Von: luk
Bozen – Anlässlich des Weltwassertages am 22. März haben mehrere Organisationen in Südtirol auf die Bedeutung eines nachhaltigen Umgangs mit der Ressource Wasser hingewiesen – sowohl auf lokaler als auch auf internationaler Ebene.
Verbraucherzentrale Südtirol: Sparpotenzial im Alltag nutzen
Die Verbraucherzentrale Südtirol erinnert daran, dass Trinkwasser trotz globaler Wasserreserven keine Selbstverständlichkeit ist. Durchschnittlich verbraucht jede Person rund 240 Liter Trinkwasser pro Tag, vor allem für Körperpflege, Haushalt und Toilettenspülung. Mit einfachen Maßnahmen wie Duschen statt Baden, dem Abdrehen des Wasserhahns beim Zähneputzen oder dem Einsatz voll beladener Wasch- und Spülmaschinen könnten täglich bis zu 40 Liter pro Person eingespart werden.
Neben dem direkten Verbrauch verweist die Verbraucherzentrale auch auf das Konzept des „virtuellen Wassers“, also jener Wassermenge, die in der Produktion von Lebensmitteln, Kleidung oder Konsumgütern steckt. Wer regional und saisonal einkauft, Lebensmittelverschwendung vermeidet und langlebige Produkte bevorzugt, leiste ebenfalls einen Beitrag zum Wasserschutz.
Caritas: Trinkwasserprojekte in Afrika und Südamerika
Die Caritas Diözese Bozen-Brixen betont die globale Dimension des Themas. In mehreren Ländern Afrikas sowie in Südamerika sei der Zugang zu sauberem Wasser weiterhin eingeschränkt. Im Jahr 2025 wurden laut Caritas zehn neue Brunnen, zwei Zisternen und 86 Trinkwasserstellen errichtet. Zudem entstanden Bewässerungsanlagen mit Solarpumpen sowie ökologische Abwassersysteme.
Projekte in Ländern wie der Demokratischen Republik Kongo, Mosambik, Äthiopien, Uganda, Kenia und Bolivien verbessern laut Caritas die Lebensbedingungen Tausender Menschen. Ziel sei es, Krankheiten vorzubeugen, Ernährungssicherheit zu stärken und Perspektiven vor Ort zu schaffen – auch im Hinblick auf die Folgen des Klimawandels.
Bauernbund: Digitale Bewässerung spart Wasser
Der Südtiroler Bauernbund verweist auf Fortschritte in der Landwirtschaft. Moderne Tropfbewässerung und Sensorsysteme ermöglichten eine präzisere Steuerung des Wasserbedarfs. Projekte wie „Smart Land“, umgesetzt gemeinsam mit dem Versuchszentrum Laimburg und Alperia, hätten gezeigt, dass sich der Wasserverbrauch im Obst- und Weinbau um bis zu 40 Prozent senken lasse.
Künftig soll die Technik auch verstärkt in der Berglandwirtschaft zum Einsatz kommen. Im Projekt „Wasser-Pilot“ werden auf mehreren Betrieben Feuchtigkeitssensoren getestet. Erste Ergebnisse deuten laut Bauernbund auf ein deutliches Einsparpotenzial bei gleichbleibendem Ertrag hin.
Astat: Hohe Zufriedenheit mit Trinkwasserversorgung
Das Landesinstitut für Statistik ASTAT veröffentlicht zum Weltwassertag aktuelle Kennzahlen: 97,9 Prozent der Haushalte in Südtirol zeigen sich mit dem Wasserversorgungsdienst zufrieden, nur ein Prozent gibt an, Leitungswasser nicht trinken zu wollen.
2024 wurden insgesamt 85,2 Millionen Kubikmeter Trinkwasser entnommen, fast ausschließlich aus Grundwasserquellen. Die Daten unterstreichen die hohe Qualität und Akzeptanz der öffentlichen Wasserversorgung im Land.
SEAB: Wasserverluste in Bozen deutlich gesenkt
Die SEAB AG meldet den Abschluss des „Bolzano Leakage Management Project“, eines rund zwölf Millionen Euro umfassenden Modernisierungsprogramms für das Bozner Wassernetz. Kernpunkte waren die Digitalisierung des Netzes, die Installation von 13.300 Smart Metern sowie neue Technologien zur Lecksuche.
Durch die Maßnahmen konnten die Wasserverluste von rund 32 Prozent im Jahr 2023 auf knapp 24 Prozent im Jahr 2025 gesenkt werden. Das Projekt gilt als wichtiger Schritt hin zu einem effizienteren und nachhaltigeren Wassermanagement in der Landeshauptstadt.




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