Von: luk
Bozen – In den beiden Wohnblöcken in der Mailandstraße 149 und der Alessandriastraße 50 in Bozen sind die Folgen des Großbrandes vom 11. auf den 12. Mai weiterhin deutlich sichtbar. Verkohlte Mauern, Brandgeruch und ein Haufen ausgebrannter Fahrzeuge prägen noch immer das Bild rund um die Wohnanlage.
Das Fahrraddepot, in dem das Feuer ausgebrochen war, wurde inzwischen geräumt und abgestützt, um mögliche Einsturzgefahr zu verhindern. Zwei Wohnungen im ersten Stock bleiben allerdings weiterhin unbewohnbar. Die betroffenen Bewohner sind vorerst auf Notunterkünfte angewiesen.
Auch Tage nach dem Brand laufen die Aufräumarbeiten weiter. Mehrere zerstörte Mopeds wurden bereits entsorgt. Zahlreiche Fahrräder – darunter auch E-Bikes – warten noch darauf, von ihren Besitzern abgeholt oder verschrottet zu werden.
Für zusätzliche Verunsicherung sorgte laut der Zeitung Alto Adige am Dienstag ein Baustellenschild an einem Gerüst an der Mailandstraße. Darauf war zu lesen: „Achtung. Asbestsanierungsarbeiten im Gange.“ Das weckte bei vielen Bewohnern Sorgen über möglichen Asbest in den Gebäuden aus den 1970er-Jahren.

Das Wohnbauinstitut Wobi erklärte auf Anfrage jedoch, keine genauen Informationen über die Arbeiten zu haben. Die Gebäude seien teils Kondominiumsbauten mit privaten Eigentümern, weshalb Maßnahmen vom Kondominiumsverwalter organisiert würden. Dieser sprach lediglich von Arbeiten am Dach oder innerhalb einer Wohnung. Offizielle Angaben zur tatsächlichen Asbestbelastung gibt es derzeit nicht.
Unterdessen informierte das Wobi die Bewohner über eine weitere Konsequenz des Brandes: In den beiden betroffenen Gebäuden werden die Gasanschlüsse aus Sicherheitsgründen nicht mehr aktiviert. Betroffene Mieter müssen ihre Gasverträge kündigen und auf elektrisch betriebene Kochfelder umsteigen.
Nicht alle Bewohner zeigen dafür Verständnis. Einige kritisieren, dass die Entscheidung ohne Rücksprache getroffen worden sei. Vom Wobi heißt es hingegen, der Austausch von Gas- gegen Elektroherde sei mittlerweile Standard bei Sanierungen und diene dem vorbeugenden Brandschutz.




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