Lehren aus Katastrophe ziehen – ein Kommentar

Nach der todbringenden Flut

Donnerstag, 22. Juli 2021 | 09:45 Uhr

Bozen – Der Dauerblick auf die Covid-19-Notlage lässt mitunter vergessen, dass die Natur manchmal auch noch andere böse Überraschungen bereithält. Diese bittere Erfahrung mussten letzte Woche die Menschen in manchen Teilen Deutschlands und Belgiens machen. Nach sintflutartigen Regenfällen zerstörten meterhohe Flutwellen ganze Dörfer und Kleinstädte und rissen fast 200 Menschen mit in den Tod.

APA/APA/dpa/Thomas Frey

Angesichts des Ausmaßes der Zerstörung und des Leids fragen sich sowohl Fachexperten als auch die Bevölkerung, ob durch geeignete Maßnahmen die Katastrophe zumindest in dieser Größe hätte verhindert werden können. Der Verweis auf die zunehmende Erderwärmung und das Drängen auf stärkeren Klimaschutz ist gut und recht, aber es ist auch eine Binsenweisheit, dass alle Anstrengungen in diese Richtung bestenfalls erst nach vielen Jahren Früchte tragen werden. Vielmehr weist die hohe Anzahl von Todesopfern darauf hin, dass die Warnungen des Wetterdienstes und des Zivilschutzes aus verschiedenen Gründen nicht zu allen Betroffenen durchgedrungen sind.

APA/APA/dpa/Philipp von Ditfurth

Dank der hohen Alpen ist Südtirol verschont geblieben. Vollkommen zu Recht ist unser Land stolz auf sein tadelloses Netzwerk aus Zivilschutz und Feuerwehren, das sich nicht zuletzt auf Hunderte von Freiwilligen stützt. Verschiedene Einsätze nach ergiebigen Schnee- und Regenfällen haben auch bewiesen, dass in Südtirol das Zusammenspiel zwischen Wetterdienst, Zivilschutz, Feuerwehren und Rettungskräften ausgezeichnet funktioniert.

APA/APA/dpa/David Inderlied

Würde dies aber auch im Falle einer „Wasserbombe“, wie sie über die Katastrophengebiete in Deutschland niedergegangen ist, so sein? Auch hierzulande werden alle Szenarien durchgespielt und nach neuen Möglichkeiten, wie auch in der Nacht alle betroffenen Bürger mit Warnungen erreicht und rechtzeitig evakuiert werden können, gesucht werden müssen.

Südtirol ist sehr gut aufgestellt. Dies sollte uns aber nicht daran hindern, Lehren aus der Katastrophe zu ziehen, immer wieder an unserem Zivilschutznetzwerk zu feilen und falls nötig hie und dort Verbesserungen einzuführen. Vor allem sollten wir aber hoffen und beten, dass uns das Schicksal eine Flutkatastrophe dieses Ausmaßes ersparen möge.

Von: ka

Bezirk: Bozen

Kommentare

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14 Kommentare auf "Nach der todbringenden Flut"


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Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
12 Tage 23 h
Hallo @ka(Kommentator) das “dumme” Südtirol ist Europameister im Ehrenamt. Ehrenamt wird aber gern mit Füssen getreten in Südtirol wenn Feuerwehrler und Co. gerade nicht wegen Schnee oder Flut gebraucht werden. Dann sind es nur noch “Saufvereine” und man nimmt ihnen ihre Dorffeste um die Kassen aufzufüllen. Diese Verbotssense kommt aus Rom und in 2021 getraut sich deswegen niemand mehr etwas zu organisieren, ein gelangweilter Hochrangiger in Rom vernichtet mit einem Federstrich monatelange vorbereitende Arbeit, so gesehen schon bei der Wintersaison. Südtirol ist “wegen der hohen Alpen verschont geblieben”? Das ist doch nicht wirklich ernst gemeint, oder? Aber jedem steht es… Weiterlesen »
Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
12 Tage 20 h

Andreas, wie man von der Katastrophe in D zu einem tatsächlichen oder vermeintlichen ST-Vereins-Bashing kommt, ist rätselhaft.
“Flachland” Bergisches Land mit 200 ml/qm in 2 Tagen bei gesättigten Böden und randvollen Talsperren ? Da spricht Jemand, der noch nie in der Gegend war.

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
12 Tage 18 h
Hallo @Hustinettenbaer, mein Betirag war das Taschentuch für die Krokodilstränen des Kommentators @ka. Diesem “oh Gott.Klimawandel”-Geschwätz als neues Hobby von @ka neben “Impffpflicht” und “Autonomie ist dumm” gehört entgegengetreten,Südtirol wurde nicht “dank der hohen Alpen” verschont. Zu D: Das war einfach Komplettversagen, wenn die aktuelle Coronaschutzverodnung allein von Nordrhein-Westfalen mittlerweile 160 bedruckte Din A4-Seiten umfasst aber dafür einfachste Sachen wie Sirenen nicht mehr funktionieren und der öffentliche-rechtliche Rundfunk lieber eine “Popnacht” sendet während im Sendegebiet Menschen ersaufen läuft was schief. Die Warnungen für die Regionen waren “höchste Warnstufe” (lila) aber diese Stufe lila wurde inflationär missbraucht und hat man ernst… Weiterlesen »
OrtlerNord
OrtlerNord
Grünschnabel
8 Tage 19 h

