US-Präsident spricht von "ernsthaften Verhandlungen" mit Teheran

Trump: Angriff auf Iran nach positiven Gesprächen verschoben

Dienstag, 19. Mai 2026 | 15:16 Uhr

Von: APA/AFP/dpa

Die US-Armee hat nach den Worten von US-Präsident Donald Trump einen ursprünglich für Dienstag geplanten Angriff auf den Iran “wegen sehr positiver Entwicklungen” in den Verhandlungen verschoben. Verbündete im Nahen Osten hätten ihm gesagt, sie seien “sehr nah dran, eine Einigung zu erzielen”, sagte Trump am Montag bei einer Veranstaltung im Weißen Haus. Teheran drohte den USA unterdessen im Falle einer Wiederaufnahme der Angriffe mit der Eröffnung “neuer Fronten”.

Trump erklärte im Weißen Haus, er habe Verteidigungsminister Pete Hegseth und Generalstabschef Daniel Caine wegen der gut verlaufenden Verhandlungen angewiesen, den angeblich geplanten Angriff zu unterlassen. Die Streitkräfte sollten sich jedoch bereithalten, “jederzeit einen umfassenden, groß angelegten Angriff auf den Iran auszuführen, falls keine akzeptable Einigung zustande kommt”.

Trump: “Ernsthafte Verhandlungen” mit Teheran

In seinem Onlinedienst Truth Social hatte Trump kurz zuvor erklärt, die Golfstaaten Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate hätten ihn darum gebeten, den US-Angriff aufzuschieben. Es fänden nun “ernsthafte Verhandlungen” mit Teheran statt.

Mehrere Vertreter der von Trump aufgeführten Golfstaaten erklärten dem “Wall Street Journal” zufolge, ihnen sei der vom US-Präsidenten erwähnte angebliche Plan für einen Angriff auf den Iran nicht bekannt. Trump, der laut Berichten für Dienstag ein Treffen mit seinen Sicherheitsberatern geplant hatte, habe dazu tendiert, einen Angriff anzuordnen, zitierte das “Wall Street Journal” einen US-Beamten. Seinen neuen Post setzte Trump ab, nachdem die Bemühungen um ein Abkommen zur Beendigung des Krieges ins Stocken geraten waren.

Katar setzt auf diplomatische Lösung

Das katarische Außenministerium erklärte unterdessen am Dienstag, weiter auf die Verhandlungen unter Vermittlung Pakistans zu setzen. Diese benötigten aber noch mehr Zeit, fügte der Sprecher des katarischen Außenministeriums, Majid al-Ansari, bei einer Pressekonferenz hinzu. “Wir wollen die Menschen in der Region davor schützen, die Hauptverlierer einer Eskalation zu sein”. Zu Trumps Äußerungen wollte er nicht direkt Stellung nehmen.

Katar unterstütze gemeinsam mit anderen Ländern die Vermittlungsbemühungen Pakistans sowie die bestehende Waffenruhe und setze auf diplomatische Lösungen. Bei einer weiteren Eskalation seien die Bevölkerungen die Hauptleidtragenden.

Die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormuz ist “unser Recht”, so al-Ansari. Die für den Welt- und Ölhandel wichtige Meerenge ist durch den Iran-Krieg weitestgehend zum Erliegen gekommen. Katar dränge weiter darauf, die Meerenge “offen zu halten und den Status quo dort nicht durch Maßnahmen zu verändern, die gegen internationales Recht verstoßen”, sagte al-Ansari weiter.

Iran droht mit “neuen Fronten”

Teheran reagierte nach eigenen Angaben über den Vermittler Pakistan auf den jüngsten US-Vorstoß mit eigenen neuen Vorschlägen, wie Außenamtssprecher Ismail Baghai Reportern sagte. Nach Informationen des “Wall Street Journal” bot Teheran eine schrittweise Öffnung der für den globalen Öl- und Gashandel wichtigen Straße von Hormuz an. Zugleich seien aber kritische Fragen zum Streitthema des iranischen Atomprogramms offen geblieben.

Nach Angaben Baghais hatten die USA zuvor Antworten auf Irans vorangegangenen Vorschlag übermittelt. Trump hatte diesen öffentlich als “dämlichen Vorschlag” abgetan. Laut der iranischen Nachrichtenagentur FARS sollen die USA zuletzt wieder klargemacht haben, die Kampfhandlungen nur dann langfristig einzustellen, wenn es bestimmte Verhandlungsergebnisse gibt. Für den Iran ist ein Ende der Kampfhandlungen – insbesondere auch der Offensive Israels im Libanon – jedoch eine Vorbedingung für weitere Verhandlungen.

Teheran drohte den USA im Falle einer Wiederaufnahme der Angriffe mit der Eröffnung “neuer Fronten”. “Wenn der Feind dumm genug ist, (…) neue Aggressionen gegen unseren geliebten Iran zu starten, werden wir mit neuer Ausrüstung und neuen Methoden neue Fronten gegen ihn eröffnen”, sagte Militärsprecher Mohammed Akraminia am Dienstag laut der iranischen Nachrichtenagentur ISNA.

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