Cockpit völlig zerstört

Piloten nach Kollision von Flieger und Einsatzauto in NY tot

Montag, 23. März 2026 | 15:12 Uhr

Von: APA/Reuters

Beim Zusammenstoß einer Maschine der Fluggesellschaft Air Canada mit einem Feuerwehrauto auf dem New Yorker Flughafen LaGuardia sind beide Piloten ums Leben gekommen. Bei dem Vorfall seien zudem 41 Menschen verletzt worden, teilten die Behörden mit. Der aus dem kanadischen Montreal kommende Regionaljet kollidierte am späten Sonntagabend (Ortszeit) bei der Landung mit dem Einsatzfahrzeug. Der Flughafen wurde daraufhin gesperrt.

Die US-Luftfahrtbehörde FAA rechnet damit, dass LaGuardia bis Montag um 14.00 Uhr (Ortszeit/19.00 Uhr MEZ) geschlossen bleibt. Laut der US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB sollen Technikexperten den Vorfall untersuchen.

Feuerwehrauto sollte nach Alarm zu anderer Maschine

An Bord des Flugzeugs vom Typ CRJ-900 hätten sich 72 Fluggäste und vier Besatzungsmitglieder befunden, sagte die Direktorin der auch für LaGuardia zuständigen Hafenbehörde von New York und New Jersey, Kathryn Garcia. Das Feuerwehrfahrzeug sei auf dem Weg zu einer Maschine der United Airlines, die wegen verdächtiger Geruchsentwicklung Alarm geschlagen hatte. Als der Einsatzwagen die Landebahn 4 überquerte, wurde er von dem Regionaljet erfasst. Den Funkaufzeichnungen der Flugsicherung zufolge hatte das Feuerwehrauto zuvor die Freigabe zur Überquerung erhalten. Kurz darauf rief ein Fluglotse: “Stopp, Stopp, Stopp, Wagen eins Stopp, Wagen eins, Stopp.”

Das Flugzeug traf das Fahrzeug nach Daten der Flugverfolgungswebsite Flightradar24 mit einer Geschwindigkeit von etwa 39 Kilometern pro Stunde. Fotos der Nachrichtenagentur Reuters zeigten sichtbare Schäden an der nach oben geneigten Flugzeugspitze. Durchgeführt wurde der Flug von der regionalen Air-Canada-Partnergesellschaft Jazz Aviation, einer Tochterfirma von Chorus Aviation.

Keine lebensgefährlich Verletzten

Von den 41 Verletzten konnten Garcia zufolge 32 das Krankenhaus bereits wieder verlassen. Neun Personen würden weiterhin wegen schwerer Verletzungen behandelt. Unter den Verletzten seien Besatzungsmitglieder, Passagiere sowie die beiden Beamten in dem Feuerwehrauto. Deren Verletzungen seien jedoch nicht lebensbedrohlich, fügte Garcia hinzu.

Die Sperre des Flughafens führte zu erheblichen Behinderungen: Nach Angaben der Website Flightaware wurden bis Montag rund 537 Flüge gestrichen. Die New Yorker Behörden warnten zudem vor Straßensperren und Verkehrsbehinderungen rund um den Flughafen. Die Schließung verschärft die Probleme, die durch den wochenlangen teilweisen Regierungsstillstand und den damit verbundenen Personalmangel bei den Sicherheitskontrollen verursacht wurden. LaGuardia fertigte im Jahr 2025 nach Angaben der Hafenbehörde mehr als 30 Millionen Passagiere ab.

Weiterer Zwischenfall in Newark

Einen Tag nach dem Flugzeugunglück auf dem Flughafen LaGuardia hat es im Großraum der US-Metropole einen weiteren Zwischenfall auf einem Airport gegeben. Am Montagmorgen (Ortszeit) musste der Kontrollturm des Flughafens Newark wegen Brandgeruchs vorübergehend geräumt werden. “An- und Abflüge am internationalen Flughafen Newark Liberty in New Jersey wurden vorübergehend ausgesetzt”, teilte FAA mit. Der Tower musste evakuiert werden, nachdem Brandgeruch aus Richtung eines Aufzugs kam. Starts und Landungen seien gegen 7.30 Uhr gestoppt worden.

Etwa eine halbe Stunde später kehrten die Fluglotsen an ihre Arbeitsplätze zurück und der Stopp wurde aufgehoben. Der Vorfall ereignete sich nur kurz nach einem Flugzeugunglück auf dem Flughafen LaGuardia in New York.

Diskussion um Sicherheit im US-Flugverkehr

Die Vorfälle reihen sich ein in eine Serie von Sicherheitsproblemen im US-Luftverkehr und dürfte die Aufsichtsbehörden weiter unter Druck setzen. Erst im Februar hatte eine überparteiliche Gruppe von US-Abgeordneten einen Gesetzentwurf eingebracht, um Empfehlungen zur Flugsicherheit umzusetzen. Diese resultierten aus einer einjährigen Untersuchung der Kollision eines Regionaljets von American Airlines mit einem Black-Hawk-Hubschrauber der US-Armee im Jänner 2025, bei der 67 Menschen starben. Im vergangenen Jahr war zudem ein UPS-Frachtflugzeug kurz nach dem Start in Louisville im US-Bundesstaat Kentucky abgestürzt, wobei sieben Menschen getötet und elf weitere am Boden verletzt wurden.

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