Protestaktion vor Gerichtsgebäude

Nach Mordversuch: Täter frei – dreifache Mutter lebt versteckt

Donnerstag, 25. März 2021 | 10:29 Uhr

Bozen – Vor dem Bozner Landesgericht wird am Donnerstagnachmittag um 14.45 Uhr eine Demonstration gegen Gewalt an Frauen stattfinden. Der Anlass ist die Fortführung eines Prozesses gegen einen 41-jährigen Mann, der vor zwei Jahren in Bozen versucht hat, seine Frau auf offener Straße mit zehn Messerstichen zu töten.

Die Frau hat die Attacke glücklicherweise überlebt, muss seitdem mit ihren drei Kindern aber an einem geheimen Ort leben. Der Täter befindet sich derzeit auf freiem Fuß. Auch gegen diesen Umstand richtet sich der heutige Protest vor dem Gerichtsgebäude.

“Wir verlangen, dass ein greifbares Zeichen gegen männliche Gewalt an Frauen gesetzt wird, für M.C. und alle anderen Frauen, die von Gewalt betroffenen sind”, so der Verein GEA “Gegen Gewalt an Frauen”. Und weiter: “Zwei Jahre nach dem versuchten Mord soll nun endlich und ohne weitere Aufschiebung ein Urteil gefällt werden. Es ist an der Zeit, dass der verdrehten Welt in der das Opfer abgeschieden und versteckt leben muss, der Täter hingegen seine Freiheit genießt, ein Ende gesetzt wird. Der Angeklagte lebt frei, ohne jegliche Aufenthalts- oder Unterschriftspflicht, ohne elektronische Kontrolle. Auch für viele andere Frauen, die den Mut aufgebracht haben, ihren Peiniger anzuzeigen, ist all das leider traurige Realität.”

Die Verteidigung des Täters wollte aufgrund der Demonstration die Verhandlung verlegen lassen. Die Richter kamen aber zu dem Schluss, dass die Proteste keinen Einfluss auf die Entscheidungsfindung des Gerichts haben.

Der Hintergrund im Detail

Am 1. März 2019 wurde eine junge Frau, Mutter von drei Töchtern, am helllichten Tag in Bozen vor den Augen ihrer jüngsten Tochter mit Messerstichen in den Hals, ins Gesicht und in den Unterleib attackiert.

Die Frau hatte ihren Mann bereits wegen häuslicher Gewalt angezeigt und um Schutz gebeten. Diesen fand sie in einer geschützten Einrichtung. Bereits einen Monat vor dem Angriff hatte sie mit ihren Töchtern Zuflucht in einem Frauenhaus mit geheimer Adresse gefunden.

Als Folge des Angriffs befand sich die Mutter lange Zeit zwischen Leben und Tod, ihr Körper drohte zu kollabieren. Nach einem langen Krankenhausaufenthalt war sie bis zum Sommer 2019 in einer Reha-Einrichtung. Erst ab diesem Zeitpunkt wurde sie wieder mit ihren drei Töchtern vereint und lebt seitdem an einem geschützten Ort.

Ihr Ehemann, der kurz nach der Tat verhaftet und wegen des versuchten Mordes angeklagt wurde, wurde am 17.09.2019, also sechs Monate nach der Tat, aus der Haft entlassen. Er hatte zunächst eine Aufenthaltspflicht, ist nun aber auf freiem Fuß, da die Fristen der Vorbeugemaßnahmen abgelaufen sind.

Bis heute lebt die Mutter mit ihren Töchtern versteckt an einem geschützten Ort. Der Ex-Ehemann ist frei.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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16 Kommentare auf "Nach Mordversuch: Täter frei – dreifache Mutter lebt versteckt"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
gafnsana
gafnsana
Tratscher
19 Tage 5 h

Wie kann sowas möglich sein?

sophie
sophie
Universalgelehrter
19 Tage 3 h

Italiens Gerichte sind auf slow eingestellt, Zeit ist Geld, um so länger dass eine Angelegenheit dauert, umso mehr 💶💶 braucht es

Faktenchecker
19 Tage 2 h

Ich finde das gut. Hektik schadet nur.

https://www.slowfood.com/

info
info
Tratscher
19 Tage 2 h

@Faktenchecker
Gerade einfach nur unangebracht.

rastan
rastan
Neuling
19 Tage 3 h

Ich kann es nicht fassen…mit was für einer Begründung kann der jetzt frei rumrennen?? Ich wünsche der Frau und den Töchtern alles gute es ist sicher nicht leicht für sie versteckt leben müssen..

Queen
Queen
Superredner
19 Tage 2 h

Ich wünsche mir aber eher, dass er sich verstecken muss! Was soll das!!? Leben wir in einem Rechtstaat, oder sind das noch die Gesetze des Mittelalters!?

blablabla
blablabla
Grünschnabel
19 Tage 4 h

In was für einer verdrehten Welt leben wir…..

kleinerMann
kleinerMann
Universalgelehrter
19 Tage 5 h

Spinn I . .wie ist so was möglich ?

Offline
Offline
Universalgelehrter
19 Tage 2 h

Der Täter auf freiem Fuß, die Mutter mit ihren drei Kindern zu ihrem Schutz ihrem gewohnten sozialem Umfeld entrissen. Sie leben jetzt, mutmaßlich immer noch in Angst, an einem geheimen Ort. Das bedeutet konkret nicht nur versteckt, sondern auch ohne die Möglichkeit, mit Familie und/oder Freunden Kontakt aufnehmen zu können, geschweige denn, Jemanden Vertrauten zu treffen. Und das nur, weil sich der Täter weiterhin seiner Freiheit erfreuen darf. Das nenne ich mal eine tolle Rechtsauslegung. Wer genau sind jetzt nochmal die Opfer ??

NaSellSchunSell
19 Tage 3 h

Da kommt mir die Galle hoch, wenn ich so was lese!

iwoasolls
iwoasolls
Superredner
19 Tage 4 h

des konns niama sein! wunder is kuans…..

Brummbaer
Brummbaer
Grünschnabel
19 Tage 31 Min

Das ist wieder mal ein typischer Fall, wo unsere Gesetze bzw. Gerichtsbarkeit den Täter mehr schützen als die Opfer! Darf so etwas in einem “Rechtsstaat” passieren, dass Frauen sich vor ihrem gewalttätigen Mann oder Expartner verstecken müssen, weil sie befürchten müssen, bei nächster Gelegenheit wieder niedergemetzelt zu werden, und der Täter läuft frei und ungestraft herum?

Supergscheider
Supergscheider
Superredner
19 Tage 3 h

Für solche Zustände gibt es nur einen Ausdruck”Wahnsinn”

ahiga
ahiga
Superredner
19 Tage 3 h

naja.. hauptsache er war mit den auto nit um paar km/h zu schnell, ( nein ich meine nicht die RASER!!!

Trina1
Trina1
Universalgelehrter
18 Tage 21 h

Des isch jo die grösste Schweinerei, und man wundert sich, dass es so viele Morde gibt. Frau und Kinder müssen versteckt leben und der Gauner spaziert frei ummer!

jack
jack
Universalgelehrter
18 Tage 9 h

obo trägst ka maske wersch hart bestraft😂

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