Von: luk
Bozen – Im Bozner Gefängnis hat sich in der Nacht auf Donnerstag ein 68-jähriger Häftling das Leben genommen. Der Mann wurde gegen 1.40 Uhr von Bediensteten der Strafvollzugspolizei im Sanitärbereich seiner Zelle entdeckt. Trotz sofort eingeleiteter Wiederbelebungsmaßnahmen konnte ihm nicht mehr geholfen werden.
Der aus Süditalien stammende Mann war erst seit rund einem Monat in der Haftanstalt in Bozen untergebracht. Er war am Brenner festgenommen worden, nachdem er gegen einer in Sizilien verhängten Hausarrestauflage verstoßen hatte. Nach Angaben aus dem Gefängnis litt der 68-Jährige an einer schweren Erkrankung und musste täglich medizinisch behandelt werden. Sein Antrag auf eine Verlegung in die Nähe seines Heimatortes war zuvor abgelehnt worden.
Gefängnisdirektor Giovangiuseppe Monti zeigte sich schwer getroffen von dem Vorfall: Er dankte den Bediensteten der Strafvollzugspolizei für ihren Einsatz in dieser schwierigen Situation und erneuerte die Forderung nach einer Aufstockung des Personals. Auch die Gewerkschaft der Strafvollzugspolizei SAPPE sprach den Angehörigen des Verstorbenen sowie den beteiligten Beamten ihr Mitgefühl aus. Zugleich verwies sie auf den anhaltenden Personalmangel in der Haftanstalt, der die Betreuung und Überwachung der Insassen zusätzlich erschwere.
Nach Angaben der Gewerkschaft wurden in italienischen Gefängnissen seit Jahresbeginn bereits 32 Suizide registriert.




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