Freiwillige für Online-Studie gesucht

Wie haben Südtiroler und Tiroler den Lockdown erlebt?

Dienstag, 29. September 2020 | 11:51 Uhr

Bozen – Der Lockdown hat alle schwer getroffen, und doch gab es unterschiedliche Maßnahmen in Südtirol und Tirol. Wie sich diese auf das psychische Befinden ausgewirkt haben, untersucht derzeit eine gemeinsame Studie der Psychiatrischen Dienste Südtirols, des Therapiezentrums Bad Bachgart und der Medizinischen Universität Innsbruck sowie der Psychiatrien von Hall, Kufstein und Lienz. Freiwillige können online daran teilnehmen.

Das Coronavirus ist ein zutiefst „demokratisches“ Virus: Es unterscheidet nicht zwischen Jung und Alt, zwischen Arm und Reich – und auch nicht, ob jemand diesseits oder jenseits des Brenners wohnt.

Obwohl Nationalgrenzen im modernen Europa an Bedeutung verlieren, hat sich in der Krise gezeigt, dass die Staaten unterschiedliche Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie getroffen haben: Stichwort Grenzschließungen, Maskenpflicht oder Lockdown. Experten sind sich einig, dass diese Schritte Auswirkungen auf die Psyche der Menschen haben. Eine Studie aller Psychiatrischen Dienste Südtirols, des Therapiezentrums Bad Bachgart und der Medizinischen Universität Innsbruck sowie der Psychiatrien von Hall, Kufstein und Lienz untersucht nun, inwieweit sich diese nördlich und südlich des Brenners unterscheiden.

An der Online-Studie „Bewältigung der Quarantäne und sozialer Isolation während der Covid-19-Pandemie“ können alle volljährigen Personen teilnehmen, sie ist anonym und freiwillig. Gefragt wird nach psychischen Faktoren wie z.B. Schlafstörungen, Stressempfinden und emotionale Belastungen während der Corona-Epidemie.

Die Online-Befragung nimmt rund 30 Minuten in Anspruch; für die Teilnahme reicht es auf www.cope.ches.pro zu klicken und den Fragebogen zu starten. Für Generaldirektor Florian Zerzer ein weiteres Beispiel der gut funktionierenden grenzüberschreitenden Zusammenarbeit: „Es freut mich, dass es hier gelungen ist, eine gemeinsame Studie mit Tirol in die Wege zu leiten. Durch die enge Zusammenarbeit von hochqualifizierten Expertinnen und Experten aus beiden Landesteilen können Süd- und Nordtirol profitieren.“

Aus den gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Vergleichen lassen sich wertvolle Schlüsse für die Zukunft ziehen. Barbara Plattner, Psychiaterin im Gesundheitsbezirk Bozen, legt deshalb allen ans Herz, daran teilzunehmen: „Krisen wie diese werden von den Menschen immer unterschiedlich erlebt – dabei spielen sozioökonomische, aber auch emotionale oder andere Faktoren eine wichtige Rolle. Je mehr Menschen sich an dieser Studie beteiligen, desto aussagekräftiger fallen die Ergebnisse aus, um die aktuelle sowie mögliche zukünftige Krisen besser meistern zu können. Außerdem finden sich am Ende der Befragung – unabhängig davon, ob jemand derzeit einer besonderen psychischen Belastung ausgesetzt ist – konkrete Unterstützungsangebote.“

Von: mk

Bezirk: Bozen

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