Von: apa
Nach der tödlichen Attacke auf eine 67-jährige Fußgängerin durch eine Kuhherde am Sonntag in einem Weidegebiet in Oberlienz in Osttirol ist deren 65-jähriger Ehemann noch nicht befragt worden. Dies sei bisher aufgrund des Gesundheitszustands des Mannes nicht möglich gewesen, sagte der Lienzer Bezirkspolizeikommandant Michael Jaufer am Dienstag der APA. Nach einem Zeugenaufruf am gestrigen Montag gab es indes noch keine Rückmeldungen und somit keine direkten Zeugen.
Kurz vor der tödlichen Attacke auf die Osttirolerin waren noch drei weitere Personen – darunter ein Tierarzt und seine Frau – von der Herde angegriffen worden. Laut Angaben des Tierarztes könnte die Herde, der auch Kälber angehörten, durch eine Spaziergängerin mit Hund aufgeschreckt worden sein. Die Polizei ersuchte insbesondere die Frau, die sich Zeugenangaben zufolge rund 15 Minuten vor der tödlichen Attacke mit einem größeren Hund am gleichen Ort aufgehalten hatte, sich zu melden. In unmittelbarem Zusammenhang mit dem Vorfall stehe die Frau jedoch nicht, hieß es.
Das Weidegebiet war mit Schildern bzw. Warnhinweisen versehen, eine Einzäunung gab es dort nicht. Es befand sich eine mittlere, zweistellige Anzahl an Kühen in dem Bereich. Mehrere Bauern hatten sich dabei zusammengeschlossen. Den Weg benutzen regelmäßig Spaziergeher und Wanderer.
Ehemann schwer verletzt in Klinik
Die einheimische 67-Jährige war nach der Attacke um 12.30 Uhr am Sonntag noch an Ort und Stelle ihren schweren Verletzungen erlegen. Ihr Ehemann wurde schwer verletzt in die Innsbrucker Klinik eingeliefert und dort zunächst auf der Intensivstation betreut. Am Montag wurde er auf die Beobachtungsstation verlegt und befand sich außer Lebensgefahr. Der genaue Hergang des Vorfalls war unklar. Zeugen, die die Kuhattacke beobachtet hatten, gab es aktuellen Erkenntnissen zufolge nicht. Das Ehepaar hatte keinen Hund dabei.
Die Tiroler Landwirtschaftskammer wollte indes am Dienstag in einer Pressekonferenz die empfohlenen Verhaltensweisen im Umgang mit Weidevieh in Erinnerung rufen. Am Vortag hatte bereits der österreichische Alpenverein (ÖAV) auf ebenjene Empfehlungen hingewiesen, die vom Landwirtschaftsministerium, der Landwirtschaftskammer, der Wirtschaftskammer und dem Alpenverein erarbeitet worden waren. Demnach sollte etwa der Kontakt mit den Tieren – insbesondere wenn Hunde und Mutterkühe im Spiel sind – vermieden und stets Ruhe bewahrt werden. Hunde sollten immer an der kurzen Leine geführt und im Fall eines Angriffs sofort abgeleint werden. Bei Anzeichen einer unruhigen Herde sollte die Weidefläche zügig verlassen werden.




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