Südtiroler Sanitätsbetrieb vor Kassation gescheitert

Nach jahrelangem Rechtsstreit: Boznerin erhält über 500.000 Euro Schadenersatz

Freitag, 03. Juli 2026 | 17:26 Uhr

Von: luk

Bozen – Eine 76-jährige Frau aus Bozen erhält nach einem mutmaßlichen Behandlungsfehler Schadenersatz in Höhe von mehr als 500.000 Euro. Der Fall ist nun mit einem Urteil des Kassationsgerichtshofes rechtskräftig abgeschlossen. Das höchste italienische Gericht bestätigte die Entscheidungen der Vorinstanzen.

Die Frau war zwischen 2010 und 2019 mehrfach an der Wirbelsäule im Krankenhaus Bozen operiert worden. Laut den im Verfahren eingeholten medizinischen Gutachten hätten bereits 2012 deutliche Anzeichen einer bakteriellen Infektion bestanden. Diese sei jedoch erst zwei Jahre später während einer weiteren Operation festgestellt worden. Zu diesem Zeitpunkt habe die Patientin bereits schwere bleibende Schäden erlitten und könne heute nur noch mit Krücken oder einem Rollator gehen. Die eigentliche Infektion konnte schließlich mit Antibiotika in den Griff bekommen werden.

Nach Einschätzung der gerichtlichen Sachverständigen trug die verspätete Diagnose entscheidend zur Verschlechterung des Gesundheitszustands bei und stelle einen schwerwiegenden medizinischen Fehler dar.

Der Südtiroler Sanitätsbetrieb und dessen Versicherung hatten gegen die Urteile der ersten und zweiten Instanz Berufung eingelegt, scheiterten damit jedoch vor dem Kassationsgericht. Die Frau erhält damit den zugesprochenen Schadenersatz in voller Höhe, berichtet die Nachrichtenagentur Ansa.

Bezirk: Bozen

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