"Das darf nicht mehr geschehen"

Nach tragischem Tod: 150 Extra-Plätze für Obdachlose in Südtirol

Sonntag, 11. Dezember 2022 | 12:15 Uhr

Bozen – Der Tod eines jungen Obdachlosen in Bozen rüttelt auf und macht betroffen. Wie berichtet, ist ein 19-jähriger Ägypter in der Nacht auf Freitag in einem behelfsmäßigen Unterschlupf unterhalb des Bahnhofs in der Industriezone Bozen erfroren.

Am Mittwoch war er in Südtirol angekommen, berichtet die Zeitung Alto Adige und hatte sich auf die Warteliste des Vereins Volontarius für einen Schlafplatz eingetragen. Nur: Vor ihm waren 170 weitere Personen gelistet. Und so blieb dem jungen Nordafrikaner nichts anderes übrig, als einige Kartone und alte Decken zu sammeln und sich einen behelfsmäßigen Unterschlupf einzurichten.

Unterhalb der Bahnlinie in der Buozzistraße in Bozen ließ er sich an einem der Pfeiler nieder. Doch die Temperaturen in der Nacht sanken zu tief ab. Am Freitagmorgen wachte der Ägypter nicht mehr auf. Über seine genaue Identität ist noch nichts bekannt. Hierzu laufen Untersuchungen.

Für die Verantwortlichen ist nun aber klar: “Das darf nicht mehr geschehen”.  Daher werden in den kommenden Tagen 150 weitere Schlafplätze für Obdachlose in Südtirol geschaffen.

Die Schlafplätze werden auf ganz Südtirol verteilt, sagt Landeshauptmann Arno Kompatscher, denn das Thema gehe alle Südtiroler Gemeinden etwas an, nicht nur Bozen.

Am Montag wird es laut der italienischen Tageszeitung Alto Adige eine Dringlichkeitssitzung geben. Landesverwaltung, Gemeindenverband und Bezirksgemeinschaften wollen entscheiden, wo und wie die Obdachlosen bzw. die zusätzlichen Schlafplätze eingerichtet werden.

Bereits am Samstag wurden im Ex-Alimarket in Bozen 25 weitere Schlafplätze geschaffen.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare
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xyz
xyz
Superredner
1 Monat 28 Tage

Einerseits brauchen suchen wir händeringend nach Arbeitskräften anderseits haben wir so viele Obdachlose. Vieler dieser Menschen wollen arbeiten; dürfen aber nicht. Hier gilt es eine Lösung zu finden, denn je länger jemand in diesem Zustand lebt, desto größer ist vermutlich die Gefahr in die Kriminalität abzurutschen. Sprachkurse (vor allem auch Deutsch!) und Kurse zur Arbeitseingliederung bzw. Ausbildung bräuchte es dringend.

der echte Aaron
der echte Aaron
Universalgelehrter
1 Monat 28 Tage

@xyz
Wenn sie eine Arbeit haben, heißt das in Südtirol noch lange nicht, das sie sich eine Wohnung leisten können. Leider

Faktenchecker
1 Monat 28 Tage

Da hast Du aber Melonis AFD Thesen fein gelernt.

Krissy
Krissy
Universalgelehrter
1 Monat 28 Tage

@xyz
leider geht hat nicht alles so schnell wie der Erhalt der italienischen Staatsbürgerschaft für junge blonde Frauen.

l OneManArmy l
l OneManArmy l
Superredner
1 Monat 28 Tage

Da frag ich mich wieso denn erst jetzt neue Plätze geschaffen werden. Die Warteliste sollte doch bekannt sein.

HansPl
HansPl
Grünschnabel
1 Monat 28 Tage

Ich frage mich wieso sich unser Bischof sich so sehr über fehlende Unterkünfte aufregt, obwohl die kirchlichen Organisationen in Südtirol selbst über 100e leerstehende Räume verfügt!

PPP
PPP
Grünschnabel
1 Monat 28 Tage

@HansPl die Kirchenverwalter trinken Wein und predigen Wasser. Kirchliches Eigentum ist leider unantastbar

Faktenchecker
1 Monat 29 Tage

Es gibt genügend leere Hotelbetten!

jack
jack
Universalgelehrter
1 Monat 28 Tage

du hast sicher auch ein zimmer frei und lebst im luxus
also mach was und net ba ondre gscheid sein.

