Fünf Tourenskifahrer vor Gericht

Mutter und Tochter von Lawine getötet: Anklage auch gegen Vater

Mittwoch, 02. Juni 2021 | 10:30 Uhr

St. Valentin auf der Haide – Fünf Tourenskifahrer stehen vor Gericht wegen des Unglücks, das sich am 3. Jänner vor drei Jahren in der Gegend von St. Valentin auf der Haide im Vinschgau ereignet hat. Damals kamen die 45-jährige Urlauberin Petra Theurer aus Deutschland und ihre elfjährige Tochter Mia ums Leben, nachdem sie von einer Lawine verschüttet worden waren.

Wie die Tageszeitung Alto Adige berichtet, wurde bei der Untersuchung festgestellt, dass nicht nur das Schicksal im Spiel war. Die 45-Jährige wurde mit breit ausgetreckten Armen, die sie um ihre Tochter gelegt hatte, aus dem Schnee gegraben – offenbar ein verzweifelter Versuch, ihr Kind vor der Naturgewalt zu schützen.

Während die Frau bei der Bergung noch geatmet hat, war die Elfjährige allerdings bereits tot. Die Mutter verstarb kurze Zeit später im Krankenhaus von Schlanders.

Richterin Carla Scheidle hat am Dienstag der Einleitung des Hauptverfahrens gegen die fünf Tourenskifahrer stattgegeben – darunter auch gegen den Ehemann der 45-Jährigen, der auch der Vater des Mädchens ist.

Laut Anklage hat die Gruppe die Piste verlassen und die Lawine selbst ausgelöst. Im Rahmen der Untersuchung hat ein Gutachter aus der Schweiz festgestellt, dass am Tag des Unglücks beachtliche Lawinengefahr herrschte. Der Lawinenwarndienst des Landes habe auch klar darauf hingewiesen.

Die Skitourenfahrer hätten allerdings beschlossen, einen steilen Hang mit einer Steigung im 40-Grad-Winkel hinunter zu fahren. Heftige Schneefälle am Tag des Unglücks hätten die Gefahr zusätzlich verschärft.

Die Skitourenfahrer müssen sich nun wegen zweifacher fahrlässiger Tötung und Verursachung einer Lawine vor Gericht verantworten.

Von: mk

Bezirk: Vinschgau

Kommentare

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5 Kommentare auf "Mutter und Tochter von Lawine getötet: Anklage auch gegen Vater"


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Sextenersonnenuhr
Sextenersonnenuhr
Grünschnabel
11 Tage 6 h

Also ganz ehrlich, für Kind tut es mir leid, die Mutter ist in meinen Augen selber schuld an Ihrem Unglück und hoffentlich werden die 5 dementsprechend bestraft. Wer sich an Warnungen nicht hält und dadurch andere in Gefahr bringt oder es wie in diesem Fall zum Tod kommt kann nicht mit Freispruch rechnen.

mithirnundherz1
mithirnundherz1
Grünschnabel
10 Tage 21 h

do gib i do vollkommen recht kindswohl geferdung mit todesfolge kert a dizui weil in denn olto sanse schutzbefolne..

vitus
vitus
Tratscher
11 Tage 4 h

Vater/Ehemann ist schon genug bestraft, mit dem Gedanken leben zu müssen, Mitschuld am Tod seiner Liebsten zu sein!

Paula
Paula
Tratscher
11 Tage 6 h

Ist der Vater nicht schon genug gestraft?

schwarzes Schaf
schwarzes Schaf
Superredner
11 Tage 4 h

Auch wenn die Retter freiwillig sind dann soll der Verin wie Bergrettung das Geld bekommen womit sie die Freiwillugen gut ausrüsten können. Da ja auch teils die Lawinenhunde mit dem eigenen Geld bezahlt werden

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