Energie- und Spritpreise steigen kräftig

Energiepreise: Südtiroler Familien drohen Mehrkosten von bis zu 1.500 Euro

Sonntag, 10. Mai 2026 | 09:50 Uhr

Von: luk

Bozen – Die steigenden Energie- und Treibstoffpreise dürften Haushalte und Unternehmen in Südtirol und dem Trentino massiv belasten. Davor warnen aktuelle Analysen des regionalen Handwerkerverbands CNA sowie der CGIA Mestre. Allein in Trentino-Südtirol sollen die zusätzlichen Ausgaben für Strom, Gas und Kraftstoffe zwischen 2025 und 2026 um insgesamt 687 Millionen Euro steigen.

Laut CNA-Präsident Claudio Cantisani müssen Durchschnittsfamilien im Jahr 2026 mit Mehrkosten von rund 1.000 Euro rechnen. Familien mit Kindern und höherem Energieverbrauch müssten sogar zwischen 1.200 und 1.500 Euro zusätzlich aufbringen.

Besonders stark wirken sich dabei die höheren Kosten für Strom, Gas und Treibstoffe aus. Die jährlichen Energiekosten könnten laut Studie um 300 bis 400 Euro steigen, bei den Kraftstoffen wird mit einem Plus von 200 bis 300 Euro gerechnet. Hinzu kommen indirekte Auswirkungen auf Lebensmittelpreise, die weitere 250 bis 350 Euro pro Jahr ausmachen könnten.

Cantisani fordert deshalb Unterstützungsmaßnahmen durch die autonomen Provinzen Bozen und Trient. Ein Rückgang des Konsums und geringere Investitionen der Unternehmen würden sich letztlich auch negativ auf die Steuereinnahmen der öffentlichen Hand auswirken.

Besonders betroffen seien laut CNA Haushalte mit niedrigem Einkommen, Pensionisten sowie Familien in ländlichen Gebieten mit schlechter öffentlicher Verkehrsanbindung. Ein Haushalt mit zwei Kindern, großem Wohnhaus und zwei Autos könne im Extremfall auf bis zu 1.500 Euro Mehrkosten im Jahr kommen.

Auch die CGIA Mestre schlägt Alarm. Nach Angaben der Studienabteilung der Handwerkervereinigung steigen die Energieausgaben in Trentino-Südtirol zwischen 2025 und 2026 um 16,5 Prozent – von 4,17 auf 4,85 Milliarden Euro.

Am stärksten trifft die Region laut Bericht der Anstieg bei Benzin und Diesel. Hier wird ein Kostenplus von 21,1 Prozent erwartet – einer der höchsten Werte Italiens. Die Ausgaben für Kraftstoffe steigen demnach von 1,65 auf knapp zwei Milliarden Euro. Das entspricht Mehrkosten von rund 348 Millionen Euro.

Auch beim Strom rechnen die Experten mit deutlichen Aufschlägen. Die Kosten für elektrische Energie sollen um 12,8 Prozent beziehungsweise um 235 Millionen Euro steigen. Hier liegt Südtirol im Bereich seiner Nachbarregionen in Norditalien.

Beim Gas liegt die Region Trentino-Südtirol hingegen italienweit an zweiter Stelle. Die Ausgaben dürften laut CGIA um 15,1 Prozent zulegen – von 688 auf 792 Millionen Euro. Das entspricht zusätzlichen Belastungen von mehr als 100 Millionen Euro.

Bezirk: Bozen

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