Sicherheit im Fokus

Nur wenige Rave-Partys in Südtirol: Ordnungshüter bleiben wachsam

Donnerstag, 03. November 2022 | 10:06 Uhr

Bozen – Nachdem die Regierung Meloni einen harten Kurs gegen illegale Rave-Konzerte einschlagen hat, gehen im römischen Parlament die Wogen hoch. Doch auch in der Bevölkerung scheiden sich die Geister: Während die einen ein striktes Vorgehen gegen illegale Raves befürworten, plädieren andere für mehr Toleranz für die Jugend. Solche Partys werden in vielen Ortschaften in Norditalien immer wieder mal organisiert und sind auch bei Südtiroler Jugendlichen sehr beliebt. Wo ein Rave stattfindet, erfahren Interessierte in einschlägigen Kanälen auf Telegram. Weniger häufig werden solche Events in Südtirol veranstaltet.

In den meisten Fällen kommt es auch nicht zu solchen Massenansammlungen mit mehreren 1.000 Teilnehmern, wie dies etwa in Modena der Fall war, sondern es handelt sich eher um kleine Ereignisse, wo ein paar Dutzend Personen auftauchen.

Alto Adige

Die Ordnungshüter richten in erster Linie ihr Augenmerk auf die Sicherheitsnormen, die oft außer Acht gelassen werden, auf die unterschiedlichen Genehmigungen, die nötig sind, und auf steuerliche Aspekte, die ebenfalls häufig unterschätzt werden.

Um an einer solchen Veranstaltung teilnehmen zu können, müssen Tickets gekauft werden und es wird Alkohol ausgeschenkt. Auch für Musikrechte wird oft nicht bezahlt. Die Organisatoren verdienen also an illegalen Partys, ohne selbst ihre Schuld beim Fiskus zu begleichen, schreibt die italienische Tageszeitung Alto Adige.

Nicht zu vernachlässigen ist auch die Tatsache, dass Raves in der Regel auf Grundstücken stattfinden, die den Organisatoren nicht gehören. Oft wissen die rechtmäßigen Eigentümer nichts von den Veranstaltungen.

Ein weiterer schwerwiegender Aspekt ist der Missbrauch synthetischer Drogen. Diese werden in einigen Fällen direkt bei den Treffen verkauft, in anderen Fällen erfolgt der Erwerb online und die Jugendlichen konsumieren die Substanzen bereits vorher. Immer wieder müssen Rettungswagen wegen einer Überdosis oder aufgrund von Alkoholexzessen bei einem Rave ausrücken.

In Südtirol haben die Carabinieri von Bozen und St. Ulrich im September 2021 in Welschnofen im Naturpark Schlern-Rosengarten eine Rave-Party auf einem privaten Grundstück unterbrochen. Rund 150 Jugendliche aus ganz Südtirol waren eingetroffen. Die Einladungen waren auf Telegram verschickt worden. Die Carabinieri haben damals die drei Organisatoren angezeigt – unter anderem wegen Ruhestörung im Naturpark. Die Organisatoren hatten den Teilnehmern präzise Anweisungen gegeben, die Nachricht vom Event nicht zu verbreiten und sich nicht von den Ordnungskräften erwischen zu lassen.

Auf dem Gelände waren eine Bühne mit großer Beschallungsanlage sowie verschiedene Stände für den Verkauf von Alkohol und Spirituosen aufgebaut worden. Der Eintritt war kostenpflichtig. Einer der Teilnehmer, der offensichtlich betrunken war, hatte einen Beamten geschubst, um sich der Kontrolle zu entziehen. Er wurde wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt angezeigt und erhielt eine Geldstrafe wegen Trunkenheit.

Ein weiterer junger Mann, bei dem Marihuana gefunden worden ist, wurde dem Regierungskommissariat gemeldet. 38 Personen wurden hingegen wegen Missachtung der Corona-Maßnahmen sanktioniert.

Ein Jahr später – am 10. September 2022 – nahmen rund 30 Personen an einer Party in Hochabtei im Grenzgebiet zur Provinz Belluno teil. Offiziell handelte es sich um ein Grillfest unter Freunden auf öffentlichem Grund, für das auch eine Ermächtigung beim Bürgermeister eingeholt worden war. Bei einer ersten Kontrolle vonseiten der Carabinieri schien auch alles in bester Ordnung. Als die Ordnungshüter weg waren, kam jedoch eine Soundanlage zu Vorschein, die ohne die erforderliche Genehmigung lautstark Musik abspielte. Deshalb kehrten die Carabinieri zur Feier zurück: Elf Personen wurden angezeigt – darunter auch ein Minderjähriger.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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22 Kommentare auf "Nur wenige Rave-Partys in Südtirol: Ordnungshüter bleiben wachsam"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Grantelbart
Grantelbart
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

War hier in Südtirol selbst schon auf solchen Feiern, maximal waren da vielleicht 100 Leute anwesend, hatte dabei nie das Gefühl dass von diesen Veranstaltungen eine Gefahr für die Allgemeinheit ausging.
Natürlich ist es eine andere Sache wenn sich in Grosstädten auf Fabriksgeländen plötzlich tausende Leute tummeln ohne dass irgendwelche Auflagen eingehalten werden. Frage mich ob die neuen Strafen und Kontrollen diesem Unterschied Rechnung tragen werden oder ob jeder der eine private Feier auf einer Hütte organisiert sich schon mit einem Fuss im Knast wähnen muss…

