Regierung reagiert nach Rave in Modena

Harter Kurs gegen Rave-Partys: Aufschrei der Opposition

Donnerstag, 03. November 2022 | 07:04 Uhr

Rom/Modena – Nachdem ein nicht bewilligter Rave in einem leerstehenden Fabrikgebäude in Modena stattgefunden hat, greift die römische Regierung rund um Ministerpräsidentin Giorgia Meloni nun hart durch. Die Opposition läuft gegen die Maßnahmen Sturm.

Mehrere Tausend Besucher waren im Industriegebäude eingetroffen. Obwohl es zu keinen Zwischenfällen gekommen ist, wurden illegale Drogen konsumiert – unter anderem Kokain. Das Gelände wurde später von der Polizei geräumt.

ANSA /SERENA CAMPANINI

Nun hat die Regierung ein Dekret verabschiedet, in welchem die Strafen für die Teilnehmer und insbesondere für die Organisatoren solcher Veranstaltungen massiv verschärft wurden: Neben der Beschlagnahme aller Fahrzeuge und aller technischen Geräte, die für ein Konzert notwendig sind, drohen den Organisatoren illegaler Rave-Festivals fortan Haftstrafen von drei bis zu sechs Jahren und Geldstrafen von 1.000 bis 10.000 Euro drohen. „Wenn die Straftat von mehr als 50 Personen mit dem Ziel begangen wird, eine Versammlung zu organisieren, von der eine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die öffentliche Sicherheit oder die öffentliche Gesundheit ausgehen kann“, erfolgt laut Innenminister Matteo Piantedosi eine Strafverfolgung von Amts wegen.

Für den größten Teil der Opposition ist das neue “Anti-Rave-Gesetz” völlig unverhältnismäßig. “Es ist ein grauenvoller Erlass, wie in einem Polizeistaat”, erklärte etwa der Chef der Fünf-Sterne-Bewegung und Ex-Premier Giuseppe Conte. Die PD-Abgeordnete Chiara Gribaudo sprach von einem “Maulkorb für jeglichen Dissens” und warnte davor, dass mit dem Dekret auch gegen streikende Arbeiter oder protestierende Studenten vorgegangen werden könnte.

Als gravierend wertete die Opposition außerdem den Umstand, dass sich an den gleichen Tagen, als in Modena der Rave aufgelöst wurde, am Geburtsort von Benito Mussolini in Predappio über 2.000 Neofaschisten unbehelligt treffen konnten. Die Neofaschisten feierten den 100. Jahrestag vom “Marsch auf Rom”. Der Innenminister sprach lediglich von einem „Affentheater“, das dort aufgeführt worden sei. Die Rave-Party habe stattdessen in einer baufälligen Lagerhalle stattgefunden.

Gleichzeitig verwehrte er sich des Vorwurfs, die Regierung wolle mit der gesetzlichen Maßnahme gegen Raves auch in anderen Kontexten intervenieren und die Redefreiheit einschränken.

Ebenfalls zeitgleich zum Rave in Modena vertrieben rechtsextreme Ultras von Inter Mailand unbehelligt tausende friedliche Fans aus der Nordkurve des San-Siro-Stadions, nachdem einer ihrer vorbestraften Anführer bei einer Abrechnung erschossen worden war. Auch dazu äußerte sich niemand von der neuen Regierung.

Von: mk

Kommentare

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25 Kommentare auf "Harter Kurs gegen Rave-Partys: Aufschrei der Opposition"


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el_tirolos
el_tirolos
Superredner
1 Monat 1 Tag

Naja es brauch nicht lange gesucht zu werden um die negativen Auswirkungen dieser Raves zu finden, vorallem durch die fehlenden Sicherheitsvorkehrungen hat es bereits Tote gegeben…
Das Gesetz verbieten solche Raves nicht, sie müssen nur wie alle anderen Konzerte angemeldet und nach einem gültigen Konzept durchgeführt werden

ifassesnet
ifassesnet
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Es gibt bereits heute Gesetze und Vorschriften, die solches regeln!
Ein eigenes Verbot für Raves wäre eigentlich gar nicht nötig gewesen…

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 1 Tag

Falsch, denn es gab Regeln. Keine Diskussion darüber, dass sie angemeldet sein sollen aber das Gesetz wurde verschärft und das im Sinne der Rechten!

