Zum Glück wählte er die Nummer des Europäischen Verbraucherzentrums

Südtiroler vor 90.000-Euro-Betrug bewahrt

Mittwoch, 12. April 2017 | 10:50 Uhr

Bozen – 90.000 Euro sollte ein junger Südtiroler für sein Traumauto hinblättern. Gut, dass er vor Vertragsabschluss das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) in Bozen kontaktiert hat, denn für die Verbraucherschützer war sofort klar: Es handelt sich um einen „klassischen“ Online-Betrugsversuch.

So ein ultramodernes und exklusives Elektroauto wünscht sich der junge Südtiroler schon lange. Online findet er ein wirklich tolles Angebot: 89.000 Euro soll er für sein Traumauto bezahlen, welches normalerweise viel teurer wäre. Der Verbraucher kontaktiert also das deutsche Autohaus, welches ihm antwortet, dass sich der Wagen angeblich in Norwegen befinde. Das Auto sei „so billig“, weil der vorherige Besitzer die Raten nicht mehr bezahlen könne. Erwerben könne man das Auto entweder durch eine Auktion, die in den Geschäftslokalen der Firma in Leipzig stattfinden soll (bereits die Teilnahme an der Auktion ist kostenpflichtig), oder man könne das Auto auch sofort kaufen. Die Bezahlung des Preises soll über ein niederländisches Treuhandkonto erfolgen; für die Sicherheit dieses Zahlungsmittels garantiere angeblich der Notar des Autohauses.

Der potentielle Käufer ist aber skeptisch, immerhin handelt es sich um eine große Investition. Also wird er selbst aktiv und informiert sich beim lokalen Verkaufshändler der Automarke, welcher ihm bestätigt, dass es das Auto zwar gibt, dieses jedoch irgendwo in Europa noch zirkuliert und einen Marktwert von ca. 120.000 Euro hat. Der Verbraucher würde sich sicherer fühlen, wenn er erst einmal nach Leipzig fahren würde, um sich den Luxusschlitten vor Ort anzuschauen. Diese Möglichkeit scheint dem deutschen Autohaus aber nicht zu gefallen: Plötzlich ist es unklar, wo sich das Auto überhaupt befindet.

Auch informiert sich der Verbraucher bei seiner Bank über die möglichen Zahlungsmethoden. Diese bestätigt ihm, dass es möglich ist, eine Blitzüberweisung nach Deutschland zu machen, und legt dem Kunden ans Herz, auf jeden Fall Vorsicht walten zu lassen.

Das Autohaus hat es mit der Abwicklung des Geschäfts eilig und schickt dem Verbraucher den Kaufvertrag zu. Bevor er unterschreibt, tätigt der Konsument aber noch einen entscheidenden Anruf: Er wählt die Nummer des Europäischen Verbraucherzentrums (EVZ) in Bozen. Die Beraterinnen dort sind sich sofort einig: Es handelt sich wohl um einen typischen Online-Betrugsversuch, ganz nach dem Motto „zu schön, um wahr zu sein“.

„Zum Glück war es nicht allzu schwierig, den Verbraucher davon zu überzeugen, dass es sich um einen Betrugsversuch handelt“, erzählt man im EVZ. „Es sind immer dieselben Elemente, die bei diesen Betrugsmaschen benutzt werden: auffallend niedrige Preise, Autos, die man vor dem Kauf nicht besichtigen kann, und die in irgendeinem anderen Land stehen, als beim Verkäufer, Zahlung des Kaufpreises durch unsichere Zahlungsmittel, grobe Rechtschreibfehler im Schriftverkehr, Internetseiten, die erst kürzlich eingerichtet wurden“.

Dieser Fall ist das beste Beispiel dafür, dass Vorabinformation – vor allem bei Internetkäufen – der beste Schutz vor Betrügereien, finanziellen Verlusten und schlechten Kaufentscheidungen ist, zeigt sich das EVZ überzeugt.

Zahlreiche Informationen und Tipps zum Einkaufen im Internet gibt es in der Broschüre des EVZ Bozen.

 

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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14 Kommentare auf "Südtiroler vor 90.000-Euro-Betrug bewahrt"


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Lana77
Lana77
Tratscher
17 Tage 23 h

A wenn i es Geld hat, i konn nit verstian wia men lai 90.000€ für a Auto ausgebn will 🤔

NixNutz
NixNutz
Tratscher
17 Tage 20 h

Brumm et? Wenns geil isch?! – die froge stellt sich: 90.000 füer a elektro auto?!??

max.terz
max.terz
Neuling
17 Tage 20 h

Des verstean lei leit de es geld hobm

OrB
OrB
Tratscher
17 Tage 18 h

Genau 90.000 für a Karre, isch koane Wert

gauni2002
gauni2002
Universalgelehrter
17 Tage 23 h

Wenn ich einen Gebrauchtwagen kaufe, dann will ich ihn auch erst einmal sehen und testen, dann gibts auch die Kohle auf die Kralle. So halbseidene Dinge aus der Ferne: dazu habe ich zuwenig Vertrauen

Mikeman
Mikeman
Universalgelehrter
18 Tage 8 Min

was hier am Wichtigsten wär wird logischer Weise nicht angeführt:
ist man den Gaunern auf den Fersen,weiss man ihr headquarter ??
So eine Karre müsste man vor Bezahlung sogar begutachten lassen und nicht nur ansehen um sicher zu sein nicht die Katze im Sack zu kriegen.

wuestenblume
wuestenblume
Superredner
17 Tage 23 h

Bevor man Verträge abschließt immer eine Nacht darüber schlafen ….

Ralph
Ralph
Tratscher
17 Tage 21 h

gut gegangen nochmal. aber wie blöd muss man sein, ein auto zu bezahlen, bevor man es fährt, geschweige denn gesehen zu haben

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
17 Tage 19 h

Viel Geld zur Verfügung und Prepotenz zu meinen man ist als “JUNIOR” mit Geld (eventuell vom PAPA???) allmächtig!!!😢😢😢Mamabüebl,kannt sel sein,oder Tata Stolz???,oder Affenliebe???? Will niemanden beleidigen,aber es kann sich jeder seine eigene Meinung bilden!!! DANKE!

Kurios
Kurios
Tratscher
17 Tage 20 h

Das ist viel Geld für ein Auto. Da muss man schon reich sein. Reiche sollten ihr Geld auch so verlieren. Wär mir egal

anonymous
anonymous
Tratscher
17 Tage 19 h

Wer ein Auto im voraus bezahlt  ohne es gesehen zu haben ist selber Schuld

Blitz
Blitz
Tratscher
17 Tage 19 h

Jeder versteat,dass ban an sellan Gschäft eppas faul isch !

TF1
TF1
Grünschnabel
17 Tage 18 h

Ganz schön Blauäugig: Autokauf im Internet ,was zu billig angeboten wird ist meistens zu teuer oder glaubt noch jemand an den Weihnachtsmann!!

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
17 Tage 19 h

Ich glaube der junge Mann ist nicht “ARM”???,wenn er 90.000 Euro für seinen Traumwagen ausgeben kann,aber er hat jetzt verstanden die Gier ,ein Fahrzeug um 25.000.- Euro billiger zu kaufen währe beihnahe nach hinten losgegangen!!!!! Wünsch dir in Zukunft bessere Geschäftserfolge!!!! Alles GUTE JUNIOR!!!😢😢😢

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