Flammenwand rückt weiter vor

Riesiger Waldbrand im Süden von Paris

Montag, 13. Juli 2026 | 15:42 Uhr

Von: APA/dpa

Es ist der schlimmste Waldbrand im Großraum Paris seit langem: Etwa 800 Hektar des Waldes von Fontainebleau, etwa 50 Kilometer südlich von Paris, sind mittlerweile abgebrannt, wie die Behörden am Montag mitteilten. Dies entspricht etwa fünf Prozent der gesamten Waldfläche, der grünen Lunge der französischen Hauptstadt. Der massive Waldbrand behinderte zeitweise den Reiseverkehr Richtung Süden.

Erstmals wurden zwei Löschflugzeuge vom Typ Canadair vom Süden in den Großraum Paris entsandt. Sie schöpfen ihr Löschwasser im Niedrigflug aus der Seine, wie auf zahlreichen Videos in Onlinediensten zu sehen ist.

Bisher wurde durch den Brand niemand verletzt. Rund 200 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. “Im Wald von Fontainebleau herrscht ein Brand mit ungewöhnlichem Ausmaß”, schrieb Frankreichs Präsident Emmanuel Macron im Onlinedienst X. “Alle verfügbaren Mittel sind im Einsatz”, fügte er hinzu.

Zugausfälle und Verspätungen

Wegen Kabelschäden im Zusammenhang mit dem Waldbrand bei Fontainebleau kam es am ersten Ferienwochenende in Frankreich zu Zugausfällen und -verspätungen von bis zu sechs Stunden. Die Autobahn A6, auf der zahlreiche Urlauber in den Süden fahren, wurde wegen des dichten Rauchs zeitweise gesperrt.

Innenminister Laurent Nuñez schloss Brandstiftung nicht aus. “Es gibt etwa zehn Brandherde in einem Umkreis von 1000 Metern”, sagte er am Montag in dem betroffenen Ort Noisy-sur-École. Das Feuer könne voraussichtlich noch am Montag unter Kontrolle gebracht werden. Es brauche aber noch mehrere Tage, wenn nicht Wochen, um es komplett zu löschen, fügte er hinzu.

Es wurden bis zu 500 Feuerwehrleute erwartet, um den Brand zu bekämpfen. Bereits am Sonntag hatten zwei Flugzeuge vom Typ Dash brandverzögernde Mittel über das betroffene Gelände versprüht. Landwirte aus der Region unterstützten die Feuerwehr, indem sie mit Traktoren Wassertanks in die betroffenen Gebiete brachten. Auch Löschhubschrauber waren im Einsatz.

Rauchwolken 20 Kilometer zu sehen

Die Rauchwolken waren etwa 20 Kilometer weit zu sehen. “Ohne die Löschflugzeuge hätten die Orte Noisy-sur-École und Vaudoué komplett evakuiert werden müssen”, sagte Einsatzleiter Olivier Compta. “So etwas hat es hier noch nie gegeben, wir werden um unseren Wald trauern”, sagte Didier Buguinet, Vizebürgermeister von Vaudoué.

Frankreich erlebt derzeit die dritte Hitzewelle seit Beginn des Jahres, die in weiten Landesteilen die Böden und die Vegetation ausgetrocknet hat. In 42 der 101 Départements gilt die höchste Dürre-Warnstufe.

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