Schock am frühen Morgen

Mure streift Vinschger Bahn: Zug fährt voraussichtlich morgen wieder

Dienstag, 09. Januar 2018 | 16:00 Uhr

Göflan – Die Vinschger Bahn ist am Morgen auf eine abgehende Mure aufgefahren. Niemand wurde verletzt. Bereits ab morgen werden voraussichtlich wieder Züge verkehren.

Eine kleine Mure hat heute früh um 6.10 Uhr bei Holzbrugg in Göflan die Gleise der Vinschgerbahn auf einer Länge von zehn Metern verlegt, Schnee und Erdmassen haben die Bahnlinie bis zu einer Höhe von 40 Zentimetern bedeckt. Der um 5.42 in Mals gestartete Zug fuhr auf die Erdmassen auf und wurde sofort gestoppt. Beim Auffahren auf die Erdmassen sprang die Vorderachse der Zuggarnitur aus den Schienen. Die Fahrgäste blieben unverletzt. Nach ersten Einschätzungen entstanden am Zug und an der Infrastruktur nur geringfügige Schäden. An Bord befanden sich der Zugführer und 25 Fahrgäste, die von Helfern mit deren Fahrzeugen nach Schlanders gebracht wurden.

Der Zugführer verständigte umgehend die Fahrleitzentrale in Meran, die ihrerseits sofort die Notrufnummer 112 kontaktierte. Sofort vor Ort waren die Berufsfeuerwehr, Freiwillige Feuerwehren, Verantwortliche des Zivilschutzes und Geologen.

“Ursache für diese kleine Mure, die ihren Ursprung etwa 650 Metern oberhalb der Bahn hatte, ist die extrem unglückliche Kombination aus starken Schneefällen der letzten Tage und den nun eingesetzten Regenfällen samt hoher Temperaturen, aufgrund derer so viel Wasser über die Hänge abfließt, dass dies nicht im teils gefrorenen Boden aufgenommen werden kann und teils durch Schneehäufen und Vereisungen über Rinnen abfließt”, erklärte Landeshauptmann Arno Kompatscher, der den schnellen Einsatz der Techniker und Helfer lobte. Laut Einschätzung des Landesgeologen Volkmar Mair hat es im betroffenen Gebiet in den vergangenen 90 Jahren kein Wasser gegeben und es handelt sich somit um ein extrem seltenes Naturphänomen, das nicht voraussehbar war.

Schienenersatzdienst

Derzeit ist die Vinschger Bahnlinie unterbrochen. Der Zug verkehrt im Abschnitt Mals-Schlanders sowie zwischen Latsch-Töll. Ein Schienenersatzdienst mit Bussen verkehrt im Stundentakt. Die Zuggarnitur konnte mittlerweile von den Arbeitern vor Ort wieder fast gänzlich auf die Schienen gebracht werden und wurde anschließend in die Werkstatt gebracht, wo sie einer eingehenden Überprüfung und falls notwendig Reparaturen unterzogen wird. Der Betriebsdirektor der Vinschger Bahn, Marco Stabile, und der Chef der Südtiroler Transporstrukturen AG STA, Joachim Dejaco, sind derzeit  gemeinsam mit Geologen und Vertretern des Zivilschutzes vor Ort, um die Situation zu begutachten. Das Gleis wird derzeit gereinigt, um eventuelle Schäden festzustellen und zu bewerten, ob Arbeiten notwendig sind und während des Bahnbetriebs durchgeführt werden können. Zudem laufen Säuberungsarbeiten am Hang. Nach derzeitigen Einschätzungen der Verantwortlichen kann die Linie ab morgen früh wieder befahren werden.

“Acht Mitarbeiter der STA sind das ganze Jahr über und bei Bedarf rund um die Uhr mit großem Einsatz darum bemüht, die Flächen, Wasserläufe und Hänge längs der Bahnlinie zu überwachen und mit verschiedenen Maßnahmen wie Hangsicherungen, Schneeräumung usw. für größtmögliche Sicherheit zu sorgen – durch dieser Vorkehrungen konnte heute wohl auch Schlimmeres verhindert werden”, sagt STA-Direktor Dejaco.

Auch Einsätze auf den Straßen

“In allen Landesteilen im Einsatz waren heute nach den ergiebigen Schnee- und Regenfällen auch die Mannschaften des Straßendiensts des Landes”, berichtete Mobilitätslandesrat Florian Mussner und dankte allen Mitarbeitern des Straßendienstes. An mehreren Hängen längs der Straßen hat es aufgrund der Witterung kleinere Rutschungen oder Steinschläge gegeben, wie z. B. auf der Staatsstraße ins Eggental, die jedoch sofort beseitigt werden konnten. Auch kleinere Lawinenabgänge waren zu verzeichnen, beispielweise auf der Staatsstraße auf den Mendelpass, die jedoch keine Straßensperren notwendig machten. Kurzzeitig gesperrt werden musste hingegen die Landessstraße Kastelruth – Waidbrucknach Steinschlägen. Sie ist nun wieder frei befahrbar wie auch alle anderen Straßen in Landeszuständigkeit mit Ausnahme einiger Passstraßen wie jener zum Grödner Joch oder dem Sellajoch.

