Glaube als Zeichen der Zuversicht

Muser: “Mitten im Krieg an den Frieden glauben”

Sonntag, 05. April 2026 | 15:25 Uhr

Von: fra

Bozen – Beim Ostergottesdienst im Bozner Dom hat Bischof Ivo Muser die zentrale Botschaft des Osterfestes mit der aktuellen weltpolitischen Lage verknüpft. Gerade “mitten im Krieg an den Frieden zu glauben” und “mitten im Tod das Leben zu feiern”, sei der Kern von Ostern.

Die Feier wurde in deutscher, ladinischer und italienischer Sprache abgehalten. Ostern sei das wichtigste Fest des christlichen Glaubens und stehe für die Hoffnung, dass Leben und Liebe stärker seien als Tod und Gewalt.

Einen besonderen Schwerpunkt legte der Bischof auf einen persönlichen Brief eines Franziskaners aus Jerusalem, eines früheren Studienkollegen. Darin werde die angespannte Lage im Heiligen Land geschildert: Die Menschen seien erschöpft und hätten kaum noch Perspektiven. Selbst dort falle es schwer, an Frieden zu glauben und Hoffnung zu bewahren. Diese Worte hätten ihn tief bewegt, so Muser.

Diözese BZ-BX

Mit Blick auf die weltpolitische Situation warnte der Bischof vor einer zunehmenden “Logik der Gewalt”. Diplomatie und Kompromissbereitschaft würden oft als Schwäche ausgelegt. Dem stellte er die christliche Botschaft entgegen: Es gebe keine größere Kraft als die selbstlose Liebe. Jesus habe keinen Weg der Gewalt gewählt, sondern auf Vertrauen und Glauben gesetzt.

Zugleich betonte Muser, dass Frieden nicht nur auf politischer Ebene entstehe, sondern im Alltag jedes Einzelnen beginne – in Gedanken, Worten und im Umgang miteinander.

Abschließend unterstrich der Bischof die bleibende Perspektive der Osterbotschaft: Auch wenn Leid und Konflikte weiterhin Realität seien, hätten sie nicht das letzte Wort. Frieden und Menschlichkeit hätten Zukunft.

Bezirk: Bozen

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