Von: mk
Bozen – In der Vittorio-Veneto-Straße in Bozen hat sich am Mittwochmorgen auf der Höhe vom Grieserhof ein tragischer Verkehrsunfall ereignet. Die 46-jährige Anila Kurcani ist dabei tödlich verunglückt.
Die Frau, die im Zentrum lebte, war mit dem Fahrrad unterwegs, als sie kurz nach 8.00 Uhr von einem 30 Tonnen schweren Lkw erfasst wurde. Wie die Zeitung Alto Adige schreibt, war sie am Mittwoch mit ihrem Fahrrad aufgebrochen, um ihre Mutter im Spital zu besuchen. Dort kam sie allerdings nie an.
Der Lkw erfasste die Frau mit der Kabine, als sie möglicherweise links abbiegen wollte, um den Fahrradweg zu erreichen. Vor den Augen entsetzter Passanten wurde ihr Körper mehrere Meter vom Schwerfahrzeug mitgezerrt.
Die Frau wurde nach der Kollision unter dem Lkw eingeklemmt und erlitt dabei schwerste Verletzungen. Der 50-jährige Fahrer hatte sofort auf die Bremse gedrückt und war ausgestiegen, um nach dem Unfallopfer zu sehen. Die Mitarbeiterin einer Bäckerei wählte den Notruf und setzte die Rettungskette in Gang.
Im Einsatz standen der Notarzt und ein Rettungstransportwagen vom Weißen Kreuz, die Feuerwehr, die Ortspolizei und die Notfallseelsorge.
Zwar konnte sie von den Rettungskräfte befreit werden, doch sämtliche Bemühungen der Einsatzkräfte erwiesen sich als vergebens. Die Frau erlag fünf Minuten später noch am Unfallort ihren schweren Verletzungen. Der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen.
Die Ortspolizei ermittelte mit den Carabinieri den genauen Unfallhergang und ließ den Verkehr fast zwei Stunden lang sperren. Durch den tragischen Vorfall kam es vor allem im Bereich des Grieser Platzes zu massiven Verzögerungen im Verkehr.
Anila Kurcani arbeitete in der Enothek „Banco11“ auf dem Obstplatz und lebte mit ihrem Mann Lorenc und ihrer Tochter Britni in einer Wohnung in der Laubengasse. Die Nachricht ihres Todes verbreitete sich in Windeseile innerhalb der albanischen Gemeinde, erreichte aber auch ihre Arbeitskollegen, die von Anilas Schwester verständigt worden waren.
„Anila war immer so freundlich und aufmerksam. Ich kann es kaum glauben. Ihr Tod hinterlässt eine unfassbare Leere“, erklärt Birgitta Puustinen, die Inhaberin der Enothek.
Der Lkw-Lenker zeigte sich gleich von Anfang an kooperativ den Ordnungskräften gegenüber und schilderte die Unfalldynamik aus seiner Perspektive. Gleichzeitig wurde er von der Notfallseelsorge unterstützt.
Die Staatsanwaltschaft hat von Amts wegen eine Untersuchung wegen fahrlässiger Tötung in die Wege geleitet. Ersten Rekonstruktionen zufolge kann dem Lkw-Fahrer aus strafrechtlicher Sicht kaum eine Schuld zugewiesen werden. Der Lkw-Fahrer ist bei grüner Ampel losgefahren.
Im Rahmen der Ermittlungen zum Unfallhergang werden auch die Bilder von Überwachungskameras aus der Umgebung ausgewertet. Zeugen sollen ebenfalls angehört werden.
Im Bozner Rathaus befasst sich unterdessen die Stadtverwaltung mit dem tödlichen Unfall. Stadträtin Johanna Ramoser hat angekündigt, nach Abschluss der Unfallerhebungen einen Dringlichkeitsplan zu entwickeln, um die Verkehrssicherheit in der Zone zu erhöhen. Wie berichtet, ist es dort bereits in der Vergangenheit zu Unfällen gekommen.




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