Anja
Anja
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

ich selbst (und war noch nie auf einem rave also hab damit nichts zu tun und beurteile das komplett von außen) hab noch nicht verstanden, wo das Problem liegt… gibt es probleme mit raves? ich hab davon noch nichts gehört…

genau
genau
Kinig
1 Monat 1 Tag

Südtirol eben…langweilig😄

Grantelbart
Grantelbart
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@anja:
Damit will die neue Regierung eben beweisen dass sie für „Law & Order“ stehen und die angeblich so desolate Sicherheitslage die man im Wahlkampf und davor beklagt hat jetzt endlich wieder hergestellt wird. Reiner Aktionismus

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 1 Tag

@Anja nur die im Artikel genannten (Steuer, Abgaben, Rechtssicherheit).

Ich hab das Gefühl, von den Teilnehmern geht im Normalfall keine Bedrohung aus.

tom
tom
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

dann auf die Türe “Geschlossene Gesellschaft”. Sollte reichen, um unbehelligt zu bleiben

Zefix
Zefix
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

na bitte… wenn man sischt kuane probleme hott im lebm

loppes
loppes
Neuling
1 Monat 1 Tag

es wird auch nix geboten für die Jugend von heute schade.

vunmirausgsechn
vunmirausgsechn
Tratscher
1 Monat 1 Tag

de sein jo net gonz 💯 kümmerts ench um die richtigen Probleme

Calimero
Calimero
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Mir hom zin Glick di Schnopsbudn ban Kirschta.

cane-sulla-cinghia
1 Monat 1 Tag

oanfoch lai laecherlich…

Moody
Moody
Neuling
1 Monat 1 Tag

EINFACH LEGALISIEREN

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 1 Tag

Man könnte ja ganz legal anfragen, wie es auch andere Organisatoren tun. Es sind ja auch bei weitem nicht alle derartigen Parties gesetzeswidrig, es gibt genug solche, die ordentlich angemeldet sind.

Robertus69
Robertus69
Neuling
1 Monat 1 Tag

👎👎👎

Staenkerer
1 Monat 1 Tag

wos i woaß muaß jedes goggelewiesnfest von irgend an kloan dorfferein gemeldet wern egal ob sem 60 leit oder 600 leit kemmen, warum ischs nor so a problem zu verlongen a solch a fest unzumelden werd müßen?

Fish
Fish
Neuling
1 Monat 1 Tag

sonst brauchst kuane Öffentiche Lokale dei dauernd kontrolliert werden, wos a richtig isch! 👍👍👍

Hausdetektiv
Hausdetektiv
Superredner
1 Monat 1 Tag

ba de feten pfnatterts decht olm

Ibens a
Ibens a
Neuling
1 Monat 1 Tag
Schon manchmal schwer, bei uns großzuwerden… Wenn mir Erwachsene feiern, wird’s auch oft laut. Dass im Naturpark so etwas nicht geht, ist zwar richtig. Aber Raves an sich sind jetzt nicht unbedingt eine besondere Drohung unserer Kinder. Drogen kann man überall konsumieren, da hilft’s nur, mit den Kindern frühzeitig darüber zu sprechen und sich selbst auch nicht bei jedem Fest zum Alkohol (auch liebevoll) nötigen lassen. Denn es ist schwer, dem Kind Vorträge über Drogen zu halten, wenn man selber vor dem Kind nie “Nein” zum Alkohol gesagt hat. Das heißt nicht, dass man gar nichts trinken soll, aber eben… Weiterlesen »
nightrider
nightrider
Superredner
1 Monat 1 Tag

Wia isch des iaz, wenn der Fussballverein ein Mitgliedergrillen organisiert und mehr als 50 Leit kemmen, isch sell a schon illegal?

Bracken
Bracken
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

es will holt net jeder af die oglutschtn schützen-und musikfester gian….

Wunder
Wunder
Tratscher
1 Monat 15 h

Ich weiß nicht, wie verbreitet Racepartys tatsächlich sind, aber ein bisschen “Illegalität” gehört zum Jungsein dazu…;-)
Ich glaube nicht, dass die SIAE durch diese Partys ärmer wird. Das einzige Problem, was mir in den Sinn kommt, sind fehlende Toiletten…
Sinst, liebe junge Leute, lasst es bloß ein bisschen krachen!!! Ihr habt lange genug auf uns Alte Rücksicht genommen…

Dissident
Dissident
Grünschnabel
24 Tage 2 h

Eine Schande, Rave-Partys abzuschaffen. Sind ja sooo eine kulturelle Bereicherung für die Jugend.
Was ist denn schon dabei, sich die Birne volldröhnen zu lassen und ein wenig chemisch verstärkte Rauschmittel zu konsumieren. Das gehört zum Erachsenwerden einfach dazu. Hoffentlich schreitet die EUkommission ein, um solche faschistischen Verbote aufzuheben.

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