Rund 50 Häuser betroffen

Sorge in Kurtatsch vor Steinschlaggefahr

Freitag, 09. Januar 2026 | 10:18 Uhr

Von: luk

Kurtatsch – In Kurtatsch sorgt eine mögliche Steinschlaggefahr oberhalb des Dorfes für Aufmerksamkeit. Betroffen ist der steile Felsbereich „Gauner Wände“, oberhalb der Ortschaft, von dem seit einiger Zeit kleinere Steine und Geröll abgehen. Rund 50 Wohnhäuser und mehrere historische Höfe – teils aus dem 16. Jahrhundert – in der alten Dorflage gelten als potenziell gefährdet.

Die betroffenen Gebäude liegen entlang der alten Straße Richtung Rungg (Tramin), in der Maria-Hilfe-Gasse sowie im Schießstandweg, etwa 200 bis 300 Meter unterhalb der Felswand. Über dem Steilhang befindet sich die Hochebene von Graun, einer auf rund 800 Metern gelegenen Fraktion mit etwa 160 Einwohnern.

Nach Angaben von Bürgermeister Andreas Anegg besteht derzeit keine akute Gefahr. Zwar lösen sich immer wieder kleinere Steine und kiesiges Material aus dem Fels, diese bleiben jedoch im darunterliegenden Niederwald liegen. Bereits nach einem schweren Unwetter im Juni 2001 hatte die Gemeinde gemeinsam mit der Forstbehörde einen rund 1.000 Meter langen und drei Meter hohen Schutzdamm aus bewehrter Erde errichtet.

Neue Risikobewertungen zeigen nun allerdings, dass diese Schutzmaßnahme nicht mehr ausreicht, berichtet die Zeitung Alto Adige. Das Landesamt für Geologie und Baustoffprüfung hatte daher externe Fachleute mit einer aktuellen Steinschlagsimulation beauftragt. Auf dieser Grundlage wurde das betroffene Gebiet als „rote Zone“ eingestuft.

Für die Eigentümer hat dies konkrete Folgen: In dem Gefahrenbereich sind künftig nur mehr ordentliche Instandhaltungsarbeiten erlaubt. Erweiterungen oder Umbauten sind bis zur Verbesserung der Schutzmaßnahmen nicht möglich. Vorgesehen ist, den bestehenden Damm von derzeit drei auf sechs Meter zu erhöhen.

Die Kosten für das Projekt werden laut Bürgermeister Anegg auf rund sechs Millionen Euro geschätzt. Etwa 80 Prozent davon sollen durch Landesbeiträge gedeckt werden. Der Baubeginn könnte Anfang des kommenden Winters erfolgen. Auch das Land bestätigt, dass die Verstärkung des bestehenden Damms die einzig sinnvolle Lösung darstellt.

Bei den Anrainern selbst herrscht derzeit keine akute Sorge. Dennoch sind frühere Ereignisse präsent: etwa der Felssturz von Rungg im Jänner 2014 oder der Steinschlag von 1968 in der Maria-Hilfe-Gasse in Kurtatsch, bei dem ein großer Felsblock in ein Wohnhaus eindrang und nur knapp an den schlafenden Bewohnern vorbeiging.

Gemeinde Tramin

Bezirk: Überetsch/Unterland

Kommentare

Aktuell sind 3 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen