Von: mk
Bozen – Der Active Ageing Index (AAI) misst das Niveau und die Voraussetzungen, unter denen die ältere Bevölkerung aktiv, selbstständig und gesellschaftlich eingebunden leben kann. Das Landesstatistikinstitut ASTAT vergleicht in einem Bericht die Ergebnisse von 2018 und 2023 für die Südtiroler Bevölkerung.
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Im betrachteten Zeitraum ist der AAI von 38 auf 40 Punkte gestiegen. Dies weist darauf hin, dass es die ältere Bevölkerung in Südtirol immer besser schafft, aktiv und in guter Gesundheit zu altern.
Die Zielbevölkerung umfasst bei den meisten Indikatoren die Personen im Alter von 55 Jahren und mehr, also in jenem Alter, das den Beginn des Übergangs zum Austritt aus dem Arbeitsmarkt markiert.
Erwerbstätigkeit
Die Analyse der Daten zeigt, dass sämtliche Altersklassen zwischen 2018 und 2023 steigende Erwerbstätigenquoten verzeichneten. Besonders ausgeprägt fiel dieser Anstieg in der Altersgruppe der 70‑ bis 74‑Jährigen aus, für die der Wert von sechs auf zehn Prozent stieg. Dies weist auf eine längere Verweildauer im Erwerbsleben im Vergleich zu früher hin. Die zunehmende Erwerbsbeteiligung der 55‑ bis 74‑Jährigen kann als Ergebnis mehrerer Faktoren interpretiert werden: eines lokalen Arbeitsmarktes, der auch Arbeitskräfte höheren Alters aufnehmen kann, einer Verlängerung der Erwerbstätigkeit infolge der in den letzten Jahren umgesetzten Rentenreformen sowie einer Verbesserung des Gesundheitszustands der Bevölkerung ab 55 Jahren.
In beiden betrachteten Jahren bestanden weiterhin alters- und geschlechtsspezifische Unterschiede bei den Erwerbstätigenquoten. Frauen haben immer noch größere Schwierigkeiten haben, im höheren Alter im Arbeitsmarkt zu verbleiben oder wieder in diesen einzusteigen. Zwischen 2018 und 2023 hat sich der Gesamtindex der Dimension Beschäftigung deutlich verbessert und ist von 38 auf 41 gestiegen (+3 Punkte).
Gesellschaftliche Teilhabe
Mit der Dimension gesellschaftliche Teilhabe wird der Beitrag der Personen ab 55 Jahren zum gesellschaftlichen Leben analysiert. Dabei geht es hauptsächlich um Beteiligungsmöglichkeiten außerhalb des Arbeitsmarktes. Dazu zählen die ehrenamtlichen Tätigkeiten, die Betreuung der Kinder und Enkelkinder, die Unterstützung von älteren Menschen und die politische Teilhabe.
In Südtirol nimmt die familiäre Unterstützung, insbesondere die Betreuung von Kindern und Enkelkindern, einen großen Raum in dieser Dimension ein. Neben der familiären Komponente sind ehrenamtliche Tätigkeiten eine weitere wichtige Möglichkeit für ältere Personen, sich gesellschaftlich zu beteiligen. In Vereinen, Körperschaften des Dritten Sektors und Bürgerinitiativen stellen sie ihre Zeit, Kompetenzen und Erfahrungen zur Verfügung und tragen damit aktiv zum gesellschaftlichen Leben bei. Die ehrenamtliche Tätigkeit ist im Vergleich zu 2018 von 16 auf 18 Prozent gestiegen
Die politische Beteiligung ist hingegen gesunken, und zwar von 17 auf zwölf Prozent. Dieser Rückgang zeigt, dass die aktive Beteiligung der älteren Personen am Gesellschaftsleben und am aktiven Bürgerengagement nachgelassen hat.
Selbstständiges, gesundes und sicheres Leben
Zwischen 2018 und 2023 ist der Gesamtindex der Dimension selbstständiges, gesundes und sicheres Leben von 60 auf 58 (-2 Punkte) gesunken. Das Gesamtergebnis bleibt hoch. Die Entwicklung der einzelnen Komponenten zeigt jedoch unterschiedliche Dynamiken zwischen den strukturellen (Dienstleistungen und wirtschaftliche Bedingungen) und den lebensstil- und wahrnehmungsbezogenen Dimensionen.
Bei den Verhaltensweisen und der Wahrnehmung zeigt sich zunehmende Fragilität. Die körperliche Betätigung ist deutlich zurückgegangen und von 40 auf 33 Prozent gesunken. Dies weist auf eine geringere Verbreitung regelmäßiger Bewegung bei Personen ab 55 Jahren hin. Besonders ausgeprägt ist der Rückgang bei der körperlichen Sicherheit, deren Wert von 45 auf 33 Prozent gefallen ist. Dies spiegelt eine Abnahme der wahrgenommenen Sicherheit wider. Das lebensbegleitende Lernen verharrt auf sehr niedrigen Werten und lag sowohl 2018 als auch 2023 bei sieben Prozent. Dies deutet auf eine begrenzte Teilnahme an Bildungsaktivitäten hin. Insgesamt tragen der Rückgang der körperlichen Aktivität und der wahrgenommenen Sicherheit maßgeblich zum Rückgang des Gesamtindexes dieser Dimension bei.
Kapazitätenförderung und Schaffung eines Umfelds für aktives Altern
Die Dimension Kapazitätenförderung und Schaffung eines Umfelds für aktives Altern bezieht sich auf Kontextbedingungen und individuelle Ressourcen, die ein gutes Altern ermöglichen. Zwischen 2018 und 2023 ist der Index von 59 auf 66 (+7 Punkte) gestiegen und weist somit auf eine generelle Verbesserung der günstigen Bedingungen für aktives Altern hin. Die positive Entwicklung wurde vor allem durch gesundheitsbezogene Indikatoren getragen (Lebens- erwartung und vor allem Lebenserwartung ohne Einschränkungen mit 65 Jahren). Auch die Digitalisierung (Nutzung von IKT) sowie der Bildungsgrad, welche die größten Zuwächse verzeichnen, zählen dazu. Dem- gegenüber waren die Indikatoren zum geistigen Wohl- befinden und zur sozialen Einbindung leicht rückläufig.
Im gesamtstaatlichen Vergleich belegte Südtirol im Jahr 2018 nach dem Gesamtindex den ersten Platz.




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