Klavier mit Elfenbeintasten beschlagnahmt – Bozner involviert

Verhängnisvoller Verkauf

Mittwoch, 07. Dezember 2022 | 06:58 Uhr

Bozen – Die Carabinieri von Pavia haben bei einem Mailänder Umzugsunternehmen ein Klavier mit Elfenbeintasten im Wert von über 50.000 Euro beschlagnahmt, das für den Versand ins Ausland bestimmt war. Für die Operation verantwortlich war die Carabinieri-Einheit, die die Einhaltung des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES) überwacht. Die Ermittlungen führten neben Bergamo auch nach Südtirol.

Den Erhebungen zufolge stammt das Elfenbein von Afrikanischen Elefanten und wurde ohne die nötigen Dokumente gehandelt.

Der Afrikanische Elefant gilt aufgrund der internationalen Konvention CITES und aufgrund von EU-Regeln als geschützte Art. Der Handel mit Elfenbein ist demnach verboten, da die wirtschaftliche Ausbeutung das Überleben der Art ernsthaft gefährdet.

Zwar sind Ausnahmen möglich, die durch das europäische Regelwerk selbst festgelegt sind, doch diese müssen von den zuständigen Behörden gründlich geprüft werden. Dadurch soll der illegale Handel mit Elfenbein unterbunden werden. Sobald die einwandfreie Herkunft und die Eigentumsverhältnisse geklärt sind, kann das zuständige Büro in Form eines “CITES-Zertifikats” grünes Licht für den Handel geben.

Die von der CITES-Einheit der Carabinieri von Pavia durchgeführten Kontrollen ergaben, dass das Klavier 1983 in Deutschland hergestellt wurde und im Oktober 2022 von einer in Bozen ansässigen Privatperson über einen Zwischenhändler in der Lombardei an einen in Italien ansässigen Musiker verkauft worden war, ohne dass die nötigen Bescheinigungen vorlagen.

Der Käufer hatte das Klavier einer internationalen Spedition mit Sitz in der Provinz Mailand anvertraut, um es ins Ausland zu überführen. Das haben die Carabinieri allerdings verhindert. Am 15. November 2022 wurde das Instrument beschlagnahmt.

Die Personen, die für den illegalen Verkauf als verantwortlich erachtet wurden, kassierten unterdessen eine Anzeige. Im Fall einer Verurteilung blüht den Betroffenen eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zwei Jahren und eine Geldstrafe von 15.000 bis zu 150.000 Euro. Die Untersuchung wird von der Staatsanwaltschaft von Brescia geleitet.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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8 Kommentare auf "Verhängnisvoller Verkauf"


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PuggaNagga
1 Monat 25 Tage

Boahhh Da ist ein ganz dicker Fisch ins Netz gegangen.🤦‍♂️ Ein altes Klavier (Flügel in dem Fall) welches, man stelle sich vor, tatsächlich verkauft wurde! Das Elfenbein selbst wahrscheinlich 50 bis 100 Jahre alt. Ganz großes Lob für die akribische Arbeit,
2 Jahre Haft für einen zugegeben ungeschickten Transport, ein Verbrecher darf hingegen Rauben, Schlagen oder vergewaltigen und bekommt Bewährung. Finde den Fehler…

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 25 Tage

Populist! Du kritisierst die Arbeit von Richtern? Wieweit bist du über Gesetz und Recht Informiert? Kennst du jeden einzelnen Fall um sagen zu können was gerechtfertigt war und was nicht? Wenn ja, woher? Zeugenaussagen? Beweise, was weisst du denn ganz genau was für die jeweiligen Verurteilungen ausschlaggebend war?

Pyrrhon
Pyrrhon
Universalgelehrter
1 Monat 24 Tage

@PuggaNagga, ja fehlerhafter Papierkram ist, vor allem in Italien, ein schweres Vergehen, hab vor vielen Jahren mal für eine fehlende Unterschrift auf einem Lieferschein eine ‘Multa’ kassiert die den Wert der transportierten Ware um mehr als das huntertfache übertraf.. hätte ich die Teile irgendwo ‘mitgehen’ lassen, wäre ich möglicherweise glimflicher davongekommen..

SilviaG
SilviaG
Universalgelehrter
1 Monat 24 Tage

@pugganagga
Es gibt weltweit Aufbewahrungsorte und dirt werden abermillionen Stoßzähne und Nashornhörner gehortet, damit der Preis dafür steigt. Ziel krimineller Gemeinschaften ist es, diese Tiere aussterben oder extrem zu gefährden um Milliarden an Wertsteigerung ihrer Hörner zu erzielen. Ein paar Klaviertasten mögen dich nicht nach virl anhören, aber jedes kleinstes Stück Elfenbein gehört kriminalisiert.

Look_at_Yourself
Look_at_Yourself
Universalgelehrter
1 Monat 25 Tage

.
Wenn das Klavier 1983 hergestellt wurde, dürfte das Elfenbein noch legal verarbeitet worden sein.
So das es eigentlich nur noch um die fehlenden Papiere gehen kann.

Pyrrhon
Pyrrhon
Universalgelehrter
1 Monat 24 Tage

@Look…
Die Verarbeitung von Elfenbein ist zwar ‘erst’ seit ’89 verboten, aber der Handel ist seit Januar ’22, auch EU intern, verboten, Ausnahmen gibt es für Musikinstrumente vor 1975..

ieztuets
ieztuets
Superredner
1 Monat 24 Tage

Bravo Carabinierieinheit… egal von wou und vi wenn des Elfenbein stommt, es ich VERBOTEN und sell isch richtig für den Schutz der königlichen Elefontn!!!

Pyrrhon
Pyrrhon
Universalgelehrter
1 Monat 24 Tage

@ieztuets, stimmt eig. nicht ganz, hier liegt m.E.ein Fehler im System bzw. Gesetz, denn wenn das Klavier vor fast 40J hergestellt wurde (als Elfenbein ja noch nicht verboten war) sollte es auch heute noch weiterverkauft werden dürfen, so wird heute kein Elefant geschützt, eher im Gegenteil, denn leider wird auch heute noch illegal mit Elfenbein auf dem Schwarzmarkt gehandelt und es besteht die Gefahr dass ein Sammler sich dort das begehrte weiße Gold besorgt wenn er das alte Stück nicht legal erwerben darf..

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