Von: mk
St. Lorenzen – Vor Kurzem hat auf Einladung der KVW-Sektion St. Lorenzen unter der engagierten Führung der Vorsitzenden Anni Gasser ein gut besuchter Infoabend für die Bevölkerung unter dem Titel „Vermögensrechtliche Aspekte und Sachwalterschaft bei Demenz“ mit dem Präsidenten des Vereins Alzheimer Südtirol ASAA, Ulrich Seitz und dem Rechtsexperten, RA Alexander Kritzinger, im Vereinshaus des Pusterer Ortes, stattgefunden.
So wie landesweit in mehreren Bezirken, stellt man auch im Pustertal einen erheblichen Bedarf an Unterstützung fest – nicht zuletzt, weil immer mehr Menschen zuhause mit den damit verbundenen Schwierigkeiten gepflegt werden müssen. Im Pustertal verzeichnet man insgesamt einen Anstieg von rund 25 Prozent der Pflegefälle in den letzten fünf Jahren, die in den eigenen vier Wänden für längere Zeit (in der Regel fünf bis acht Jahre) im familiären Kontext betreut werden müssen. Tendenz steigend.
ASAA-Präsident Ulrich Seitz berichtet, dass oftmals die Menschen nicht darauf vorbereitet seien, sich mit den rechtlichen und finanziellen Folgen einer schweren Krankheit wie Alzheimer oder Demenz auseinanderzusetzen. Deshalb ermutigt der Verein Alzheimer Südtirol, Personen, bei denen kürzlich eine komplexe Pathologie diagnostiziert wurde – insbesondere eine, von der erwartet wird, dass sie zu einer Verschlechterung der geistigen und körperlichen Gesundheit führt, ihre finanziellen und gesundheitlichen Vorkehrungen so bald wie möglich zu prüfen und zu aktualisieren.
Eine Komplikation von Krankheiten wie Alzheimer und verwandten Demenzerkrankungen besteht darin, dass der Person möglicherweise die Fähigkeit zum klaren Denken fehlt oder allmählich verloren geht. Diese Änderung wirkt sich auf seine Fähigkeit aus, Entscheidungen zu treffen und an der rechtlichen und finanziellen Planung teilzunehmen.
Rechtsanwalt Kritzinger betont, dass es eine große Verantwortung ist, für andere Menschen Entscheidungen zu fällen. Wenn die Erkrankung voranschreitet, müssen immer mehr Aufgaben übernommen werden. Es kann zu schwierigen Situationen für alle Beteiligten kommen, für die Menschen mit Demenz, aber auch für ihre Angehörigen und für die Verantwortlichen in Heimen und Krankenhäusern, beispielsweise, wenn Angehörige uneins sind.
Zur Figur des Sachwalters: Er unterstützt eine Person, die nicht in der Lage ist, die alltäglichen Geschäfte zu erledigen, und dabei ihre Interessen zu wahren, etwa wenn die Person ihre Geldgeschäfte nicht mehr mit der notwendigen Sorgfalt erledigen kann. Die Einschränkung kann von einer körperlichen oder von einer geistigen Einschränkung herrühren oder schlichtweg aufgrund des Alters verursacht sein.
In der Regel handelt es sich um eine dauerhafte Einschränkung, bei der es keine Aussicht auf Verbesserung gibt, wie beim Krankheitsverlauf einer Demenz. Aber die Sachwalterschaft hilft auch, wenn die Notwendigkeit möglicherweise vorläufig ist, wie es bei einer Alkoholerkrankung, Drogensucht oder einer akuten psychischen Belastung der Fall sein kann. ASAA-Präsident Seitz unterstreicht, dass es also von entscheidender Bedeutung sei, frühzeitig über vermögensrechtliche Dinge bei Demenz zu sprechen, solange die Betroffenen noch geschäftsfähig sind, um ihre Selbstbestimmung zu wahren und rechtliche sowie finanzielle Krisen zu vermeiden. Die Erkrankung führt unweigerlich zu Veränderungen in der Urteilsfähigkeit, was das Risiko von Vermögensverlusten, Fehlentscheidungen oder Ausbeutung erhöht.
Aus diesem Grunde bietet der Verein Alzheimer entsprechende kostenlose rechtliche Beratungen an. Neben diesem Support geht es durch zusätzliche Leistungen, die neuerdings auch im Pustertal garantiert werden können, grundsätzlich um Folgendes über die Bereitstellung entsprechender Berufsbilder wie Ergotherapeuten, Validationslehrer, Psychologen, Kliniker und Fachleuten für das Familienrecht:
Wahrung der Selbstbestimmung: Durch Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen können Betroffene selbst festlegen, wer ihre Angelegenheiten regelt und welche Behandlungen sie wünschen, bevor sie dazu nicht mehr in der Lage sind.
Schutz vor finanzieller Ausbeutung und Fehlkäufen: Demente Menschen sind anfällig für unüberlegte Käufe, Abos oder Manipulationen durch Dritte. Eine geregelte Vermögenssorge schützt das Vermögen.
Sicherung der Pflegefinanzierung: Eine rechtzeitige Planung ermöglicht es, finanzielle Ressourcen (Immobilien, Konten) so zu ordnen, dass die oft hohen Pflege- und Betreuungskosten langfristig gedeckt sind.
Termine und Beratungen können über die Grüne Nummer des Vereins Alzheimer Südtirol ASAA 800660561 sowie per Mail info@asaa.it jederzeit fixiert werden.




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