Von: luk
Bozen – Die Lawinensituation in Südtirol bleibt angespannt. In den östlichen Landesteilen steigt die Lawinengefahr auf Stufe 4 (groß). Bereits einzelne Wintersportler können Lawinen auslösen, insbesondere in Bereichen mit schwachem Altschnee und frischen Triebschneeansammlungen.
Am Dienstagvormittag brachte eine Wetterstörung bis zu zehn Zentimeter Neuschnee, lokal auch mehr. Begleitet wurde der Schneefall von starkem bis stürmischem Südwind, wodurch sich störanfällige Triebschneeansammlungen bildeten. Diese überlagern eine instabile Altschneedecke mit persistenten Schwachschichten und eingeschneitem Oberflächenreif.
In der Nacht auf Donnerstag wird weiterer Schneefall erwartet. Verbreitet sollen zwischen zehn und 20 Zentimeter Neuschnee fallen, in den Sextner Dolomiten lokal bis zu 40 Zentimeter. Dadurch verschärft sich die Lawinensituation weiter. Der Wind weht überwiegend schwach bis mäßig aus südöstlichen Richtungen. Für Freitag, den 6. Februar, sind erneut geringe Schneemengen prognostiziert.
Besonders gefährdet sind steile Hänge der Exposition West über Nord bis Ost an und oberhalb der Waldgrenze. Die frischen und älteren Triebschneepakete sind teils überschneit, schlecht mit dem Altschnee verbunden und daher schwer zu erkennen. Meist ist mit mittelgroßen Lawinen zu rechnen, in niederschlagsreichen Gebieten können vereinzelt auch große Lawinen der Größe 3 abgehen. Zudem ist die Schneedecke stellenweise locker, weshalb Vorsicht vor nur schwach eingeschneiten Steinen geboten ist.
Die Lawinenwarndienste empfehlen weiterhin eine sehr defensive Routenwahl und raten dazu, steiles und schattiges Gelände möglichst zu meiden.
Rückblickend hatte ein schneearmer Winterbeginn eine schwache Altschneedecke hinterlassen. Zwei Schneefälle aus südlichen Richtungen lagerten sich bei teils stürmischem Wind auf diese instabile Basis ab. Zahlreiche Alarmzeichen wie Risse, Setzungsgeräusche, spontane Lawinen und Fernauslösungen bestätigten in den vergangenen Tagen die geringe Schneedeckenstabilität. In einigen nördlichen Landesteilen wäre die Situation rückblickend zeitweise bereits mit Gefahrenstufe 4 zu bewerten gewesen.




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