Polizei stellt neues Projekt vor

Was nützt ein Notruf, wenn man taub ist?

Montag, 07. August 2017 | 13:01 Uhr

Bozen – Am morgigen Dienstag stellt die Polizei in Bozen im Pressesaal der Quästur das Projekt „SOS Sordi“ vor. Das Angebot zielt darauf ab, tauben Personen ein Leben in voller Eigenständigkeit zu ermöglichen.

Das komplexe Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der Zentraldirektion der Staatspolizei für allgemeine Angelegenheiten entwickelt. Konkret geht es um das Absetzen von Notrufen über Apps auf dem Smartphone oder auf dem Tablet. Auch der italienische Automobilclub ACI zeigte sich begeistert und will das Projekt auf Notfälle im Straßenverkehr ausdehnen.

Vorgestellt wird das Projekt von Quästor Giuseppe Racca und vom Sektionspräsidenten des Nationalen Gehörlosenverbandes ENS in der Provinz, Alessandro Cusini.

Taube Personen sind Bürger wie alle anderen. Allerdings sind sie benachteiligt, wenn es um die Nutzung von herkömmlichen Kommunikationsmitteln im Alltag geht. Taube Personen sind häufig auf die Hilfe von Verwandten, Bekannten oder von Fremden angewiesen, um etwa einen gewöhnlichen Anruf durchzuführen.

In einer Notfallsituation kann dies problematisch sein. Laut Polizei sei es eine Pflicht, die Autonomie einer Person mit Beeinträchtigung sowie den Zugang zu Kommunikations- und Informationsmitteln zu gewährleisten. Auch die UNO-Konvention über Rechte von Menschen mit Behinderung schreibt dies vor.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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