So ist das
1 Monat 29 Tage

Muss immer erst jemand sterben, dass unsere Politiker und Bürokraten aufwachen? 😳🤔

Krissy
Krissy
Universalgelehrter
1 Monat 28 Tage

@So ist das
Unere Politiker/innen wachen erst kurz vor den Wahlen auf.

Staenkerer
1 Monat 28 Tage

tjo, sell isch woll öfter so, ober de plätze müßn jo schun irgendwo hergrichtn sein, denn so schnell beheitzbore, eingerichtete räume findn, de glei bezugbereit sein …

Tina1
Tina1
Superredner
1 Monat 28 Tage

https://www.reise-klima.de/klima/aegypten
Mir kennen a net heizen noch unserem Wohlgühlen😡

Zivilcourage
Zivilcourage
Grünschnabel
1 Monat 28 Tage

Schon seit Jahren ist dieses Problem bekannt und was ist bisher groß passiert durch die öffentliche Hand? Jedes Jahr wird diskutiert. Wenn sich nicht verschiedene Organisationen und Ehrenamtliche um diese Menschen kümmern würden, wäre es noch schlimmer. Hut ab vor denen, die Jahr für Jahr ihr Bestes geben und sich für diese Menschen einsetzen. Hoffentlich wird diesmal endlich eine dauerhafte Lösung geschaffen, es wäre dringend an der Zeit. RIP junger Mann🙏

diskret
diskret
Superredner
1 Monat 28 Tage

Noch grasser ist es das es ein junger Mann war . Besser ist streiten in der Politik anstatt solche sachen angehen

Faktenchecker
1 Monat 28 Tage

Ganz schön krass Dein Grass…

diskret
diskret
Superredner
1 Monat 28 Tage

Bleib beim Thema, bist eh sicher ein Lehrer

Nico
Nico
Superredner
1 Monat 28 Tage

Interessant, zuerst wurde von Vereinen immer wieder die Notlage bemängelt! Nix passierte,! Jetzt wo – wie halt immer – was schwerwiegendes passiert ist, geht’s auf einmal ruck zuck!

Krotile
Krotile
Universalgelehrter
1 Monat 28 Tage

Es ist halt leider ein Fass ohne Boden!  170 auf der Warteliste …. 150 neue Plätze werden geschaffen – d.h. immer noch 20 zu wenig und in der Zwischenzeit sind vermutlich schon 50 weitere angekommen ….

Faktenchecker
1 Monat 28 Tage
faif
faif
Superredner
1 Monat 28 Tage

….dieser vorfall ist sicherlich tragisch….doch auch die nächsten 150 betten die bereitgestellt werden, sind zu wenig.
…in den nächsten jahren werden noch viel viel mehr menschen auf der flucht sein, wenn sich die klimakrise weiterhin verschlimmert….

Krissy
Krissy
Universalgelehrter
1 Monat 28 Tage

Auch wenn ausreichend Schlafplätze vorhanden wären, wird es Kältetode geben, da für die Strukturen Regeln gelten und einige nicht gewillt sind diese einzuhalten.
Und ein Schlafplatz ist auch nur eine Notlösung. Wie @xyz schreibt, einige sind gewillt zu arbeiten und gerade im Gastgewerbe ist die Not an Fach- und Hilfskräften gross. Gerade jene, die, wo auch immer, nur soviel Geld verdienen wollen, um  die Arztspesen für ein Familienmitglied zu verdienen, sollte geholfen werden.

PPP
PPP
Grünschnabel
1 Monat 28 Tage

das darf nicht mehr geschehen oder das darf nie mehr geschehen? letzteres klingt für mich überzeugter. Da war schon der Schreiber dieser Berichterstattung nicht völlig davon überzeugt
Es wird leider wieder geschehen

Herzig
Herzig
Grünschnabel
1 Monat 28 Tage

Der Satz: Das darf nicht mehr passieren. Wird schon langweilig!!! Diesen Satz hört man immer wieder vom neuen. Der wiederholt sich. Aber gelöst wird am Ende das Problem nicht. Mur Worte!!! Immer die selben Worte!!! Sehr mühsam

Mimispatz
Mimispatz
Grünschnabel
1 Monat 28 Tage

es gibt sie : die schnell beheizbar – und einzugsbereiten Räume ❗schaut’s nur wieviele Übernachtungsbetriebe gerade jetzt im Winter leer stehen .

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