WAS BISHER BERICHTET WURDE

Ein Ereignis auf der Vinschgerbahnlinie hat am Dienstag schlimme Erinnerungen wachgerufen. Eine kleine Mure ist am Dienstag gegen 6.15 Uhr bei Göflan (Gemeinde Schlanders) in Südtirol auf die Bahnlinie der Vinschgerbahn abgegangen.

Sie streifte dabei einen gerade vorbeifahrenden Zug. Eine Achse der Garnitur entgleiste, die 25 Passagiere blieben unverletzt. Die Bahnlinie war vorerst unterbrochen. Derzeit fahren im betroffenen Abschnitt Ersatzbusse, wann der Vinschger Zug auf der gesamten Strecke wieder in Betrieb gehen kann, das wird die STA im Laufe des Tages bekannt geben.

Die Mure aus Erde und Steinen soll sich aufgrund der starken Niederschläge von der Böschung gelöst haben. Die ersten Aufräumarbeiten konnten am Dienstagvormittag bereits abgeschlossen werden. Am Zug selbst entstand nur leichter Sachschaden und er konnte, nachdem er wieder auf die Gleise gestellt worden war, weiterfahren. Der Zugverkehr sollte im Laufe des Tages wieder aufgenommen werden.

Bereits im Jahr 2010 war auf die Vinschgerbahn eine Mure abgegangen. Zwischen den Haltestellen Latsch und Kastelbell hatten Geröll und Schlamm eine Garnitur umgestoßen. Der vordere Waggon drohte, in die Etsch zu stürzen. Insgesamt befanden sich 37 Passagiere in der Bahn. Neun Menschen, alle aus Südtirol, überlebten nicht, 28 wurden verletzt. Als Auslöser für den Erdrutsch stand eine defekte Beregnungsanlage in einem nahe gelegenen Obstanbaugebiet im Verdacht.

Bei der Vinschger Bahn wird viel Geld für Hangsicherungsarbeiten in die Hand genommen, aber bei so starken Niederschlägen könne etwas passieren, erklärt Joachim Dejaco, Direktor der Südtiroler Transportstrukturen.

Einsatz für die FF Göflan wegen eines Murenabganges auf die Gleise der Vinschgerbahn.Der Vinschgerzug touchierte die…

Pubblicato da Feuerwehren in Südtirol su Martedì 9 gennaio 2018

Die Freiwillige Feuerwehr Göflan brachte am Dienstag die 25 unverletzten Passagiere zum Bahnhof nach Schlanders.

Laut ersten Informationen wird die Bahnverkehr noch im Laufe des Tages wieder aufgenommen.

 

Von: luk

Bezirk: Vinschgau

Kommentare

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27 Kommentare auf "Mure streift Vinschger Bahn: Zug fährt voraussichtlich morgen wieder"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
denkbar
denkbar
Kinig
12 Tage 9 h

Wie gut, dass nicht mehr passiert ist. Es wirft die Frage auf, warum wurde nicht die ganze Strecke gesichert, so wie das an der Unglücksstelle gemacht wurde?

ivo815
ivo815
Kinig
12 Tage 6 h

Wir leben in einem Gebiet, wo unsere Umwelt zum Glück noch großteils intakt ist. Dies birgt auch Gefahren, die abzuschätzen sicher nicht immer leicht ist. Wir werden uns damit abfinden müssen, dass wir die Natur nie zu 100% werden beherrschen können.

JvS-105
JvS-105
Grünschnabel
12 Tage 5 h

weil dann wahrscheinlich die ganze Strecke links und rechts eingemauert werden müsste 😉

Staenkerer
12 Tage 1 h

bisch du amoll mitn zug von meran bis mols gfohrn? wenn nit nor fohr amoll! sellche böschungen, mehr isch des eh nit triffsch sem überoll! soll man jetz de gonzen strecke verbauen?
sem hattn se de brennerstaatstraße seit johrzehnten schun sperrn gemiet! für immer, den sem sein erdrutsche und steinschlog regelmäßig zu erwortn, trotz verbauungen in olle ecken!!!

besserwisser88
12 Tage 19 Min

wäre die ganze Strecke eingemauert (=Tunnel)
a) wäre das auch recht teuer, oder?
b) mit neuen Sicherheitsrisiken verbunden
c) nicht wirklich schön anzusehen. weder von Außen, noch vom Zug aus.

denkbar
denkbar
Kinig
11 Tage 22 h

Wer die Bahnstrecke kennt – und ich kenne sie sehr gut – weiß, dass es weite Strecken gibt, bei denen ein Murenabgang überhaupt nicht möglich ist. Da braucht man natürlich nichts tun.
Gemeint sind natürlich nur die Streckenteile, bei denen das nach mehreren Regentagen möglich ist und da sollte auch keine Mauer gebaut werden, sondern so wie an der Stelle an der das Unglück passiert ist, ein Schutznetz angebracht werden.

