16 Tage 5 h

Wer unter dem “Deckmantel” des Tierschutzes Jemanden mit dem Tode bedroht, ist kein “Rechtsschützer”, sondern ein “Rechtsbrecher”…….

Kingu
Kingu
Tratscher
13 Tage 9 h

@Offline Diese Leute und ihre Bewunderer sind an sich Verbrecher und Terroristen, eine Gutheißung einer terroristischen Straftat ist bereits eine und auch seine politischen Ziele mit Morddrohungen oder Gewalt ausdrücken ist Terrorismus in reinster Form. Selbe Geisteskinder haben in Grünheide 6 Brandsätze bei der Teslafabrik gezündet, solche Leute sollte man wie in Amerika, für Terrorismus ins Gefängnis lebenslang werfen. Es gibt keinen Platz für ideologisierte Fanatiker und Extremisten in der Gesellschaft.

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Universalgelehrter
12 Tage 7 h
@Kingu..ok, Brandsätze zu werfen ist eine Straftat und gehört bestraft. Ansonsten ist das Verhalten von Tesla in der brandenburgischen Grünheide nicht gerade ein Musterbeispiel für Gesetzestreue. Denn nur mit NACHTRÄGLICHER !! Genehmigung und der massiven “Unterstützung” der brandenburgischen Landesfürsten wurden diverse Gesetzesbrüche “legalisiert”. Der Bau der Megafabrik im Wasserschutzgebiet, die zudem auf ungeeignetem und sandigen Untergrund entsteht konnte nur mit Hilfe von 860 !! Betonstelen, die bis tief in die Grundwasser führenden Schichten reichen, überhaupt realisiert werden. Bei Baubeginn lag keine endgültige Baugenehmigung vor. Wurde ebenso wie die BEFREIUNG 😡😡 von den wasserrechtlichen Schutzvorschriften, Schritt für Schritt “nachgereicht” 😡. Eine… Weiterlesen »
Stefa
Stefa
Grünschnabel
16 Tage 21 h

Ja so sehe ich das auch! 👍🏼

Staenkerer
16 Tage 9 h

Tiere hoben keine Stimme um sich zu verteidigen, drum verleihen, leider nur zu oft, Fanatiker ihnen ihre Stimme!
ober a auf der anderen Seite gibt es zu viele Fanatiker die die Tiere als feindeliche objekte betrochten nit als lebewesen de nit wissen dass sie stören und nie wissentlich stören sondern aus überlebenswillen!

de de morddrohungen aussprechen zählen sicher nit zu den tierschützern, den tiere morden nicht sie töten um zu überleben!

Tanne
Tanne
Universalgelehrter
15 Tage 13 h

Dass es soweit kommt, dass Gegner und Befürworter massiv bedroht werden ist ein grosser Verdienst der Medien. Es ist meine Meinung, dass die Presse die Menschen aufstachelt, sie animiert zu Äußerungen die unter die Gürtellinie gehen. Es wäre ihre Pflicht Objektiv, Sachlich, und so zu Berichten wie es Wirklich ist. Morddrohungen, oder wie mir gedroht wird, dass mein Haus mal brennen könnte ist bestimmt nicht zu Tolerieren, und auch nicht die Lösung eines Pro und Contras, und schon gar des eigentlichen Problems.

Kingu
Kingu
Tratscher
13 Tage 7 h

Eigene Ideale oder politische Ziele mit Gewalt, Drohungen und Einschüchterungen zu erzielen, nennt man Terrorismus.

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