Vor allem im Bundesstaat Kerala gibt es immer wieder Nipah-Fälle

WHO sieht kaum Risiko für Ausbreitung des Nipah-Virus

Freitag, 30. Januar 2026 | 09:51 Uhr

Von: APA/Reuters

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt das Risiko einer internationalen Ausbreitung des Nipah-Virus von Indien aus als gering ein. Die Organisation sprach am Freitag keine Reise- oder Handelsbeschränkungen aus, nachdem das südasiatische Land zwei Infektionen gemeldet hatte. “Die WHO ist der Ansicht, dass das Risiko einer weiteren Ausbreitung der Infektion durch diese beiden Fälle gering ist”, teilte die Organisation mit.

Indien verfüge über die Kapazitäten, solche Ausbrüche einzudämmen. Zuvor hatten unter anderem Thailand, Hongkong, Malaysia und Singapur aus Furcht vor einer Verbreitung die Kontrollen an Flughäfen verschärft.

Virus kann Fieber und Gehirnentzündung auslösen

Das von Flughunden und anderen Tieren wie Schweinen übertragene Virus kann beim Menschen Fieber und eine Gehirnentzündung verursachen. Die Sterblichkeitsrate liegt zwischen 40 und 75 Prozent, ein Heilmittel gibt es nicht. Impfstoffe befinden sich noch in der Erprobung.

Eine Übertragung auf den Menschen erfolgt durch infizierte Fledermäuse oder von ihnen kontaminierte Früchte. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist schwierig und erfordert in der Regel längeren Kontakt mit Infizierten. Bei den beiden Ende Dezember im ostindischen Bundesstaat Westbengalen Infizierten handelt es sich den örtlichen Behörden zufolge um Mitarbeiter des Gesundheitswesens, die im Krankenhaus behandelt werden.

Bundesstaat Kerala gilt als Hochrisikoregion

Sporadische Nipah-Infektionen sind in Indien nicht ungewöhnlich, insbesondere im südlichen Bundesstaat Kerala. Dieser gilt als eine der Hochrisikoregionen für das Virus, das dort seit seinem ersten Auftreten 2018 für Dutzende Todesfälle verantwortlich ist. Dem WHO-Bericht zufolge handelt es sich um den siebenten dokumentierten Ausbruch in Indien und den dritten in Westbengalen. Die dortigen Ausbrüche in den Jahren 2001 und 2007 ereigneten sich in Bezirken, die an Bangladesch grenzen, wo es fast jährlich zu Ausbrüchen kommt.

Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC hatte bereits am Donnerstag das Risiko einer Ansteckung für Europäer als sehr gering eingeschätzt. Eine Einschleppung durch Reisende sei zwar nicht auszuschließen, aber unwahrscheinlich, teilte die in Stockholm ansässige Behörde mit. Da Flughunde, die das Virus übertragen, in Europa nicht vorkommen, sei auch das Risiko einer Weiterverbreitung nach einer möglichen Einschleppung niedrig.

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