Verantwortliche fliehen, nun wird die Regierung São Paulo verklagt

Ohne Seil in die Tiefe geworfen: 21-Jährige stirbt bei Bungee-Sprung

Freitag, 19. Juni 2026 | 07:58 Uhr

Von: red

Limeira – Die 21-jährige Maria Eduarda Rodrigues de Freitas hat kurz vor dem Adrenalin-Erlebnis noch fröhlich auf Instagram ihren Urlaub in Brasilien dokumentiert. Während des Bungee-Sprungs in Ponte do Esqueleto zwischen den Städten Limeira und Cordeirópolis im Bundesstaat São Paulo kam sie am 13. Juni dann ums Leben. Verantwortlich für diesen Todesfall ist das Personal der Organisation der Bungee-Sprünge in Limeira. Es waren insgesamt drei Personen, die die Frau ungesichert ohne Seil 40 Meter in die Tiefe geworfen haben. Die Begründung: Sie hätten das Seil vergessen zu befestigen.

Eine Krankenschwester, die sich zufälligerweise außer Dienst vor Ort befand, berichtete exklusiv für den TV-Sender „Domingo Espetacular“, wie sie einen steilen, schlammigen Abhang hinunterstieg, um dem Opfer zu helfen. Sie bestätigte, dass Maria Eduarda den Aufprall zunächst überlebt hatte. „Sie war bei Bewusstsein, atmete jedoch sehr schwer und ihr Puls war äußerst schwach.“ Trotz der Wiederbelebungsversuche der Rettungskräfte am Ort des Geschehens verstarb die junge Frau wenige Minuten später an den Folgen ihrer schweren Verletzungen.

Fahrlässigkeit, die nun zur Rechenschaft gezogen wird

Die Zivilpolizei von São Paulo nahm die drei beteiligten Betreuer umgehend fest. Gegen sie wurde Anklage wegen Totschlags mit Eventualvorsatz erhoben, da sie das Risiko eingegangen waren, den Tod der jungen Frau herbeizuführen, indem sie vor dem Abseilen der jungen Frau nicht die geringste Sicherheitsüberprüfung durchgeführt hatten. Laut „G1“ gaben zwei der Ausbilder vor Gericht an, dass sie „einen Gedächtnisausfall hatten“ und sich nicht daran erinnern konnten, ob sie die Ausrüstung befestigt hatten oder nicht.

Mutter fordert auf Instagram Gerechtigkeit

Die Mutter der jungen Frau, Giovana Rodrigues, nutzte die sozialen Medien, um den Schmerz ihres Verlustes mit der Welt zu teilen. „Es ist schrecklich zu sehen, wie ein Leben voller Träume durch die Verantwortungslosigkeit und den Mangel an Professionalität derer zunichte gemacht wird, die es hätten sichern sollen. Was ein Moment des Glücks hätte sein sollen, wird zu etwas, das nicht ungestraft bleiben darf. Gerechtigkeit für dich“, schrieb sie in einem Instagram-Beitrag.

Auch die Stadtverwaltung von Limeira möchte diesen Vorfall nicht unbestraft lassen und kündigte Klage gegen die Bundesregierung an – wegen Vernachlässigung der Inspektion, Instandhaltung und Zugangskontrolle. Laut Medienbericht der brasilianischen Tageszeitung „El Pais“ teilte die Bundesregierung mit, dass das Unternehmen, das diese Dienstleistung angeboten habe, keine Genehmigung für diese Art von risikobehafteter Praxis besessen habe.

Nach ihrer Festnahme am Wochenende befinden sich die drei Männer weiterhin in Untersuchungshaft.

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