Fall landet vor Gericht

Spatzenchef Norbert Rier um Geld erpresst

Mittwoch, 05. Juli 2017 | 12:09 Uhr
Update

Bozen – Geld „sonst passiert was“: Mit diesen und anderen Worten ist Norbert Rier, Chef der „Kastelruther Spatzen“ erpresst worden.

Der Erpresserbrief erreichte seinen Empfänger 2014. Bald schon führten die darauf eingeleiteten Ermittlungen zum mutmaßlichen Täter, berichtet das Tagblatt Dolomiten am Mittwoch.

„Den kenne ich schon lange. Er ist lästig“, sagt Rier. Am vergangenen Montag hat der Spatzenchef vor Richter Carlo Busato als Zeuge ausgesagt. Er hofft, dass es zu einer Verurteilung kommt, damit „die Sache endlich vorbei ist.“

2014 erhielt Rier dann einen anonymen Drohbrief. Darin stand sinngemäß, Rier müsse in einer Sporttasche über 700.000 Euro in ein Hotel in Meran bringen, sonst „passiert etwas“, berichtet das Tagblatt Dolomiten.

„Den Brief habe ich sofort meinem Anwalt übergeben und der ist damit zu den Carabinieri gegangen – vor der Geldübergabe“, erzählt Rier den „Dolomiten“. Ihm sei nicht wohl gewesen bei der Sache – „man weiß ja nie“. Nach einer Weile habe er erfahren, wer den Brief verfasst haben soll: „Anfangs soll er es zugegeben, dann wieder abgestritten haben.“

Es handelte sich um Gerhard Korn, der schon 2011 Rier und andere „Spatzen“ mit SMS überschwemmt haben soll. Wegen Belästigung, auch anderer Personen, war Korn schon seinerzeit mehrmals verurteilt worden, bestätigte Richter Busato gestern.

„Ich kenne ihn schon lange. Er war immer hier in Kastelruth, hat mal das, mal jenes gemacht – irgendwie hielt er sich eben über Wasser“, sagt Rier weiter.

„In Deutschland hat er sich sogar als unser Manager ausgegeben und Termine organisiert – die dann natürlich nicht stattfanden. Im Nachhinein kann man darüber lachen – aber bei dem Erpresserbrief war mir nicht zu Lachen zu Mute“, so Rier gegenüber dem Tagblatt Dolomiten..

Am Montag machte Norbert Rier am Bozner Landesgericht seine Zeugenaussage. Derzeit wird Korn Erpressung zur Last gelegt. Da sich Rier selbst nicht bedroht fühlt, könnte der Vorwurf abgeschwächt werden, nämlich in Belästigung. Aber das wird frühestens bei der nächsten Verhandlung am Landesgericht Thema sein.

Von: luk

Bezirk: Bozen

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