In fünf Jahren nur 20 Unfallschäden vergütet

Wildunfälle: Vielen Autolenkern bleibt der Schaden

Freitag, 21. April 2017 | 12:00 Uhr

Bozen – Rund 3.900 Wildunfälle haben sich in den vergangenen fünf Jahren auf Südtirols Straßen ereignet. Schadenersatz vonseiten des Landes hat es allerdings nur in 20 Fällen gegeben. Über 100 Autolenker blieben auf dem Schaden an ihrem Fahrzeug sitzen, berichtet das Tagblatt Dolomiten.

Alle, die in diesen Tagen in der Dämmerung auf Südtirols Straßen unterwegs sind, sollten den Fuß vom Gas nehmen. „Jetzt im April und im Mai werden Rehe und Hirsche nämlich wieder mobil, kommen zu den Wiesen zum Äsen“, erklärt Andreas Agreiter, Vize-Direktor im Amt für Jagd und Fischerei gegenüber den „Dolomiten“. Dadurch erhöht sich das Risiko für Wildunfälle.

2715 Unfälle mit Rehen und 406 mit Hirschen hat es in Südtirol zwischen 2012 und 2015 gegeben. Die Zahlen für das vergangene Jahr liegen zwar noch nicht vor, dürften aber in etwa denen der Vorjahre entsprechen. Zusätzlich ist es zu zwei Unfällen mit einem Bär im Jahr 2012 gekommen. Verkehrsunfälle mit Dachs, Fuchs, Marder oder gar Greifvögeln werden meist gar nicht gemeldet und somit auch nicht statistisch erhoben.

„Die allermeisten Autolenker beantragen beim Land erst gar keinen Schadenersatz“, erklärt Agreiter gegenüber den „Dolomiten“. Vor allem beim Zusammenstoß mit einem Reh entsteht am Fahrzeug kaum ein Schaden.

Doch auch wer sich um Schadenersatz bemüht, schaut immer öfter durch die Finger. Wie Landesrat Arnold Schuler auf Anfrage der Grünen Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa erklärt, hat das Land zwischen 2012 und 2016 nur an rund 20 geschädigte Autolenker insgesamt 42.780 Euro ausbezahlt. Zu diesen Unfällen war es auf Straßenabschnitten gekommen, die nicht mit den entsprechenden Warnhinweisen versehen waren.

In über 100 Fällen wurde das Ansuchen der Autolenker abgelehnt, die darauf Rekurs vor dem Verwaltungsgericht einlegten. Doch auch die Richter hätten laut Schuler festgestellt, dass diese Geschädigten kein Anrecht auf eine Entschädigung hätten. Dadurch habe sich das Land rund 300.000 Euro gespart.

Einen kleinen Trost gibt es für betroffene Autolenker aber doch: Das Landesjagdgesetz sieht bei Wildunfällen nämlich vor, dass der Lenker Anspruch auf das getötete Tier hat. Die Freude über Rehrücken oder Hirschgulasch dürfte sich allerdings in Grenzen halten. Vielfach ist das Fleisch der verunfallten Tiere ungenießbar.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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13 Kommentare auf "Wildunfälle: Vielen Autolenkern bleibt der Schaden"


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Mikeman
Mikeman
Universalgelehrter
2 Tage 23 h

Einfach langsamer fahren denn man riskiert nicht nur Sachschaden bei solchen Unfällen ,ob man eine Minute früher oder später am Ziel ist macht mal ganz ehrlich gesagt überhaupt nichts aus 😀

Rene
Rene
Neuling
2 Tage 18 h

Mit langsam fahren ist es leider nicht immer getan. Mir ist es vor ein paar Jahren leider auch passiert. Ich fuhr sicher nicht schneller als 70 km/h (wo 90 km/h erlaubt waren) und hinter einer Kurve sprang ein Bock vor mir über die Strasse. Habe noch versucht zu bremsen…war aber leider zu knapp. Und ich hatte € 2.000 Schaden den ich natürlich selber bezahlen musste. Vom Fleisch hatte ich auch nichts weils ungeniessbar war. 

herbstscheich
herbstscheich
Tratscher
2 Tage 23 h

die Provinz Trient vergüten solche Schäden (es lebe die REgion !!!)

Mikeman
Mikeman
Universalgelehrter
2 Tage 22 h

Wär auch eine Möglichkeit bei Rasern wegen den Umständen entsprechend  nicht angepasster Fahrgeschwindigkeit tüchtig ab zu kassieren und Führerschein Punkte zu dekurtieren ,man kann Schäden diesbezüglich relativ genau begutachten, also da kann die Behörde sofort was unternehmen !!

gauni2002
gauni2002
Superredner
2 Tage 20 h

Deshalb nehme ich auch das Wildbret jedesmal mit, welches ich mit meinem Renault erlegt habe, zumindest als teilweise Schadensregulierung

Max
Max
Grünschnabel
2 Tage 20 h

Hier spart das Land am falschen Ort!!!

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
2 Tage 1 h

Wichtig ist ihre Gehälter und Politikerrenten stimmen!!!😡 Geld für eine Versicherung könnte das Land wohl noch aufbringen mit unseren Steuergeldern,oder??? Wären sicher keine Millionenbeträge die uns das Millionengrab Flughafen Bozen schon gekostet hat! Lächerlich!!!! 

Dublin
Dublin
Universalgelehrter
2 Tage 22 h

…Trentino hat eine eigene Versicherung diesbezüglich abgeschlossen…Südtirol nicht…hier gibt’s wohl weniger Wild…brave Jäger…😆

Calimero
Calimero
Tratscher
2 Tage 18 h

Meine Versicherung kommt für solche Schäden auf.

enkedu
enkedu
Universalgelehrter
2 Tage 15 h

isch der Gigi beim Zaun aufstellen gegen die Wölfe, dass er sein Vize do unstellt?

lis
lis
Grünschnabel
2 Tage 14 h

Man könnte sich ja zusätzlich in der Autoversicherung gegen Wildschaden versichern lassen….aber obs sichs rentiert 🤔

Mikeman
Mikeman
Universalgelehrter
2 Tage 13 h

@ Rene
Ja sicher in solchen Fällen kann man wirklich nix dafür aber dann ist es wie in diesem Fall eine wirkliche S……… das man nicht vergütet wird,das muß man wirklich betonen.

iwoasolls
iwoasolls
Tratscher
2 Tage 3 h

sell wur man woll eher no gstroft aswia vergütet!

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