Von: mk
Sterzing/Brenner/Olang – Das Wetter fährt derzeit Achterbahn: Noch kurz zuvor genoss man im Unterland bei sommerlichen 19,3 Grad in Auer den bisher wärmsten Tag des Jahres, nun zeigt sich der März von seiner ungemütlichen Seite. Die angekündigte Kaltfront ist mit voller Wucht in Südtirol eingefallen und hat weite Teile des Landes oberhalb von 900 Metern in eine weiße Winterlandschaft verwandelt. Während der plötzliche Schneefall vor allem am Brennerpass für Probleme im Reiseverkehr sorgte, konnte man im Wipptal und im Pustertal ein seltenes meteorologisches Phänomen bestaunen.
Schneegewitter, oft als „Thundersnow“ bezeichnet, entluden sich am Brenner und im Wipptal. Was besonders daran ist, verrät bereits der Name: Starker Schneefall, Blitz und Donner treten gleichzeitig auf. Auch in Olang schneite es, während es blitzte und donnerte.
Sogenannte Wintergewitter sind deutlich seltener als Wärmegewitter im Sommer. Sie entstehen, wenn der Temperaturunterschied am Boden und in der Höhe sehr groß ist. Nötig sind ausreichende Feuchtigkeit und sehr kalte Höhenluft. Denn im Gegensatz zum Sommer fehlen im Winter und im Frühling die starke Sonneneinstrahlung, die zu einem großen Temperaturunterschied zwischen Boden- und Höhenluft führen kann.
Während die einen mit Streufahrzeugen und Schneeschaufeln ausrücken mussten, konnten andere das Naturschauspiel einfach nur genießen. Meteorologe Sigi Fink hat ein paar Beispiele auf Facebook veröffentlicht (siehe unten im Video).
Chaos am Brenner
Am Brenner führten die winterlichen Bedingungen zu spürbaren Folgen für den Transit. Lastkraftwagen, die in Richtung Norden unterwegs waren, wurden auf den Autohof Sadobre bei Sterzing geleitet, um ein Verkehrschaos am Pass zu verhindern. Auch wer in Richtung Süden unterwegs war, brauchte Geduld: Ein Unfall auf demselben Abschnitt hat am Abend für einen vier Kilometer langen Rückstau gesorgt.
Doch der Schnee war erst der Anfang einer unruhigen Wetterphase. Wie Landesmeteorologe Günther Geier auf der Plattform X erklärt, ist die Kaltfront mit beachtlichen Sturmböen durchgezogen. Bereits vorher wurde davor gewarnt.
Heftige Windböen
Spitzenreiter war laut Peterlin Salurn mit Windgeschwindigkeiten von 97 km/h – gefolgt von Branzoll mit 81 und Bruneck mit 74 km/h. Auch am Donnerstag soll es noch sehr windig bleiben.
Guten Morgen nach dem Wettersturz mit Sturmböen, Wintereinbruch und dem ersten Gewitter. Die Niederschläge ziehen sich am Vormittag auf den Alpenhauptkamm zurück, vor allem im Ahrntal sind noch größere Schneemengen zu erwarten. Sonst trocken aber eben windig! 🌬️
— Dieter Peterlin (@DieterPeterlin) March 26, 2026
Die Kaltfront ist am Mittwochabend hereingebrochen, die Schneefallgrenze sank sogar unter die 1.000-Meter-Marke. Willigis Gallmetzer, der Direktor des Landwarnzentrums, mahnt die Bevölkerung zu höchster Vorsicht. Durch die enormen Windgeschwindigkeiten besteht die Gefahr, dass Bäume entwurzelt werden oder Äste abbrechen, weshalb der Aufenthalt in Waldnähe unbedingt vermieden werden sollte. Auch in den Wohngebieten ist Aufmerksamkeit gefragt, da der Sturm lose Gegenstände mitreißen und sogar Schäden an Baugerüsten verursachen kann.




Aktuell sind 1 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen