Von: luk
Bozen – Immer mehr Senioren in Südtirol verlieren durch Glücksspiel ihre Ersparnisse. “Erst sind es kleine Beträge – und am Ende ist die ganze Rente weg“, warnt Alfred Ebner von der Rentnergewerkschaft der CGIL. Besonders im Alter sei es schwer, sich nach finanziellen Verlusten wieder zu stabilisieren. „Ich sehe, wie Senioren ihr Geld wegwerfen, in der Hoffnung auf den großen Gewinn. Es bricht mir das Herz”, so Ebner.
In der Provinz Bozen hat das Glücksspielvolumen bereits die Marke von einer Milliarde Euro überschritten. Rund 7.000 Menschen gelten als abhängig, weitere 12.000 zeigen problematisches Spielverhalten. Die Folgen reichen von Verschuldung über familiäre Konflikte bis hin zu Depressionen.
Ebner kritisiert die Politik scharf: Während Staat (164,6 Milliarden Euro pro Jahr) und Land (50 Millionen Euro pro Jahr) hohe Einnahmen erzielen, trage die Gesellschaft die sozialen Folgekosten. Es fehle an strengeren Regeln und einem wirksamen Werbeverbot.
“Wir sprechen von enormen Belastungen für Soziales, Gesundheitssystem und Justiz. Es sind Kosten, die die Einnahmen bei weitem übersteigen”, so Ebner. Forderungen nach strengeren Regeln lägen seit Langem auf dem Tisch. “Was fehlt, ist der politische Wille, diesem unkontrollierten Markt Einhalt zu gebieten.”
Hilfe bieten unter anderem der Gesundheitsdienst sowie die Caritas. Dort werden jährlich rund 1.000 Menschen beraten, darunter auch Betroffene von Glücksspiel. In Bozen unterstützt zudem die Fachstelle der Hands bei Behandlung und Rehabilitation.
Weitere Angebote gibt es im Vinschgau, etwa durch psychosoziale Beratungsstellen der Caritas in Schlanders, sowie stationär im therapeutischen Zentrum „Bad Bachgart“, das sich auf die Behandlung von pathologischem Glücksspiel spezialisiert hat.
Die Tendenz ist klar: Spielsucht im Alter entwickelt sich zunehmend zu einem drängenden sozialen Problem.




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