81-jährige Serienbetrügerin schlägt erneut zu – VIDEO

Sie isst, übernachtet und verschwindet, wenn es ans Bezahlen geht

Mittwoch, 10. Juni 2026 | 08:15 Uhr

Von: ka

Meran – Eine 81-jährige Betrügerin, die bei Hoteliers und Gastwirten in halb Norditalien berüchtigt ist, schlug das letzte Mal in Meran zu.

Wie die Mediaset-Sendung „Dentro la Notizia“ berichtet, gelang es der Gastwirtin und ihren Mitarbeitern einer Pension in der Meraner Altstadt, die Dame zu überführen, deren Verhalten ihren Verdacht erregt hatte. Sie meldeten den Fall der Polizei, die die 81-Jährige umgehend in Gewahrsam nahm. Offenbar kann die ältere Frau nicht davon lassen, auf Kosten anderer Wochenenden zu verbringen, bei denen sie köstlich isst und trinkt. Ihr „Sündenregister“ soll 350 Anzeigen von Hoteliers und Gastwirten – die meisten von ihnen aus Norditalien – aufweisen, die alle dasselbe Delikt betreffen. Ihr vorerst letztes Menü in Meran waren Knödel, begleitet von Rotwein.

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Unter Touristikern ist sie mittlerweile berüchtigt. Auf den ersten Blick ist sie jedoch nicht als solche zu erkennen, denn sie gibt die gut angezogene Grande Dame. Das Auftreten der 81-Jährigen lässt Hotel-, Pension- und Restaurantbesitzer nicht vermuten, dass sich hinter dieser vornehmen Erscheinung eine äußerst unangenehme Kundin verbirgt. Sie isst und übernachtet, ohne dafür zu bezahlen. Ihr letzter Coup gelang ihr in den vergangenen Tagen in Meran. Wie der Corriere dell’Alto Adige berichtet, verbrachte die Frau das Wochenende in einer Unterkunft im historischen Stadtzentrum unter den Lauben, bevor sie verschwand, ohne die Rechnung zu begleichen.

Facebook/Frame Video/Dentro la notizia

Es handelt sich jedoch nicht um einen Einzelfall. Im Laufe der Jahre hat sie Hunderte von Anzeigen in verschiedenen Städten und Ferienorten Italiens – insbesondere in Norditalien – angesammelt. Dabei geht sie stets nach dem gleichen Muster vor: Sie gibt sich als normaler Gast aus, nimmt die Dienstleistungen in Anspruch und ist zum Zeitpunkt der Rechnungsstellung nicht mehr auffindbar. Eine weitere Variante ist, dass sie Ausreden vorbringt, um die Zahlung aufzuschieben. Verdächtig ist insbesondere, dass sie unter allen Umständen versucht, ihre Identität zu verschleiern, und allerhand Ausreden nutzt, um das Dokument, das sie eindeutig als Serienbetrügerin „ausweist“, nicht vorzeigen zu müssen.

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In Meran versuchte die 81-Jährige in einer Unterkunft in einem historischen Laubenhaus, in dem Ferienwohnungen angeboten werden, ihre gewohnte Masche abzuziehen, um sich ein „Gratiswochenende“ in der Altstadt von Meran zu erschleichen. Allerdings wurde ihr diesmal ihre „einschlägige Bekanntheit“ zum Verhängnis, da sie in der Rezeption nicht nur Verdacht erregte, weil sie keine Ausweispapiere vorlegen wollte, sondern sich auch durch andere auffällige Verhaltensweisen verriet.

Facebook/Frame Video/Dentro la notizia

Wie die Gastwirtin der Journalistin der Mediaset-Sendung „Dentro la Notizia“ berichtete, ging bei ihr eine E-Mail von einer Frau ein, die angeblich eine Unterkunft für ihre Mutter für zwei Nächte vormerken wollte. Sie wollte nicht im Voraus bezahlen, sondern nachher per Überweisung. Da ihre Ankunft nach 20.00 Uhr geplant war, erhielt sie alle Informationen für das Self-Check-in. Die 81-Jährige kam – was für eine Frau in diesem Alter sehr ungewöhnlich ist – erst um 1.30 Uhr nachts an.

Dem Mann der Gastwirtin, der ihr die Tür öffnete und sie zu ihrer gebuchten Unterkunft führte, kam die ältere Dame bereits verdächtig vor. Als die Gastwirtin sie am nächsten Morgen um ihre Ausweispapiere bat, erhielt sie nur eine unwirsche Antwort, woraufhin die Gewohnheitsbetrügerin sofort auflegte. Da keine Überweisung eingegangen war und sie das sehr fragwürdige Verhalten der Frau beobachtet hatte, rief die Gastwirtin die 81-Jährige am späten Vormittag gegen 11.00 Uhr erneut in ihrem Zimmer an. Diesmal sagte diese frei heraus, dass sie keinen Ausweis bei sich habe. Das gefiel der Gastwirtin gar nicht, denn wie sie gegenüber „Dentro la Notizia“ betonte, sei sie gesetzlich verpflichtet, die Identität der Gäste zu überprüfen, die sie in ihrer Unterkunft beherbergt.

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Schließlich soll die Zechprellerin von mehreren Mitarbeitern der Unterkunft erkannt worden sein. Diese alarmierten sofort die Polizei. Die Beamten schritten daraufhin ein und konnten die Frau unter den Meraner Lauben aufspüren. Wie sich herausstellte, ist ihre „Masche” unter den Gewerbetreibenden bereits bekannt. Tatsächlich kursieren seit einiger Zeit Meldungen und Fotos der Frau in WhatsApp-Gruppen für Hoteliers, Gastronomen und Händler, um weitere Betrugsfälle zu verhindern.

Die 81-Jährige soll jedoch nicht nur die Betreiberin der Unterkunft, sondern auch mindestens einen weiteren Gastbetrieb betrogen haben. Sie gab vor, keine Geldbörse bei sich zu tragen, und wollte nach einem ausgiebigen Mahl oder dem Genuss eines Aperitifs nicht zahlen. Zu ihrer Masche gehörte es, ihre Gastgeber in Gespräche zu verwickeln und manchmal auch ein bisschen Kritik zu üben – alles, um die Aufmerksamkeit davon abzulenken, dass sie nie vorhatte, die Rechnung zu begleichen.

Quästur Bozen

Der Vorfall lenkt erneut die Aufmerksamkeit auf eine zwar seltene, für lokale Unternehmen aber dennoch wirtschaftliche und organisatorische Probleme verursachende Problematik. Für die betroffenen Touristiker besteht das Problem nicht nur in den entgangenen Einnahmen, sondern auch im Zeitaufwand für die Anzeigeerstattung und die anschließenden Verfahren.

Schätzungen zufolge hat die Frau bereits über 350 Anzeigen wegen ähnlicher Betrugsfälle auf dem Kerbholz, die sich im Laufe der Jahre an verschiedenen Orten in Italien ereignet haben. Eine Zahl, die von der Hartnäckigkeit ihres kriminellen Treibens zeugt und Beherbergungsbetriebe sowie Gewerbetreibende weiterhin in Alarmbereitschaft versetzt. Die Ermittlungenzu dem neuen Vorfall wurden den Strafverfolgungsbehörden übertragen.

Bezirk: Burggrafenamt

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