Staenkerer
1 Monat 1 Tag

du sogsch es!
meist sein es jo genau de de jetz meloni fürs hort durchgreifn verteufeln a de, de, wenn eppas passiert, an lautesten noch schodnsersotz und schuldige schrein!

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 1 Tag

@Staenkerer Ich jedenfalls nicht. Die jungen Leute SOLLEN LEBEN DÜRFEN!
Ihr seit da eher die Zucht und Ordnung Fraktion!

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 1 Tag

Viele wollen den Polizei Staat! Jetzt bekommen sie ihn. Das ist NUR der Anfang!
Sie wissen nicht was sie sich wünschen und wo es dann enden wird!

Orch-idee
Orch-idee
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@N.G… Schon der Konsum von illegalen Drogen und noch dazu das illegale betreten eines privaten Gebäude, sind gute Gründe um diese Party aufzulösen…

Zefix
Zefix
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

besser isch legale drogen zu konsumiern gell 😂😂 uans zwoa suffa

Staenkerer
1 Monat 1 Tag

wenn endlich gschaug werd das sich a jugendliche an vorschriftn holtn und wenn se es nit tien xe konsequenzn trog solln werd sofort von polizeistoot über de rechtsregierung gwettert,
wenn olle weggschaugn und von konsequensen koane spür ummer isch, werd holt über de norrnfreiheit und laschheit der politik gejammert!

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 1 Tag

@Orch-idee Was möchtest du alles schließen wi illegal Drigrn konsumiert werden? Hast du ne Ahnung was dann alles zu wäre….! Kannst gleich jeden 5 Haushalt auch schließen!

Zefix
Zefix
Universalgelehrter
1 Monat 13 h

@ orchidee und woasch du eig das mehreit an alkohol draufgian alls an le illegalen drogen mitnonder? und sell net weil du muansch das illegale schwarer zu kriagn sein als legale. denk mol ibern sem noch

sonoio
sonoio
Superredner
1 Monat 1 Tag

wow.. do sig men wos de meloni in kopf hot.

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 1 Tag

In der nächsten Anpassung des Gesetzes werden Faschisten in Predappio halt ausdrücklich davon ausgenommen, Problem gelöst.

Rationalist
Rationalist
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

Ist ja gut und Recht, dass man der Jugend Freiheiten zum Feiern geben muss. Jedoch sollten solche Events auch immer angemeldet sein. Vor allem sicherheitstechnisch müssen Großveranstaltungen gut geregelt sein. Wenn man sich ein bisschen über solche Raves in der Vergangenheit informiert, erkennt man, dass es dabei schon öfters zum ein oder anderen Todesfall gekommen ist.

20 Zeichen
20 Zeichen
Neuling
1 Monat 1 Tag

Verbietet der Jugend doch das Atmen im Freien auch noch, dann habt ihr sie ja da wo ihr sie haben wollt…

Zefix
Zefix
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

am bestn lei mehr legalisierten sauerstoff

geforce
geforce
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Hoffentlich kemmen iez a die Asphaltkleber auf ihre Kosten.

fritzol
fritzol
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

finde das Gesetz gut,die linken Chaoten wirds sicher nicht gefallen

cane-sulla-cinghia
1 Monat 1 Tag

so heuchlerisch wos do fuer kommentare sein…
lai weils jetzt olte saecke seits jo olls strofen… losst in di leit an spass oder…

Zefix
Zefix
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

The only working System is the Soundsystem

So ist das
1 Monat 1 Tag

Etwas unternehmen war überfällig, aber das Gesetz kann man dann vielfach auslegen, auch auf Demonstrationen gegen die Regierung 🤔

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 1 Tag

Genau in der Form wirds enden! Alle die Meloni bzw. derartige Parteien gewählt habrn, werden sehr bald sehen worin die Nachteile ihre Wahl liegen!

monia
monia
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Die lieben “Raver” sollen sich endlich an Gesetze und Vorschriften für solche Veranstaltungen halten: Also mit Sicherheitskonzept, Security, Registrierkassa, Steuerzahlung, SIAE usw.! Jeder professionelle Veranstalter hat all diese Auflagen zu erfüllen und wenn dies geschieht dann ist auch niemand dagegen!

Zefix
Zefix
Universalgelehrter
1 Monat 13 h

du woasch jo net mol wos a raver isch meine guate

Calimero
Calimero
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Mit den fast unüberwindbaren Hindernissen der Bürokratie solche Events legal abzuhalten, schießt sich der Staat zuzusagen selber ins eigene Knie.

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