@Andreas1234567
Im Dampfplaudern kannst du dich nur selber schlagen.
Wenn 300Liter Wasser auf den m^2 Boden fällt in 48 Stunden gibt es Murrenabgänge in noch nie dagewesenen Ausmaß. Da nützen auch alle Verbauungen nichts.
Die haben leider die Erfahrung machen müssen was Wasser für eine Gewalt haben kann. Aber ein solches Ereignis gab es dort noch nie, also auch nicht vorhersehbar. Ausser einem Klugscheißer.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
8 Tage 18 h

Was ich vor x Jahren in einem abgesoffenen Souterrain-Appartement erlebte, lässt mich ansatzweise die aktuelle Katastrophe begreifen. Man schläft, es rauscht. Schlaftrunken aus dem Bett. Nass. Verstand sagt, Sch….Strom. O.k., kein Stromschlag, ich lebe. Retten, was zu retten ist…

Pacha
Pacha
Superredner
12 Tage 10 h

An unserem Zivilschutz gibt es nichts mehr zu feilen, denn er funktioniert bestens! Ein jeder “dumme” Bauer weiß, daß wenn man die Sense zu viel schleift, sie wieder stumpf wird, aber bitte. Wir müssen dringend an unseren Gefahrenzonenpläne arbeiten und Schutzmaßnahmen vornehmen, denn es wurde zu viel da gebaut, wo man nicht bauen solle und das ist nicht nur bei uns so.
Gruß an den Kommentator “ka” von einem Dummen

Offline
Offline
Kinig
11 Tage 8 h

Ein Blick in die heimische “Nachbarschaft” müsste Ihnen verdeutlichen, dass es vom “hohen Ross” herunter oftmals ein sehr kurzer Weg sein kann….

Pacha
Pacha
Superredner
10 Tage 5 h

@Offline……ich weis von was ich spreche, sitze selber in einer Zivilschutzkommision und das unentgeltlich.

info
info
Superredner
12 Tage 6 h

“Vor allem sollten wir hoffen und beten…”
Super, da sind garantiert wirksame Maßnahmen.
Und ein paar Statuen des Hl. Nepomuk würde ich auch aufstellen, das hilft immer!

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
12 Tage 2 h
Hallo @info, der heilige Nepomuk hilft nur gegen die Gefahren des Wassers. Für einen umfassenden Schutz empfehle ich die Anrufung der heiligen Barbara gegen Gewitter. Der heilige Christophers rettet insbesondere diejenigen welche mobil unterwegs sind, bei psychischen Problem soll der heilige Dionysius helfen, wenn es deinem Vieh schlecht ergeht gehört der heilige Blasius angerufen. Insgesamt weiss man von 14 heiligen Nothelfern, ich mach mir den Spass und glaube daran einfach nur um die entgeisterten Gesichter der Siebengescheiten zu sehen. Wenn ich also den Schützlingen des heiligen Vitus (Bierbrauer) die Kasse fülle bekommt der Nothelfer gegen Kopfschmerzen, der heilige Dionysius am… Weiterlesen »
Staenkerer
11 Tage 22 h
Gott zur ehr dem, nächsten zur Wehr! den sotz liest man in jeden kloan weiler auf an gebäude des oll des beherbergt des von insre freiwilligen zum jederzeitigen, schnellstmöglichsten ausruckn gebraucht werd! es werd genauso in ihrer freizeit gepfleg, instond – und saubergholten! es sein unzählige freizeitstunden de do hergenummen wern und de stunden und der einsotz isch es der sehr viel leid und schadne von lond und insre leit obholten! den frauen und männer werd viel zuwienig ehre erwiesen! jo, Gott zur ehr, dem nächsten zur Wehr! der sotz müßte lauten: Gott und all unseren Freiwilligen zur höchsten ehr!… Weiterlesen »
Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
11 Tage 20 h

Ja hoi @Staenkerer,

manchmal “haust du einen raus” wie man in unserer Region sagt.
Es ist wie du sagst.

Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr ist halt das Motto aller Feuerwehrler..

Und es gilt das Vierfach-Logo von “retten-bergen-löschen-schützen”

Dir und deiner Grossfamilie ein schönes Wochenende so Gott will

Gruss aus D

Jaga1456
Jaga1456
Neuling
12 Tage 19 h

Auch südtirol verzeichnet immer mehr ernteausfälle.. klimaschutz ist jetzt, denn wenn es nicht jetzt ist, wird es niemals mehr sein. Alle andere themen sind komplett unwichtig

eisern
eisern
Tratscher
10 Tage 46 Min

Es war einfach extrem viel Regen. Der Fluss bei uns ist in kürzester Zeit einen Meter höher als je zuvor gewesen. Der Strom wurde abgestellt und alle gut auf Hochwasser vorbereiteten sind die Keller vollständig abgesoffen. Viele Menschen hatten Angst vor Plünderungen und kamen deshalb in Lebensgefahr. Die Sirenen gingen bei uns nachts um Eins.Die Feuerwehr und die Bauern haben übermenschliche geleistet und trotzdem kann man sich nicht gegen diese Wassermassen schützen. Dann müsste man alle Städte und Dörfer 5 Meter höher legen, unrealistisch.

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