Von: mk
Bozen/Schnals – Im Ermittlungsverfahren zum Unfalltod der italienischen Nachwuchsskifahrerin Matilde Lorenzi gibt es neue Entwicklungen. Auf Antrag des federführenden Rechtsmediziners Mario Gulisano hat der Ermittlungsrichter am Landesgericht Bozen einen zweiten Experten hingezogen: Der Trauma-Spezialist Osvaldo Chiara soll die Krankenakte der Athletin detailliert analysieren.
Chiara hat nun 60 Tage Zeit, um die genauen Verletzungen, deren Auswirkungen auf den Körper sowie die theoretischen Überlebenschancen der 19-Jährigen zu bestimmen. Für den 28. September ist eine gerichtliche Anhörung angesetzt, bei der alle vom Gericht bestellten Gutachter – einschließlich der Experten für die Rekonstruktion des Unfallhergangs – angehört werden.
Matilde Lorenzi, Mitglied der Junioren-Nationalmannschaft, stürzte am 27. Oktober 2024 beim Training auf der Riesenslalom-Piste „Grawand G1“ im Schnalstal schwer und erlag am Folgetag im Krankenhaus ihren Verletzungen.
Die Staatsanwaltschaft Bozen hatte das Verfahren zunächst innerhalb von 24 Stunden als reinen Sportunfall zu den Akten gelegt. Erst eine Eingabe der Familie, gestützt auf zwei Privatgutachten zu den medizinischen Ursachen und mutmaßlich versäumten Sicherheitsmaßnahmen, führte zur Wiederaufnahme der Ermittlungen. Im Fokus stehen derzeit zwei Beschuldigte: der Sicherheitschef im Skigebiet sowie der zuständige Trainer, der auch für die Präparierung der Trainingspiste verantwortlich war.




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