Kurios
Kurios
Tratscher
12 Tage 8 h

Es wäre echt an der Zeit, dass solche gefährliche Teilstücke längs der Vinschgerbahn endlich so verbaut werden, um eine weitere Katastrophe, wie damals in Latsch, zu vermeiden !!

JvS-105
JvS-105
Grünschnabel
12 Tage 5 h

Also, ich sehe an der Stelle einen ganz normalen Waldhang, weder besonders steil, dafür bewachsen. Würde das Teilstück also nicht als gefährlich bezeichnen…

Aber ich bin kein Geologe. Zum Glück nochmal gut gegangen.

Staenkerer
12 Tage 4 h

maaaa so orge steil schaugs do nit aus man sem mog man fost de gonze brennerbahn bis bozn und de gonue vinschgerstrecke einhausn! mann!! mir lebn in genirge, sem muaß man mit sette ritschlen holt rechnen ba den wetter!
schaug noch nordn un a in den süden, wie es sem ausschaug, nor mog man longe donkn das mir (mit seltene ausnahmen) olm glipflich davonkemmen!

george
george
Tratscher
12 Tage 9 h

Internet isch, dr Hommer, Facebook wor schneller und die hochgelobten Südtiroler Sicherheitsfritzen sein Floschn.

DetlefSchmidt
DetlefSchmidt
Grünschnabel
12 Tage 5 h

Bitte was?

Staenkerer
12 Tage 4 h

warum????

iv
iv
Grünschnabel
12 Tage 8 h

wos sogn die Sta Orbeter drzue?

Gagarella
Gagarella
Universalgelehrter
12 Tage 6 h

@iv   Wer weis was das ist,  Sta  Orbeter ???

offnzirkus
offnzirkus
Tratscher
12 Tage 5 h

Die STA arbeiter können nicht viel dazu sagen. Die STA SPITZE solltest du fragen!

iv
iv
Grünschnabel
12 Tage 4 h

@offnzirkus stimp, hosch recht

stief
stief
Tratscher
12 Tage 7 h

zum Glück isch desmol nicht schlimmers passiert

knoflheiner
knoflheiner
Superredner
12 Tage 7 h

gottseidank ist olles gut ausgongen, reicht schun, wos vor a poor johr zwischn latsch und kastelbell passiert isch

ick
ick
Grünschnabel
12 Tage 4 h

de Kasper de…
Muess men jede Johreszeit den billigen Sicherheitsschuh unhobm, wenn net sofort Brief huem. Und wegen meiner Sicherheit?

ick
ick
Grünschnabel
12 Tage 7 h

Sta? Hobs do net Sicherheitsorbetn gmocht vor 3 Johr?
Obor wichtig isch dass 2 Orbeter an Kurs Bz mochn, für wos woass kuen Mensch..

Gagarella
Gagarella
Universalgelehrter
12 Tage 9 h

Schlechte Nachrichten, Leider.

der Vinschger
der Vinschger
Superredner
12 Tage 7 h

Zum Glück isch desmol niamand nix passiert

Oberlaender
Oberlaender
Tratscher
12 Tage 9 h

jo iatz glab is nor….gott sai donk lai sochschodn und a schock fir die beteiligtn.

IchSageWasIchDenke
12 Tage 4 h

Es gibt keine 100%e Sicherheit, es kann immer was passieren. Die Natur lässt sich nicht so einfach lenken

Aurelius
Aurelius
Tratscher
12 Tage 2 h

eines Vorweg. Zum Glück ist man mit dem Schrecken davongekommen…aber hier sieht man wieder, wie stark und unberechenbar die Natur ist und wie schwach und Machtlos der Mensch gegenüber steht….man sollte sich im klaren sein und manchmsl Nachdenken und sich nicht immer so aufspielen, als wäre der Mensch der Schöpfer des Universums…

ischwollwohr
ischwollwohr
Grünschnabel
12 Tage 6 h

Da werden schlimme Erinnerungen wach

Kurios
Kurios
Tratscher
11 Tage 21 h
An dieser Stelle, die zirka eineinhalb Kilometer direkt an einem Bergfuß mit Anstieg entlangführt, sammelten sich durch den starken Regen in der vergangenen Nacht Wassermassen zusammen die sich mit Schmelswasser schon 600 Meter oberhalb der Bahnlinie sammelte und seinen Weg durch Wälder und Wiesen Schlamm und Gestein mit bis hinunter auf die Bahnlinie schwemmte. Außerdem soll es an derselben Stelle schon vor 20 Jahren einen ähnlichen Murenabgang gegeben haben. Also hier geht es nicht um eine anliegende Böschung die nur einige Meter hoch ist. Von der Töll bis Kastelbell gibt es nirgends solche gefährliche Stellen. Zwischen Kastelbell und Latsch aber… Weiterlesen »
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