Von: luk
Bozen – Ein ungewöhnlicher Vorfall aus dem Gadertal ist nun ohne juristische Konsequenzen beendet worden: Der Ermittlungsrichter am Landesgericht Bozen, Emilio Schönsberg, hat ein Verfahren gegen einen Südtiroler Skilehrer eingestellt, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet.
Die Eltern eines fünfjährigen Mädchens aus Rom hatten den Skilehrer wegen angeblicher Vernachlässigung angezeigt. Ihr Vorwurf: Der Mann habe das Kind während einer Sesselliftfahrt im Dezember 2024 nicht persönlich begleitet, sondern auf einem anderen Sessel Platz genommen. Das Mädchen sei stattdessen neben ihr unbekannten Erwachsenen befördert worden.
Obwohl es während der Auffahrt zu keinerlei Zwischenfällen kam, entschieden sich die Eltern zu einer Anzeige.
Der Richter stellte nun klar, dass das Verhalten des Skilehrers keineswegs ungewöhnlich sei. Vielmehr entspreche es der gängigen Praxis bei Gruppen-Skikursen, dass Lehrpersonen den gesamten Ablauf beim Einsteigen koordinieren, ohne jedes Kind einzeln auf demselben Sessel zu begleiten.
In seiner Begründung betonte Schönsberg, dass es sich um eine “normale Beförderung im Rahmen eines geregelten Ablaufs” gehandelt habe. Die Anwesenheit anderer Erwachsener sowie des Liftpersonals gewährleiste ausreichend Aufsicht. Diese Personen übernähmen während der Fahrt eine Schutzfunktion gegenüber dem Kind.
Auch die Abläufe beim Ein- und Ausstieg würden durch das Personal der Liftanlage überwacht, sodass keine Gefährdung vorgelegen habe.
Ein strafrechtlich relevantes “Im-Stich-Lassen” eines Minderjährigen konnte das Gericht daher nicht erkennen. Das Verfahren wurde folglich eingestellt.




Aktuell sind 8 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen